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Wednesday, September 30, 2026

«Gehe nicht mehr zum Arzt, weil ich es mir nicht leisten kann»

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  • Der Bund hat die Krankenkassenprämien für 2027 bekannt gegeben: Im schweizweiten Durchschnitt steigen sie um 5,0 Prozent.
  • Die mittlere Monatsprämie beträgt neu 412 Franken – für Erwachsene ab 26 Jahren sind es 487.60 Franken.
  • In der 20-Minuten-Community sorgen die Erhöhungen für Frust und Existenzängste.
  • Klick dich durch die Textbildstrecke, um mehr über die Meinungen der Community zu erfahren.

Schon wieder müssen Versicherte tiefer in die Tasche greifen. Am Dienstag gab der Bund die Krankenkassenprämien für 2027 bekannt: Im schweizweiten Durchschnitt steigen sie um 5,0 Prozent.

Die mittlere Krankenkassenprämie über alle Altersgruppen hinweg beträgt 2027 neu 412 Franken pro Monat – 19.70 Franken mehr als 2026. Erwachsene ab 26 Jahren zahlen im Schnitt deutlich mehr: Für sie steigt die mittlere Monatsprämie um 22.80 Franken auf 487.60 Franken.

Ab 2027 steigt die mittlere Monatsprämie für Erwachsene auf 487.60 Franken.

Ab 2027 steigt die mittlere Monatsprämie für Erwachsene auf 487.60 Franken.20min/Michael Scherrer

«Das übersteigt mein Budget»

In der 20-Minuten-Community sorgen die neuen Prämien für Frust und Existenzängste. Jürg etwa schreibt: «Die Krankenkasse steigt, die Rente nicht. Das übersteigt mein Budget.»

Schon heute müsse er zusätzlich zu 50 Prozent einer Erwerbstätigkeit nachgehen, damit sein Geld reiche. Leserin Chanel zieht für sich eine drastische Konsequenz: «Ich werde nicht zum Arzt gehen. Man kann es sich ja nicht mehr leisten.»

«Ich frage mich, wie wir das stemmen sollen»

Besonders grosse Sorgen macht sich Claudia. Ihr 39-jähriger Mann sei krank und warte derzeit auf seine IV-Rente. Ende Februar 2027 liefen seine Krankentaggelder aus. «Wenn bis dahin das Sozialamt nicht einspringt, haben wir ein existenzielles Desaster.»

Vor seiner Erkrankung habe ihr Mann knapp 13’000 Franken verdient. Ab Januar steige seine Krankenkassenprämie laut Claudia von 594.65 auf 630 Franken. Auch Claudia selbst sei krank, warte auf die IV und könne nur noch zu 20 Prozent in ihrem Geschäft arbeiten. «Ich frage mich, wie wir das in Zukunft stemmen sollen. Und wir sind beide auf die Krankenkasse angewiesen.»

«Für mein Budget sind es 23 Franken weniger»

Auch Elena rechnet vor, was eine auf den ersten Blick kleine Erhöhung für sie bedeutet. Ihre Grundversicherung dürfte nach ihren Berechnungen von derzeit rund 462 auf 484.75 Franken steigen.

«Mein Lohn bleibt natürlich derselbe. Und genau da liegt das Problem: Wo ich mehr für die Krankenkasse bezahle, fehlt mir das Geld an einer anderen Stelle.» Man könne zwar sagen, es seien «nur» rund 23 Franken. Auf das Jahr gerechnet sind das aber etwa 276 Franken.

Wie gehst du mit den steigenden Krankenkassenprämien um?

Gleichzeitig würden auch andere Ausgaben steigen. «Für die Krankenkasse sind es vielleicht nur 23 Franken mehr. Für mein Budget sind es 23 Franken weniger. Und genau so summieren sich die ganzen kleinen Erhöhungen am Ende zu einem ziemlich grossen Betrag.»

Leser kritisieren das Gesundheitssystem

Auch andere Leserinnen und Leser richten ihren Frust gegen das Gesundheitssystem. «Das System ist nicht mehr tragbar», schreibt DeZürcher. Er erhalte selbst eine Prämienverbilligung, seine Eltern bezahlten jedoch bereits 1300 Franken für zwei Personen. Er meint: «Viele vermeiden es, zum Arzt zu gehen, weil sie es sich nicht leisten können! Irgendwann ist doch genug!»

Joel schreibt: «Es ist der Wahnsinn, wie teuer alles wird.» Er befürchtet, dass für viele Menschen nach den laufenden Kosten immer weniger Geld für Freizeit und andere Dinge übrig bleibt.

«Es ist traurig»

Auch Urs kritisiert die stetig steigenden Prämien und fordert stärkere Massnahmen gegen die Gesundheitskosten. Er schreibt: «Es ist traurig, wie unser Bundesrat einfach die Krankenkassenprämien erhöht, egal ob bezahlbar oder nicht.»

Ausserdem nimmt er dabei insbesondere die Pharmaindustrie und deren Einfluss auf die Politik in die Verantwortung: «Es wäre mal an der Zeit, dass der Bundesrat mit den Pharmalobbyisten Klartext redet. Hier geht es um Menschen und deren Gesundheit und nicht um die Löhne der Pharmabosse oder Lobbyisten.»

Oben in der Textbildstrecke liest du, wie stark die Krankenkassenprämien bei weiteren Leserinnen und Lesern steigen – und was sie zur erneuten Erhöhung sagen.

Deborah Gonzalez

Deborah Gonzalez (dgo) arbeitet seit 2021 bei 20 Minuten. Sie ist Stellvertretende Ressortleiterin Gesellschaft & Community.

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