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Saturday, September 19, 2026

Geisterflughafen soll für 82,2 Mio. Franken flottgemacht werden

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  • Der Midway Atoll Airport wird selten angesteuert.
  • Trotzdem fordern mehrere Airlines nun seine Sanierung. Die Kosten werden auf rund 100 Millionen Dollar geschätzt.
  • Der Grund: Der Flughafen ist ein wichtiger Notfallflughafen im Pazifik.

Der Midway Atoll Airport sagt den wenigsten Menschen etwas. Auch das Kürzel MDY dürfte noch nie jemand auf seinem Flugticket stehen gehabt haben. Denn von Linienflügen wird der auch Henderson Airfield genannte Flughafen schon seit dem Jahr 1940 nicht mehr angesteuert.

Auch für die Zukunft gibt es keine derartigen Pläne. Trotzdem appellieren jetzt mehrere Airlines ans US-Verkehrsministerium, viel Geld in die Hand zu nehmen und den Flughafen im grossen Stil zu sanieren, wie «Aerotelegraph» berichtet. Von rund 100 Millionen Dollar ist die Rede – rund 82,2 Millionen Franken.

Das Atoll ist Heimat von Vögeln

Das ist viel Geld für einen Flugplatz, der gut und gerne als Geisterflughafen durchgehen könnte: Das Midway Atoll steht seit 1996 unter Kontrolle der Umweltbehörde US Fish and Wildlife Service. Rund drei Millionen Seevögel brüten hier, darunter die weltweit grösste Population von Albatrossen. Flugpassagiere gelangen eher selten dorthin. Und wenn, dann unfreiwillig.

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Unfreiwillig nach Midway: Wie das?

MDY dient als Notfall- und Ausweichflughafen für Transpazifikflüge. Das hängt mit den sogenannten Etops-Flugregelungen zusammen. Diese besagen, wie lange Flugzeuge bei einem Flug über Meer oder unbewohntes Gebiet maximal vom nächsten Airport entfernt sein dürfen. «Bei Etops 180 sind es beispielsweise 180 Minuten», schreibt «Aerotelegraph». Kommt es beim Überflug des Nord- oder Zentralpazifiks zu einem Notfall, werden die Maschinen zum Henderson Airfield umgeleitet. Zwischen 2003 und 2021 war das laut der US-Flugbehörde FAA (Federal Aviation Administration) nur elfmal der Fall.

Warum braucht es jetzt Millionen von Dollar?

So wichtig der Midway Atoll Airport für die moderne Luftfahrt ist, so dringend müsste er generalüberholt werden. Zwar werden jedes Jahr rund 5,1 Millionen Dollar (etwa 4,2 Millionen Franken) für die Instandhaltung der rund 2400 Meter langen Start- und Landebahn ausgegeben. Laut FAA braucht es in naher Zukunft jedoch eine umfassende Sanierung. Neben der Piste müsste auch die Ufermauer repariert werden. Für den Transport des Baumaterials könnten zudem Arbeiten an der Hafeninfrastruktur nötig werden. Dann würde noch mehr Geld benötigt werden.

MDY-Wegfall wäre Problem für Pazifik-Flugverkehr

Für die Rieseninvestition sprechen sich laut «Aero South Pacific» etwa Japan Airlines und Zip Air aus. «MDY ist ein wichtiger Flughafen für unsere Pazifikflüge, insbesondere für unsere Hawaii-Routen», zitiert das Portal aus einem Schreiben an das US-Verkehrsministerium. «Eine Nichtverfügbarkeit von MDY hätte gravierende Auswirkungen auf unseren Flugbetrieb und wäre ehrlich gesagt inakzeptabel.»

Ähnlich tönt es von Seiten von Boeing: Der Wegfall von Midway würde in Verbindung mit der Schliessung anderer Etops-Ausweichflughäfen aus Gründen wie Wetter oder Wartungsarbeiten «den gesamten Flugverkehr auf den Nordpazifikrouten praktisch zum Erliegen bringen», heisst es in einem Schreiben von Anfang September.

Wusstest du, dass es Notfall- und Ausweichflughäfen gibt?

Laut «Aerotelegraph» haben sich auch Alaska Airlines, Westjet, Air Premia, Eva Air, Starlux Airlines sowie die US-Charterairline National Airlines für die Erhaltung von MDY ausgesprochen. Von einem Wegfall von MDY wären vor allem Verbindungen zwischen Japan, Hawaii und der nordamerikanischen Westküste betroffen.

Und nun: Wie ist der Stand?

Medienberichten zufolge prüft die US-Regierung derzeit, ob es sich lohnt, mehr als 100 Millionen US-Dollar für die Modernisierung und Sanierung auszugeben. Die FAA gibt an, sich der Bedeutung von Midway für die Flugplanung bewusst zu sein und bestätigt, dass der Flughafen derzeit für die Flugplanung von zehntausenden von Passagier-, Fracht- und Militärflügen über den Pazifik jedes Jahr genutzt wird. Die Behörde betont aber auch, dass es eine Reihe anderer Ausweichflughäfen gebe, darunter Wake Island Airfield (AWK), Eareckson Air Station (SYA) und Majuro (MAJ). Dann würde jedoch allein auf der Strecke Honolulu–Tokio jährlich mehr als eine Million zusätzliche Gallonen Kerosin verbraucht werden, wie Focus.de berechnete.

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Fee Anabelle Riebeling

Fee Anabelle Riebeling (fee) arbeitet seit 2014 für 20 Minuten. Sie ist stv. Leiterin Wissen/AI, Data und Leiterin des Fachgremiums Faktencheck & Verifikation.

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