Langnau hat eine Torfabrik – Kloten den Verletzungsfluch

Swiss-League-Spieler liefern
Langnau hat eine Torfabrik – Kloten den Verletzungsfluch
Die Verletzungshexe gastiert bei Kloten. Lammer mit Geburtstags-Hattrick. Pestoni ist wieder da. Hier kommt das Liga-Inside.
Publiziert: vor 23 Minuten
Gitter-Baumgartner wird zum «Beni bissig»
Am Freitag kassierte SCB-Center Benjamin Baumgartner bei seinem Comeback die Faust von Servette-Talent Simas Ignatavicius mitten ins Gesicht. Er setzte das Spiel danach mit einem schützenden Gitterhelm fort und ging umso bissiger in die Duelle. Auch am Samstag in Rapperswil-Jona hatte er wieder das Gitter vor den Augen und Schaum vor dem Mund.
Aaltonen als Gratis-Rächer
Als Mauro Dufner SCB-Stürmer Sonny Milano gegen die Bande checkte und dafür eine Strafe erhielt, stürzte sich Miro Aaltonen auf den Rappi-Verteidiger und prügelte sich mit ihm. Der SCB konnte danach dennoch in Überzahl spielen, weil sich Aaltonen «gratis» rächen konnte und wie Dufner zwei Strafminuten für übertriebene Härte bekam.
Wie nennt man einen Geburtstags-Hattrick?
Das muss ihm erst einmal einer nachmachen. Lakers-Stürmer Dominic Lammer feierte am Samstag seinen 34. Geburtstag mit einem Hattrick gegen den SCB (4:3 n.V.). Da das absoluten Seltenheitswert hat, müsste man eigentlich einen Namen für diese spezielle Sorte eines Hattricks erfinden. Der deutsche Fussballer Thomas Müller hatte dieses Kunststück vor einem Jahr an seinem 36. Wiegenfest bei einem 7:0-Sieg der Vancouver Whitecaps gegen Philadelphia geschafft.
Trutmann klingelt bei Steiner
HCD-Youngster Lars Steiner (18) mischt mit seiner unerschrockenen Spielweise die Liga auf. Aber der Frechdachs muss auch ordentlich einstecken, am Dienstag gegen Ambri (3:0) erzielte er zwar sein erstes NL-Tor, aber kassierte auch eine blutige Nase, weil er von Teamkollege Dominik Egli abgeschossen wurde. Am Samstag gegen Biel (3:4) weicht der Stürmer keinem Duell aus, Dario Trutmann wird das zu bunt, er klingelt dann mal bei Steiner, schlägt ihm bei einem Zweikampf den Stock zwischen die Beine. Die Schiris übersehen das Vergehen, der Biel-Verteidiger kommt ungeschoren davon. Langnaus Phil Baltisberger war für eine vergleichbare Aktion Mitte September gegen ZSC-Stürmer Simon Knak mit einem Restausschluss bestraft worden.
Knak trifft weiter – auch ungemütlich
Der neue ZSC-Stürmer Simon Knak hat im achten Saisonspiel bereits sein siebtes Saisontor erzielt. Viel konnte er für seinen Treffer gegen Lausanne allerdings nicht, Knak wurde zuvor von Thomas Heldner auf dessen Goalie Kevin Pasche gecheckt, während Denis Malgin zeitgleich schoss und den ungemütlich flach liegenden Knak touchierte. Aber wenns läuft, dann läufts. Knak hat damit bereits gleich viele Tore erzielt wie in der ganzen letzten Saison mit Davos. Seinen bisherigen Bestwert von acht Saisontoren (22/23 und 24/25) dürfte der Zürcher pulverisieren.
Swiss-League-Spieler stürmen die National League
Die mit Problemen kämpfende Swiss League hat nicht den besten Ruf und die Schere zwischen der zweitobersten und der obersten Liga wird immer grösser. Dass Hopfen und Malz aber noch nicht verloren sind und langjährige Swiss-League-Spieler in der National League durchaus konkurrenzfähig sind, beweisen derzeit Stefan Rüegsegger (28, Lausanne) und Cédric Aeschbach (24, Biel). Stürmer Rüegsegger, der zuvor sechseinhalb Jahre für La Chaux-de-Fonds und Langenthal in der Swiss League aufgelaufen ist, spielt bei den Waadtländern einen auffälligen Part und hat bereits dreimal getroffen. «In der Vorbereitung brauchte ich Zeit, um mich anzupassen und zu verstehen, dass man keine Sekunde Zeit hat, um eine Entscheidung zu treffen. Alles geht schneller. Ich denke, das ist mir gut gelungen, und ich entwickle mich mit jedem Spiel weiter», sagt der Thuner. Er findet aber auch: «Der Druck war in der Swiss League vielleicht sogar höher. In Lausanne hat niemand von mir erwartet, dass ich auf Anhieb skore.»
Verteidiger Aeschbach, der zuvor dreieinhalb Jahre bei Basel und Langenthal in der Swiss League verbrachte, ist bislang die grosse Entdeckung bei Biel und hat ebenfalls schon zwei Tore auf dem Konto. Auch Nathan Borradori (Ambri, 2 Tore), Tim Muggli (Ambri, 1 Tor), Nik Petrovic (Zug, 1 Tor) und Aris Häfliger (Ambri, 1 Tor) waren noch letzte Saison mehrheitlich in der Swiss League unterwegs.
Die Verletzungshexe schlägt wieder bei Kloten zu
Die Flughafenstädter machen derzeit jeweils einen Schritt vorwärts und zwei zurück, wenn es ums Kader geht. Dario Sidler und Leandro Profico sind wieder zurück im Line-up. So muss der Kloten-Trainer Michael Liniger immerhin nicht mehr auf zwei 17-Jährige (Philip Moser und Laurin Rupli) in der Verteidigung setzen. Doch die Freude währt nicht lange. Gegen Langnau scheiden zwei weitere Klotener verletzt aus. Raphael Prassl wird in der achten Minute vom eigenen Mitspieler am Knöchel abgeschossen und kehrt danach nicht mehr aufs Eis zurück. Dann erwischt es auch noch den Routinier Dominik Schlumpf, der vor der Saison gekommen ist, um den Langzeitverletzten Nicholas Steiner zu ersetzen. Langnaus Jérôme Bachofner verletzt den Kloten-Verteidiger mit einem Check am Kopf und muss dafür unter die Dusche. Doch auch für Schlumpf ist danach Feierabend. Am Ende verliert Kloten 2:6 gegen die Tigers und erweitert das Lazarett um zwei Spieler.
Pestoni fügt sich perfekt ein
Ambris Kultspieler Inti Pestoni hat eine lange Pause hinter sich. Sein letzter Einsatz für die Leventiner liegt nämlich beinahe zehn Monate zurück. Die Nummer 18 der Tessiner absolvierte sein letztes Spiel vergangene Saison am 9. März gegen die Lakers. Seither kam der überzählige Pestoni bei Ambri nicht mehr zum Zug. Das hat sich nun am Samstag geändert. Auswärts gegen Fribourg steht der 35-Jährige endlich wieder im Line-up von Ambri-Trainer Jussi Tapola. Die lange Pause ist dem Tessiner kaum anzumerken. Pestoni fügt sich in der Linie mit Petr Kodytek und Michael Joly perfekt ein. Immer wieder kann sich das Trio in der Offensivzone festsetzen und fällt dabei mit tollen Passkombinationen auf. Der Linie gelingt es aber nicht, den starken Auftritt mit einem Tor zu vergolden. Stattdessen folgt ein harter Dämpfer. Kodytek sieht Fribourgs Jacob de la Rose auf dem offenen Eis nicht, fährt in den Schweden hinein und bleibt liegen. Der Tscheche verschwindet in der Kabine und kehrt an diesem Abend nicht mehr zurück. Immerhin können Pestoni und Co. mit einem 2:1-Sieg drei Punkte mit ins Tessin nehmen.
Langnaus Torfabrik
Das hätten wohl nicht einmal die optimistischsten Tigers-Fans gedacht: Nach neun Spielen hat Langnau zusammen mit dem ZSC am meisten Tore erzielt und ist auf Rang 2 auch der erste Verfolger des souveränen Leaders. Nach der bitteren 1:4-Pleite zum Saisonauftakt gegen Davos platzte der Knoten: Seither trafen die Emmentaler in jedem Spiel mindestens dreimal und stehen nun bei 34 Toren. Dabei fällt auf: Nur zwei Langnauer haben bisher noch keine Skorerpunkte verbucht und zehn Spieler haben bereits sechs oder mehr. So tragen alle Linien zur Emmentaler Torfabrik bei.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | ZSC Lions | 8 | 16 | 23 | |
2 | SCL Tigers | 9 | 5 | 15 | |
3 | Genève-Servette HC | 9 | 2 | 15 | |
4 | HC Ambri-Piotta | 9 | -5 | 14 | |
5 | HC Fribourg-Gottéron | 9 | 5 | 14 | |
6 | HC Davos | 9 | 0 | 13 | |
7 | Lausanne HC | 9 | -4 | 12 | |
8 | HC Ajoie | 8 | 0 | 11 | |
9 | SC Rapperswil-Jona Lakers | 9 | -8 | 11 | |
10 | EV Zug | 5 | 9 | 10 | |
11 | EHC Biel | 8 | -1 | 10 | |
12 | SC Bern | 7 | -2 | 9 | |
13 | HC Lugano | 6 | 1 | 8 | |
14 | EHC Kloten | 9 | -18 | 6 |
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