Parmelin nimmt den Fischerhut

Guy Parmelin tritt in den Ruhestand. Der Waadtländer Bundesrat wird nicht zuletzt wegen seiner Kopfbedeckungen und als Mode-Hipster in Erinnerung bleiben. Hier sind die Highlights aus Parmelins Kleiderschrank.
Publiziert: vor 21 Minuten
- Guy Parmelin tritt nach elf Jahren als Bundesrat zurück
- In Erinnerung bleiben auch seine Hüte und Outfits
- Rote Dächlikappe, Fischerhut und Shorts sorgten für Aufsehen
Nach elf Jahren im Bundesrat tritt der Waadtländer SVP-Bundesrat Guy Parmelin (66) zurück. In seiner Amtszeit landete er nicht nur wegen seiner wichtigen Dossiers in den Medien. Manchmal ging es auch nur um seinen Kleidungsstil.
Der Seitenhieb gegen Trump
Für viel Aufsehen sorgte Parmelin, als er mit einer roten Dächlikappe die Schweizer Fussball-Nati an der WM in den USA unterstützte. Statt eines Schweizerkreuzes setzte Parmelin mit seinem Motiv auf amerikanisches Kulturgut: «Switzerland – Great since 1291». Der Seitenhieb auf US-Präsident Donald Trump (80) wurde nicht nur in der Schweiz abgefeiert. Der Hut wurde zum Kassenschlager.
Kurz darauf doppelte Parmelins Tessiner Amtskollege Ignazio Cassis nach. Auf dem Käppli von Cassis stand, dass die Schweiz noch ein bisschen grossartiger wurde, seit dessen Heimatkanton mit dabei ist: «Switzerland – even greater since 1803». Das Tessin schloss sich 1803 der Eidgenossenschaft an.
Fischerhüetli zum Ersten
Beim Bundesratsreisli 2023 sorgten auf einem Steg in Schwarzsee gleich mehrere bundesrätliche Kopfbedeckungen für Aufsehen. Viola Amherd posierte mit Strohhut, Alain Berset mit seinem klassischen Borsalino und Parmelin eben mit seinem Fischerhut.
Da die sogenannten «Bucket Hats» in dieser Zeit wieder in Mode kamen, wurde er vom «Tages-Anzeiger» zum Bundesrats-Hipster erkoren. Ob Parmelin sich absichtlich am Trend orientierte, bleibt offen. Seine anderweitige Kleider- und Accessoire-Wahl (Stichwort: Nateltäschli) deutet eher darauf hin, dass er lieber selbst Trends setzt – mit Utensilien, die aus der Zeit gefallen sind.
Fischerhüetli zum Zweiten
Nachdem sein Fischerhut 2023 Kultstatus erlangt hatte, setzte Parmelin das Accessoire dieses Jahr erneut in Szene. Als der Bundesrat auf der Bundesratsreise mit kleinen Booten über die Rhone fuhr, wurde das ganze Gremium mit Camouflage-Aufklärerhüten der Armee ausgerüstet. Nicht so Parmelin. Er hatte den militärischen Sonnenschutz nicht nötig. Sein Fischerhut war längst fest auf seinem Kopf montiert.
Beige auf Beige
Nicht nur mit seinen Kopfbedeckungen sorgte Parmelins Modegeschmack für Aufsehen. Bei der diesjährigen Bundesratsreise in seinem Heimatkanton entschied er sich für die Farbkombination Beige auf Beige und ein ausgesprochen … gewagtes Hemd. Auch dieses führte zu einer Berichterstattung im «Tages-Anzeiger».
Der Kurzhosen-Bundesrat
Schon zu Beginn seiner Amtszeit als Bundesrat leistete er sich einen modischen Ausrutscher. Bei seiner ersten Bundesratsreise nahm Parmelin den Dresscode Casual wörtlich – zu wörtlich, mögen manche sagen. Der damalige Bundespräsident Johann Schneider-Ammann (74) führte seine Kollegen ins Berner Oberland. Bei den sommerlichen Temperaturen entschied sich Parmelin für kurze Hosen und weisse Turnschuhe. «Guy Parmelin könnte glatt als amerikanischer Tourist durchgehen», kommentierte die «Schweizer Illustrierte» damals.
Dass Parmelin immer wieder mit etwas lustigen Outfits aufkreuzte, beweist vor allem eines: seinen Humor. Nun nimmt er nach elf Jahren in der Regierung den Hut und geht in den Ruhestand. Das modische Erlebnis Parmelin wird dem Bundesrat fehlen.
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