Hotelier von Welt – Diesem Hotelier vertraute Céline Dion ihre Schwangerschaft an

In seinem Garten in Florida kommt immer mal wieder ein Alligator zu Besuch. Nik Leuenberger nimmt es gelassen. Der 72-Jährige hat in seinem Leben schon einige Stresssituationen erlebt: Er leitete Hotels in Hongkong, Peking und New York und führte tausende Mitarbeitende.
Als General Manager eines der grössten Hotels in China musste Leuenberger einmal 12'000 Bewerberinnen und Bewerber empfangen, die sich für eine Stelle interessierten. «Da haben wir gesagt: Meine Güte, das können wir ja nicht organisieren», erinnert er sich.
Céline Dion umarmte mich mit den Worten ‹Nik, Nik, Nik, ich bin endlich schwanger!›
Kurzerhand organisierte der gebürtige Oberaargauer ein Sportstadion, um die Vorstellungsgespräche durchzuführen. Mit Megafon versuchte das Team, den Ansturm zu bewältigen.
Damals waren rund 3000 Mitarbeitende für das Hotel tätig. «Jeden Morgen hatte ich ein Meeting mit 40 Personen und die habe ich den ganzen Tag nicht mehr gesehen», sagt Leuenberger. Der Betrieb sei sehr zeitaufwendig gewesen, aber auch sehr schön.
Einer der jüngsten Hoteldirektoren
Dabei hatte Nik Leuenbergers Karriere einst ganz unspektakulär in der Schweiz begonnen: mit einer Ausbildung an der Hotelfachschule und dem Wunsch, die Welt zu entdecken. Dieser Wunsch führte den Wahlamerikaner in Hotels auf der ganzen Welt. Er eröffnete, führte und sanierte Hotels in den verschiedensten Ländern der Welt.
Eines davon war das bekannte «The Peninsula» an der Fifth Avenue in New York. Bereits mit 30 Jahren war er Hoteldirektor und gehörte damit zu den jüngsten in dieser Position. Eine der Stammgästinnen war Superstar Céline Dion: Teils übernachtete sie monatelang dort.
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Bild 1 von 2. Céline Dion ging im «The Peninsula» in New York ein und aus. Bildquelle: IMAGO / ZUMA Globe.
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Bild 2 von 2. Das Haus hiess zwischenzeitlich «Maxim's de Paris», bevor es von der Peninsula-Gruppe übernommen wurde. Viele New Yorker kennen das Gebäude deshalb noch unter seinem früheren Namen. Bildquelle: IMAGO / Depositphotos.
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An die Begegnung mit ihr erinnert sich Leuenberger bis heute: «Eines Tages kam sie die Treppe herauf, hat mich umarmt und gesagt: ‹Nik, Nik, Nik, ich bin endlich schwanger!›, sie meinte, weil es in unserem Hotel passiert sei, würde es ihr immer in Erinnerung bleiben.»
Dass dieser Beruf kein gewöhnlicher ist, zeigte sich auch beim Arbeitsrhythmus. 14 Jahre lang stand Leuenberger jeden Morgen um vier Uhr auf und machte sich auf den Weg in die Stadt.
Der Hotel-Experte setzt aufs Menschliche
Leuenberger war das Menschliche immer besonders wichtig. Dabei nahm er sich ein Vorbild an der Gastfreundschaft in Thailand: «Auch wenn das Hotel vom Gebäude her nicht perfekt ist, vom Menschlichen her kann man sehr viel vermitteln, das die Menschen schätzen.»
Viele Menschen denken, es sei sehr einfach, ein Hotel zu führen – aber es ist eben nicht so einfach.
Diese Haltung hat der gebürtige Aargauer bis heute nicht abgelegt. Inzwischen ist er zwar pensioniert, berät aber weiterhin Hotels und Hotelprojekte auf der ganzen Welt. Es gebe viele wohlhabende Privatpersonen, die Hotels kaufen – aber keine Ahnung von der Führung hätten. «Viele Menschen denken, es sei sehr einfach, ein Hotel zu führen – aber es ist eben nicht so einfach», meint der Hotelier.
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Bild 1 von 4. Nik Leuenberger lebt mit seiner Frau seit über zehn Jahren in Punta Gorda, Florida, zusammen mit Graupapagei «Tiki»: «Den haben wir übernommen. Er ist schon 32 Jahre alt, die werden sehr alt!». Bildquelle: zVg.
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Bild 2 von 4. Der Name Punta Gorda stammt aus dem Spanischen und bedeutet wörtlich «dicke Landzunge» oder «breites Kap». Bildquelle: zVg.
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Bild 3 von 4. Die Region gilt als beliebter Wohn- und Ferienort für Ruheständler und Bootsfahrer. Bildquelle: zVg.
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Bild 4 von 4. Mit solchen Besuchen muss man in Florida rechnen. Bildquelle: zVg.
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Inzwischen reist der 72-Jährige aber nicht mehr so viel um die Welt. Seit 34 Jahren lebt er mit seiner Frau und seinen Töchtern in der kleinen Hafenstadt Punta Gorda in Florida.
Begegnungen mit Céline Dion oder Vorstellungsgespräche im Sportstadion stehen jedoch nicht mehr auf der Tagesordnung.
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