Es gibt 5 Arten zu streiten – welche ist deine?

Du willst die Ferien am Meer verbringen, dein Partner lieber in den Bergen. Eine Freundin kommt ständig zu spät, dein Arbeitskollege schiebt dir Aufgaben zu. Konflikte unterscheiden sich – doch deine Art zu streiten lässt sich meist auf zwei Faktoren herunterbrechen: Wie wichtig sind mir meine eigenen Bedürfnisse? Und wie stark berücksichtige ich die des Gegenübers?
Was findest du bei einem Konflikt am schlimmsten?
Genau auf diesen beiden Achsen – Durchsetzungsvermögen und Kooperationsbereitschaft – basiert das Thomas-Kilmann-Modell. Es unterscheidet fünf Arten, mit Konflikten umzugehen. Das bedeutet nicht, dass wir bei jedem Konflikt auf die gleiche Herangehensweise setzen: Menschen bevorzugen zwar oft bestimmte Strategien, können aber je nach Situation wechseln. Und: Keiner der fünf Stile ist «besser» als die anderen.
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Wenn du dich durchsetzt (Competing)
«Nein, ich übernehme deine Schicht dieses Wochenende nicht schon wieder.» Wer im Wettbewerbsmodus ist (Competing), vertritt die eigenen Interessen deutlich und nimmt dabei wenig Rücksicht darauf, was das Gegenüber möchte.
Das klingt schnell unsympathisch, kann aber sinnvoll sein: etwa wenn wenig Zeit bleibt, eine Grenze überschritten wird oder du eine Entscheidung verantworten musst. Problematisch wird der Stil, wenn aus jeder Meinungsverschiedenheit ein Machtkampf wird. Wer immer gewinnen muss, lässt dem Gegenüber kaum Raum.
Wenn du lieber nachgibst (Accommodating)
Deinem Date ist das Restaurant wahnsinnig wichtig, dir eigentlich nicht. Also gehst du mit, obwohl du selbst anders gewählt hättest. Beim Nachgeben stehen die Bedürfnisse der anderen Person stärker im Vordergrund als die eigenen.
Das kann grosszügig und pragmatisch sein. Wer aber ständig zurücksteckt, riskiert, dass die eigenen Wünsche kaum noch vorkommen. Gerade in Beziehungen kann aus scheinbarer Harmonie irgendwann Frust werden.
Wenn du dem Streit aus dem Weg gehst (Avoiding)
Die Nachricht in der WG-Gruppe nervt dich, aber du antwortest lieber morgen. Oder gar nicht. Vermeiden bedeutet, weder die eigenen noch die fremden Interessen aktiv zu verfolgen.
Das muss nicht feige sein. Ist ein Thema nebensächlich oder sind gerade alle zu hässig für ein vernünftiges Gespräch, kann Abstand helfen.
Selbst in der Forschung ist Vermeiden nicht automatisch der schlechte Stil: Eine Studie mit Arbeitsteams fand bei persönlichen Beziehungskonflikten sogar einen Zusammenhang zwischen Vermeidung und besserem Funktionieren der Teams. Die Forschenden vermuteten, dass offene Konfrontation bei solchen Konflikten vom gemeinsamen Ziel ablenken kann.
Wenn ihr gemeinsam das eigentliche Problem sucht (Collaborating)
Ihr streitet seit Wochen darüber, wer häufiger putzt. Beim Zusammenarbeiten wäre die Lösung nicht einfach ein neuer Putzplan. Erst geht es darum, herauszufinden, was wirklich dahintersteckt: Fühlt sich eine Person allein verantwortlich? Hat die andere tatsächlich weniger Zeit?
Dieser Stil nimmt die eigenen Bedürfnisse ebenso ernst wie die des Gegenübers. Er kann deshalb besonders bei komplexen Problemen und wichtigen Beziehungen helfen. Der Haken: Er braucht Zeit, Offenheit und die Bereitschaft beider Seiten, sich aufeinander einzulassen.
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Wenn ihr euch in der Mitte trefft (Compromising)
Du willst zehn Tage Städtereise, deine Freundin zehn Tage Strand. Am Ende werden es fünf und fünf. Beim Kompromiss bekommen beide etwas, aber niemand alles.
Das ist oft die schnellste Lösung, wenn Interessen ähnlich wichtig sind und nicht jedes Detail ausdiskutiert werden muss. Allerdings ist die Mitte nicht automatisch die beste Lösung. Manchmal geben beide etwas auf, obwohl mit mehr Zeit eine Variante möglich wäre, die besser zu beiden passt.
In welchem Konflikttyp erkennst du dich am meisten wieder? Wechselst du oft zwischen verschiedenen hin und her?
Meret Steiger (mst), arbeitet seit 2016 für 20 Minuten. Sie ist Redaktorin für Living und Auto & Mobilität und berichtet über Wohnen, Einrichten und Architektur.
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