Touristin will Boeing starten sehen – und wird schwer verletzt

Darum gehts
- Am Flughafen Skiathos sind innert weniger Tage zwei italienische Touristinnen vom Luftstrom startender Flugzeuge zu Boden geschleudert worden.
- Eine 52-Jährige erlitt am 10. August eine Hirnblutung und ein schweres Schädel-Hirn-Trauma und wurde in ein Spital in Volos verlegt.
- Nur drei Tage später zog sich eine weitere Frau an derselben Stelle eine schwere Armfraktur zu.
Der Flughafen der griechischen Insel Skiathos ist bei Aviatikfans berühmt-berüchtigt. Nun sind innerhalb weniger Tage zwei italienische Touristinnen durch den starken Luftstrom startender Flugzeuge zu Boden geschleudert worden.
Der erste Unfall ereignete sich bereits am 10. August gegen 13.15 Uhr. Eine 52-Jährige hielt sich nahe der Begrenzungsmauer der Piste auf, als eine Boeing 737 der TUI Airways zum Start ansetzte. Der starke Luftstrom der Triebwerke erfasste sie und schleuderte sie auf den Asphalt. Videos des Vorfalls kursieren nun in den sozialen Medien.
Hirnblutung und ein schweres Schädel-Hirn-Trauma
Rettungskräfte brachten die schwer verletzte Touristin zunächst in das Gesundheitszentrum von Skiathos. Dort wurde eine Computertomografie durchgeführt. Wegen ihrer schweren Verletzungen wurde sie anschliessend auf das griechische Festland in ein Spital in Volos verlegt.
Nach Angaben lokaler Medien erlitt die 52-Jährige eine Hirnblutung und ein schweres Schädel-Hirn-Trauma.
Zweiter Unfall nur drei Tage später
Nur drei Tage später kam es praktisch an derselben Stelle zu einem weiteren Zwischenfall, wie der «Corriere della Sera» berichtet. Eine etwa 50-jährige Italienerin sei ebenfalls vom Luftstrom eines Flugzeuges erfasst worden, das sich auf den Start vorbereitet habe.
Auch sie sei zu Boden gestürzt und habe sich dabei eine schwere Fraktur am Arm zugezogen. Die Frau sei im Gesundheitszentrum auf Skiathos behandelt worden.
Soll der Zugang zum Plane-Spotting-Spot auf Skiathos stärker eingeschränkt werden?
Flughafen ist bei «Plane Spottern» beliebt
Der Flughafen von Skiathos ist für seine spektakuläre Lage bekannt. Die Start- und Landebahn liegt direkt am Meer und grenzt an eine öffentliche Strasse. Zahlreiche Touristinnen und Touristen stellen sich deshalb täglich in unmittelbarer Nähe auf, um startende und landende Flugzeuge aus nächster Nähe zu beobachten.
Der Ort gilt als einer der bekanntesten «Plane-Spotting»-Punkte Europas – gleichzeitig aber auch als besonders gefährlich. Warnschilder weisen auf die Risiken hin. Trotzdem halten sich immer wieder Menschen nahe der Piste auf und nehmen damit ein grosses Risiko in Kauf.
Jonas Bucher ist Blattmacher und stellvertretender Co-Leiter des Newsdesks bei 20 Minuten. Er ist seit 25 Jahren in der Medienbranche tätig und 20 Minuten stets treu geblieben.
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