So lief die Rettungsaktion der Schweizer Ebola-Patientin ab

- Die Rega hat am Montag eine an Ebola erkrankte Schweizerin und ihren Ehemann in die Schweiz zurückgebracht.
- Der Transport erfolgte in einer Patienten-Isolationseinheit (PIU), der Ehemann reiste aus Vorsicht in einer zweiten PIU.
- Die Patientin wird im Universitätsspital Genf behandelt, nachdem sie sich offenbar in Uganda angesteckt hat.
Eine Schweizerin ist offenbar nach einer Reise nach Uganda an Ebola erkrankt und wird nun im Universitätsspital Genf behandelt. Die Rückführung von ihr und ihrem Ehemann wurde am Montag durchgeführt. Die Rega nutzte dazu eine Patienten-Isolationseinheit (PIU), wie sie am Dienstag in einer Mitteilung erklärt. «Aus Vorsichtsgründen wurde auch die Kontaktperson während des Transports in einer zweiten PIU isoliert.»
Es handelt sich um eine chemiedichte Schutzhülle, die vor Ansteckung schützt und zusammen mit einem akribisch beschriebenen und regelmässig trainierten Ablauf den sicheren Transport von Personen mit hochinfektiösen Krankheiten wie Ebola, COVID-19 oder anderen hochansteckenden Virusinfektionen ermöglicht.
Über 100 Transporte sind erfolgt
Der Rega-Chefarzt wollte eine Lösung schaffen, die hochinfektiöse Patienten während des gesamten Transports isoliert und gleichzeitig die Crew von Schutzanzügen befreit. Doch die Umsetzung war komplex: Die Patientenversorgung musste gewährleistet sein, ohne die Isolation zu unterbrechen.
Auch die Frischluftzufuhr und die Sicherheit bei plötzlichem Druckabfall in der Kabine stellten Herausforderungen dar, für die unter anderem das Engineering-Team der Rega Lösungen finden musste. Zwei Hochleistungs-Partikelfilter am Fuss- und am Kopfende der PIU reinigen die kontaminierte Luft und geben sie keimfrei an die Umgebung ab. Damit lässt sich nicht nur im Aussenraum, sondern auch im Inneren keimfreie Luft garantieren.
Über 100 Transporte sind erfolgt
«Die medizinische Crew kann den Patienten oder die Patientin während des gesamten Fluges behandeln, ohne sich selbst oder die Cockpitcrew einem Infektionsrisiko auszusetzen», schreibt die Rega. Entwickelt wurde die PIU während der Ebola-Epidemie 2014 in Westafrika.
Vor der Entwicklung der PIU hatten die Rettungskräfte kaum ein zuverlässiges Konzept für luftgestützte Transporte von hochinfektiösen Patienten, und die Rega-Crews mussten beim Transport von solchen Patienten während der gesamten Flugzeit Schutzkleidung tragen – selbst die Piloten im Cockpit.
Trinken oder Essen im Flugzeug war nicht möglich. Zudem musste der gesamte Jet nach einem solchen Einsatz aufwendig desinfiziert und gelüftet werden – und stand während dieser Zeit nicht für andere Patienten zur Verfügung.
Die Rega transportiert regelmässig Patientinnen und Patienten mit hochansteckenden Krankheiten. Inzwischen sind es mehr als hundert Patientinnen und Patienten.
Folgst du schon 20 Minuten auf Whatsapp?
Eine Newsübersicht am Morgen und zum Feierabend, überraschende Storys und Breaking News: Abonniere den Whatsapp-Kanal von 20 Minuten und du bekommst regelmässige Updates mit unseren besten Storys direkt auf dein Handy.
Justin Arber (jar), Jahrgang 1999, arbeitet seit 2022 als Redaktor am Newsdesk. Zeitweise übernimmt er da die Schichtleitung im Früh- und Spätdienst.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.
