Dürren und Fluten wegen El Niño: Bolivien ruft Notstand aus

- Boliviens Präsident Rodrigo Paz hat wegen Dürren und drohender Überschwemmungen den Notstand ausgerufen.
- Laut Regierungsbericht sind über 78’000 Familien von Dürre betroffen, über 75’000 Stück Vieh gingen verloren.
- Die UNO warnt, die aktuelle El-Niño-Phase könnte eine bislang beispiellose Stärke erreichen.
In Bolivien hat Präsident Rodrigo Paz wegen heftiger Dürren und drohender Überschwemmungen im Zusammenhang mit dem Klimaphänomen El Niño den Notstand ausgerufen. Damit könnten zusätzliche finanzielle Mittel und Rettungskräfte für besonders betroffene Regionen mobilisiert werden, erklärte Paz am Samstag in einer Ansprache an die Bevölkerung.
«Dieses Phänomen wird sehr schwerwiegende Folgen durch Dürren und Überschwemmungen haben, und wir brauchen die Zusammenarbeit aller Institutionen», sagte Paz.
78’000 Familien von Dürre betroffen
Laut einem in dieser Woche veröffentlichten Regierungsbericht sind mehr als 78’000 Familien in sechs der neun Verwaltungsregionen Boliviens von Dürre betroffen. Zudem gingen mehr als 75’000 Stück Vieh verloren.
Die Vereinten Nationen warnten in dieser Woche, die aktuelle El-Niño-Phase könnte eine bislang beispiellose Stärke erreichen und sogar die seit vier Jahrzehnten verwendeten Messskalen übertreffen.
Auch Nachbarländer Boliviens sind derzeit von den Auswirkungen von El Niño betroffen: In Peru begünstigten die hohen Temperaturen Waldbrände, bei denen bisher mindestens zwölf Menschen ums Leben kamen. In Chiles Hauptstadt Santiago wurde hingegen der regenreichste Oktober seit Beginn der Aufzeichnungen verzeichnet.
Das ist der El Niño
Normalerweise wehen im Pazifik starke Passatwinde, die warmes Wasser nach Westen schieben: Bei El Niño schwächen sich diese Winde ab, und es staut sich ungewöhnlich warmes Wasser vor der Küste Südamerikas. Es kommt zu einer mehrere Monate dauernden Strömungsumkehr. Typische Folgen sind zum Beispiel mehr Regen und Überschwemmungen in Teilen Südamerikas sowie Dürren oder Hitze in Australien, Indonesien und anderen Regionen.
Das Klima in diesen Regionen kippt sozusagen von seinem normalen Zustand ins extreme klimatische Gegenteil. Der El Niño kann auch das globale Wetter für mehrere Monate beeinflussen. Der El Niño wird nicht durch den Klimawandel verursacht, kann dessen Folgen aber zusätzlich verschärfen.
Etwas gesehen, etwas gehört?
Schick uns deinen News-Input!
Speichere unseren Kontakt im Messenger deiner Wahl und sende spannende Videos, Fotos und Dokumente direkt an die 20-Minuten-Redaktion. Sendest du uns Fotos oder Videos, die zu einem neuen Beitrag führen, erhältst du eines von vier Geschenken. Mehr Details findest du hier.
Handelt es sich um einen Unfall oder ein anderes Unglück, dann alarmiere bitte zuerst die Rettungskräfte.
Bitte beachte, dass die Redaktion im Einklang mit den publizistischen Leitlinien ausschliesslich Bilder akzeptiert, die nicht mithilfe von künstlicher Intelligenz erstellt wurden. Eine Ausnahme bildet lediglich die Illustration von Beiträgen zum Thema KI (z. B. KI-Challenges).
Die Verwendung deiner Beiträge durch 20 Minuten ist in unseren AGB geregelt: 20min.ch/agb
Simon Misteli (sim), Jahrgang 1995, arbeitet seit 2024 als Redaktor am Newsdesk. Dabei schreibt er über verschiedenste Themen mit einem Fokus auf Auslandsgeschichten.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.
