Zürich streicht Parkplätze für Veloroute – Autofahrer toben

«Ohne Rücksicht auf andere»
Zürich streicht Parkplätze für Veloroute – Autofahrer toben
Für eine neue Veloroute in Zürich-Schwamendingen sollen öffentliche Parkplätze verschwinden. Der Automobil Club der Schweiz spricht von einem «Kahlschlag» – und hat Einsprache eingereicht.
Publiziert: vor 33 Minuten
- Für eine neue Veloroute in Zürich-Schwamendingen sollen zahlreiche öffentliche Parkplätze verschwinden
- Der Automobil Club der Schweiz (ACS) kritisiert den geplanten Parkplatzabbau und hat Einsprache eingereicht
- Der ACS bemängelt zudem sechs neue Einbahnregelungen und die geplante Breite eines Velostreifens
Sven AltermattCo-Ressortleiter Politik
Mal wieder Parkplatz-Zoff in Zürich! Die Pläne von Stadträtin Simone Brander (48, SP) sorgen bei der Auto-Lobby für Ärger. Für die geplante Velovorzugsroute durch Schwamendingen sollen laut Automobil Club der Schweiz (ACS) 153 von insgesamt 232 öffentlichen Parkplätzen aufgehoben werden – rund zwei Drittel des bisherigen Bestands.
Besonders stark betroffen sind die blauen Parkfelder: Von den bisher 195 bleiben gerade einmal 52 übrig, rechnet die Zürcher Sektion des ACS weiter vor. Sie hat deshalb Einsprache gegen das Projekt eingereicht.
Warnung vor einem «Kahlschlag»
«Jeder Verkehrsträger soll im Stadtverkehr seinen Platz haben», betont ACS-Präsidentin Ruth Enzler in einer Mitteilung. Was die Stadt plane, sei jedoch kein Ausgleich. Der ACS spricht stattdessen von einem «Kahlschlag». Besonders betroffen seien Gewerbler, Familien und Menschen mit eingeschränkter Mobilität, die auf ein Auto angewiesen seien.
Neben den Parkplatzstreichungen sieht das Projekt sechs neue Einbahnregelungen vor. Auch dagegen wehrt sich der ACS: Er befürchtet, dass Autofahrer dadurch längere Umwege fahren müssen, teilweise sogar durch eine Tempo-20-Zone. «Das Quartier wird folglich stärker von Ausweichverkehr betroffen sein», warnt die Organisation in ihrer Mitteilung weiter.
Sicherheit für Velofahrende erhöhen
Kritik übt der ACS zudem an der geplanten Breite eines Velostreifens. Mit 2,50 Metern werde die laut städtischen Standards maximal mögliche Breite ausgeschöpft, obwohl auch schmalere Streifen zulässig wären. «Auch in diesem Punkt wird offensichtlich, dass die Stadt einseitig und ohne Rücksicht auf andere Anspruchsgruppen ihre Agenda durchdrückt», kritisiert der ACS. Er fordert die Stadt deshalb auf, das Projekt zu überarbeiten.
Die geplante Velovorzugsroute soll auf 2,2 Kilometern den Schwamendingerplatz mit dem Bahnhof Stettbach verbinden. Mit dem Projekt will die Stadt die Sicherheit für Velofahrende erhöhen. Gegen die Pläne sind bereits Rechtsmittel beim Verwaltungsgericht hängig. Wann die Route umgesetzt wird, ist deshalb unklar.
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