Ansturm auf Unis: 20 Prozent mehr Studierende bis 2035

- Laut neuen BFS-Szenarien steigt die Zahl der Studierenden an Schweizer Hochschulen bis 2035 um 21 Prozent auf rund 305'000.
- Gleichzeitig dürfte die Zahl der Primarschülerinnen und -schüler ab 2029 sinken – wegen rückläufiger Geburtenzahlen seit 2022.
- Das BFS warnt, dass die Prognosen mit erheblichen Unsicherheiten verbunden sind, besonders beim Zustrom ausländischer Studierender.
An den Schweizer Hochschulen wird es in den nächsten Jahren voller. Laut dem Referenzszenario des BFS dürften 2035 rund 305'000 Studierende auf Bachelor- und Masterstufe eingeschrieben sein. Das sind 21 Prozent mehr als 2026, wie der Bund am Montagmorgen mitteilt. Damit würde erstmals die 300'000er-Marke überschritten. Ganz anders sieht es in der Primarschule aus: Weil seit 2022 weniger Kinder geboren werden, dürfte die Zahl der Lernenden dort ab 2029 deutlich sinken.
Schon in den letzten zwanzig Jahren sind die Studierendenzahlen an universitären Hochschulen, Fachhochschulen und pädagogischen Hochschulen stark gestiegen. Waren 2005 noch 137'000 Studierende auf Bachelor- und Masterstufe eingeschrieben, waren es 2025 bereits 246'000. Das entspricht einem Plus von 79 Prozent.
Starkes Wachstum an den Hochschulen
Und das Wachstum geht weiter. Laut BFS hat das vor allem zwei Gründe: Zum einen wächst die Bevölkerung, geschätzt um 6 Prozent. Zum anderen kommen immer mehr Studierende aus dem Ausland. Bei ihnen rechnet das BFS mit 19 Prozent mehr Eintritten auf Bachelorstufe und 37 Prozent mehr auf Masterstufe. Alle drei Hochschultypen dürften ähnlich stark zulegen: die Universitäten um 21 Prozent, die Fachhochschulen um 19 Prozent und die pädagogischen Hochschulen um 23 Prozent.
Kräftiger Anstieg in der höheren Berufsbildung
Auch an den höheren Fachschulen wird mit deutlich mehr Studierenden gerechnet. Zwischen 2026 und 2035 dürfte ihre Zahl um 17 Prozent steigen. 2035 werden auf Diplomstufe 41'300 Studierende erwartet. Die Zahl der Abschlüsse dürfte um 16 Prozent zunehmen. Mehr eidgenössische Diplome erwartet das BFS ebenfalls (plus 15 Prozent). Die Zahl der eidgenössischen Fachausweise dürfte hingegen stabil bleiben (plus 1 Prozent).
Lehre und Gymi: moderates Plus
Auf der Sekundarstufe II wachsen die Zahlen bis mindestens 2035, allerdings moderater. Grund dafür ist vor allem das Bevölkerungswachstum in den entsprechenden Altersgruppen. In der beruflichen Grundbildung, also bei Lehren mit eidgenössischem Berufsattest oder Fähigkeitszeugnis, rechnet das BFS mit einem Anstieg um 10 Prozent. An Gymnasien und Fachmittelschulen sollen es 12 Prozent mehr Lernende sein.
Sekundarstufe I: Das Wachstum endet
Auf der Sekundarstufe I steigen die Lernendenzahlen noch bis 2031. Danach dürften sie sich bis 2033 stabilisieren, auf einem Niveau 5 Prozent über jenem von 2026. Anschliessend gehen sie rasch zurück: Zwischen 2033 und 2035 rechnet das BFS mit einem Minus von 2 Prozent. Auch hier sind die rückläufigen Geburtenzahlen seit 2022 der Grund.
Deutlicher Rückgang in der Primarschule
In der Primarschule hat die Zahl der Lernenden in den letzten Jahren stark zugenommen. 2025 waren es geschätzt 566'900. Den Höhepunkt dürfte sie 2027/28 erreichen. Danach geht es abwärts: Für 2035 erwartet das BFS noch 527'000 Lernende, 8 Prozent weniger als 2026. Wie es nach 2032 weitergeht, hängt davon ab, wie viele Kinder künftig geboren werden.
Prognosen mit Vorsicht geniessen
Das BFS weist darauf hin, dass die Ergebnisse mit erheblichen Unsicherheiten verbunden sind. Vor allem an den Hochschulen lasse sich nur schwer abschätzen, wie viele Studierende aus dem Ausland kommen werden. Ihr Anteil bei den Bachelor-Studierenden ist in den letzten zehn Jahren von 14 auf 18 Prozent gestiegen. Weitere Unsicherheiten sind strukturelle Veränderungen, die Zahl künftiger Geburten und die Wirtschaftslage. Das BFS hat deshalb drei verschiedene Szenarien berechnet.
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Florian Osterwalder (fos) arbeitet seit 2021 für 20 Minuten und ist stellvertretender Co-Leiter des Newsdesks.
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