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Monday, October 19, 2026

Erst wurde das Reh gefüttert – jetzt soll es erschossen werden

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  • In Sigirino läuft ein Reh ohne Scheu durchs Dorf. Nun ist es zum Abschuss freigegeben.
  • Eine Frau will das Tier retten und fordert die Aufnahme in eine Auffangstation für an Menschen gewöhnte Wildtiere.
  • Anwalt Christopher Jackson bezweifelt, dass sich der Kanton während der Jagdsaison damit befasst.

In der Tessiner Gemeinde Sigirino stolziert ein Reh durchs Dorf. Es hat keine Angst vor dem Kontakt mit Menschen. Einige freuen sich darüber, andere weniger. Das Tier wurde nun zum Abschuss freigegeben.

Eine Frau will dies verhindern. Sie ist sich bewusst, dass das Reh durch die Menschennähe nicht in eine andere Herde eingegliedert werden kann. Sie plädiert jedoch dafür, das Reh in einer Auffangstation aufzunehmen.

Von Menschen gefüttert

«Dieses Reh stammt aus Italien», erklärt die Frau gegenüber Tio.ch und weiter: «Es kam von Pian Cusello in die Schweiz und blieb lange Zeit in der Nähe des Monte Tamaro. Dort gab es nämlich eine Baustelle. Und das Reh wurde oft von den Arbeitern gefüttert.»

Irgendwann waren die Bauarbeiten beendet und die Baustelle wurde geschlossen. «Dann kam es nach Sigirino, wo es andere Leute fütterten», so die Retterin. Der drohende Abschuss des Tiers ärgert sie: «Es waren Menschen, die es gefüttert haben. Es ist ungerecht, dass das Reh nun dafür büssen soll.»

«Bezweifle, dass Kanton sich damit beschäftigen wird»

«Jeder sieht es auf der Strasse. Es hat keine Angst vor Menschen oder Fahrzeugen», erzählt die Anwohnerin weiter. Weil das Reh zu viele Erfahrungen mit Menschen gemacht habe, könne es nicht in die kontrollierten Herden der Region eingegliedert werden.

Was sollte deiner Meinung nach mit dem Reh gemacht werden?

Doch es gebe eine Möglichkeit, dem Tier das Leben zu retten: «Wir fordern, dass das Reh in eine Auffangstation für übermässig an den Menschen gewöhnte Wildtiere gebracht wird», sagt die Frau. «Solche Stationen gibt es sowohl in der Schweiz als auch in Italien.» Dies müsste aber der Kanton organisieren.

Christopher Jackson, Anwalt und Sekretär der Vereinigung zum Schutz und zur Verteidigung von Tieren, sieht die Forderung skeptisch: «Ich bezweifle, dass sich der Kanton mit so einer Angelegenheit befassen wird», sagt er. «Besonders während der Jagdsaison.»

Du weisst von einem Tier in Not?

Hier findest du Hilfe:

Feuerwehr, Tel. 118 (Tierrettung)

Polizei, Tel. 117 (bei Wildtieren)

GTRD, Grosstier-Rettungsdienst, Tel. 079 700 70 70 (Notruf)

Tierquälerei:

Simon Misteli

Simon Misteli (sim), Jahrgang 1995, arbeitet seit 2024 als Redaktor am Newsdesk. Dabei schreibt er über verschiedenste Themen mit einem Fokus auf Auslandsgeschichten.

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