Women's Euro Hockey Tour – Später Doppelschlag und Balzer: Versöhnlicher Abschluss für Nati

- Das Schweizer Eishockey-Nationalteam der Frauen gewinnt sein 3. Spiel an der Euro Hockey Tour in Lahti in extremis.
- Zum Abschluss des Turniers bejubelt die Auswahl von Shannon Miller gegen Tschechien einen 3:2-Sieg nach Penaltyschiessen.
- 50 Minuten lang fallen keine Tore, nach 57 Minuten holt die Nati noch einen 0:2-Rückstand auf.
In der 56. Minute deuteten alle Zeichen auf die nächste Niederlage der Schweizerinnen hin. 0:2 lag das Team von Shannon Miller hinten. Tschechien dominierte das Geschehen fast nach Belieben, das Schussverhältnis lautete drei Minuten später dann entsprechend 39:10. Doch in jenen drei Minuten zwischen der 57. und 60. Minute mobilisierte die Schweiz plötzlich ungeahnte Kräfte. Ohne Goalie Andrea Brändli, dafür mit einer sechsten Feldspielerin riskierte die Nati noch einmal alles. Und wurde prompt belohnt:
- 57. Minute: Ein Direktschuss von Stalder gelangt via Bande an den langen Pfosten. Dort kann sich Rahel Enzler durchsetzen und die Scheibe ins Tor befördern.
- 59. Minute: Tolles Tor von Sinja Leemann. Sie versorgt den Puck im nahen, hohen Eck. Plötzlich ist die Schweiz wieder im Spiel.
In der Verlängerung fiel bei 3-gegen-3 trotz einer guten Gelegenheit für die Schweiz kein Tor. So musste das Penaltyschiessen entscheiden. Dort traf Leoni Balzer als einzige Schützin. Womit sie nicht nur zur Matchwinnerin avancierte, sondern ihre Farben zugleich vor dem letzten Rang beim Vier-Nationen-Turnier bewahrte.
Vor dem Schweizer Doppelschlag hatte man fast schon das Gefühl, die Tschechinnen wollten trotz drückender Überlegenheit gar kein Tor schiessen. Dann, nach 52 Minuten, schlugen die «Löwinnen» doch noch zu – und zwar gleich doppelt. Ellen Jarabkovas Handgelenkschuss von der blauen Linie schlug im Schweizer Tor ein. Nur eine Minute später doppelte Tereza Vanisova nach. Ärgerlich: Gleich vier Schweizerinnen konnten in der Defensive nicht klären.
Nur ein Abschluss im Startdrittel
Die Tschechinnen hatten die Kontrolle übers Spiel von Beginn weg an sich gerissen und liessen die Scheibe sehenswert zirkulieren. Dennoch taten sie sich schwer damit, gefährliche Chancen zu kreieren. Und wenn doch, dann war Brändli, in der Startphase aktivste Schweizerin, zur Stelle. Sie wurde schliesslich auch zur besten Akteurin der Nati gekürt. An der Dynamik änderte auch eine Überzahlsituation für Millers Team nichts. Die neuerliche Abwesenheit der angeschlagenen PWHL-Akteurin Alina Müller war eine Erschwernis.
Trainerin Miller schien dann in der Garderobe die richtigen Worte gefunden zu haben. Die Schweizerinnen kamen nach der ersten Pause fokussierter aufs Eis zurück, Lara Stalder (24.) fand die bis dato beste Chance vor. Auf der anderen Seite scheiterte für die insgesamt immer noch überlegenen Tschechinnen Natalie Mlynkova am Pfosten (25.). Doch an Brändli führte weiterhin kein Weg vorbei.
Das blieb noch bis zur 52. Minute so. Und dann, als sie doch einmal bezwungen war, fiel der Schweiz plötzlich noch eine späte Antwort ein. Ironischerweise ohne Brändli.
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