Transport-Firma-CEO über tödlichen Unfall im Engadin: «Der Bus-Chauffeur hat wohl einen Fahrfehler gemacht»
Transport-Firma-CEO über tödlichen Unfall im Engadin
«Der Bus-Chauffeur hat wohl einen Fahrfehler gemacht»
Der tödliche Unfall im Engadin trug sich bei einer Baustelle zu – die Strasse war verengt. War die betroffene Stelle gefährlich? Ein Geschäftsführer einer lokalen Transport-Firma verneint dies. Er vermutet einen Fahrfehler des Chauffeurs.
Publiziert: 15:30 Uhr
Aktualisiert: vor 40 Minuten
Der schreckliche Unfall vom Donnerstagabend erschüttert das Engadin. Ein holländischer Reisecar kippte ersten Erkenntnissen nach bei einer engen Passage auf der Engadinerstrasse zwischen Zernez GR und Susch GR – fünf Personen starben, 40 weitere wurden verletzt. War die betroffene Stelle, bei der derzeit gebaut wird, gefährlich? Blick konnte mit Jürg Mayolani (60) sprechen. Er ist Geschäftsführer der gleichnamigen Transport-Firma in Zernez und ist selber schon seit 42 Jahren als Chauffeur unterwegs.
Mayolani sagt: «Wir fahren diese Strecke oft und sie ist nicht gefährlich, auch wenn dort jetzt eine Baustelle ist. Meine Einschätzung ist, dass dort alles gut signalisiert ist. Und wenn man genug aufmerksam ist, dann kann man auch gut durchfahren. Meines Erachtens hat der Bus-Chauffeur am Ende der Baustelle, wo es leicht nach links geht, aus irgendeinem Grund nicht aufgepasst und somit einen Fahrfehler gemacht.»
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«Haben auf der Baustelle nur gute Erfahrungen gemacht»
Mayolani vermutet, er habe rechts schlicht die Leitplanke nicht bemerkt, kam zu weit nach rechts, ist somit schliesslich in sie hineingefahren und dann rechts runtergestürzt. «Wir arbeiten auch für diese Baustelle und haben dort nur gute Erfahrungen gemacht. Den Chauffeur des Reisecars kenne ich nicht persönlich. Für die Angehörigen der Verletzten und Verstorbenen tut es mir sehr leid.»
Wie genau es zu dem Unfall kam, ist bisher unklar. Ersten Erkenntnissen zufolge soll der Car mit der Leitplanke kollidiert sein – das zeigen auch Bilder, auf denen ein Teil der Planke nach wie vor im Bus steckt.
Staatsanwalt untersucht Unfallhergang
Karel Kohlik, Staatsanwalt des Kantons, ist am Ort, an dem der Bus untersucht wird. Gegenüber Blick erklärt er: «Wir stehen hier in Zernez beim Unfallbus. Der Car wurde in der Nacht geborgen. Jetzt finden die üblichen Ermittlungsarbeiten statt. Spezialisten der Kantonspolizei führen diese Arbeiten am Bus durch. Vor allem der kriminaltechnische Dienst.»
Es folgen Arbeiten, die helfen sollen, den Unfallhergang zu rekonstruieren. So wird etwa der Fahrtenschreiber ausgelesen. «So können wir herausfinden, wann genau der Unfall passiert ist», so Kohlik. Auch die anderen technischen Geräte des Cars werden ausgelesen, wie zum Beispiel das GPS-Gerät und eine Dashcam oder eine Black Box – sofern es diese gibt.
«Wir wollen aufgrund der Schäden am Bus die Dynamik des Unfalls verstehen. Und wir schauen im Car, ob sich die Passagiere anschnallen konnten. Kurz: Waren die Passagiere zum Unfallzeitpunkt angeschnallt? Wir konnten auch Personen ausserhalb des Cars identifizieren, die den Unfall oder einen Teil davon beobachten konnten. Allgemein stehen Befragungen in alle Richtungen an. Die Auswertungen können Wochen oder gar Monate dauern. Klar ist: In den Ermittlungen sind wir noch nicht so weit, dass wir sagen können, wie der Unfall zustande kam.»
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