«Er tut mir leid» – Patrick Fischer äussert sich zu Fall Xhaka

- Ex-Eishockey-Nati-Trainer Patrick Fischer äussert sich bei TeleZüri zum Covid-Zertifikat-Geständnis von Granit Xhaka.
- Fischer zeigt Verständnis und betont: «Es ist sein Leben» – er plädiert für mehr Nachsicht statt Vorverurteilung.
- Auch Fischer ist selbst betroffen: Der IIHF sperrte ihn wegen eines gefälschten Covid-Zertifikats an den Winterspielen 2022 für vier Jahre.
Das Geständnis von Granit Xhaka sorgt weiterhin für Diskussionen. Der Schweizer Nati-Captain gab bekannt, ein gefälschtes Covid-Zertifikat gekauft zu haben. Nun äusserte sich mit Patrick Fischer ein Mann, der selbst weiss, wie es ist, mit einem solchen Fall unter Druck zu geraten.
Der frühere Trainer der Schweizer Eishockey-Nati sprach bei «TalkTäglich» auf TeleZüri über Xhaka und seine eigene Geschichte. Fischer sagt, ihm tue der Fussballer leid. «Ich hoffe, dass er nicht so lange durch das Gleiche muss», erklärt der 51-Jährige. Kontakt zu Xhaka habe er zwar keinen gehabt. Trotzdem könne er dessen Haltung zumindest teilweise nachvollziehen.
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Fischer fordert respektvollen Umgang
Xhaka habe von Misstrauen gegenüber der Corona-Impfung gesprochen, sagt Fischer. Für ihn sei wichtig, dass Menschen ihre Meinung sagen dürfen. «Es ist sein Leben», betont der Zuger. Fischer fordert, dass in der Debatte nicht nur bewertet, sondern auch erklärt werde. Gerade bei emotionalen Themen wie Corona sei ein respektvoller Umgang aus seiner Sicht zentral.
Der ehemalige Eishockey-Profi plädiert für mehr Verständnis auf beiden Seiten. Viele Menschen würden andere zu schnell abstempeln, findet er. Mit besserer Aufklärung und etwas mehr Nachsicht liesse sich einiges entschärfen. «Wir müssen etwas mehr vergeben, mehr Verständnis aufbringen», sagt Fischer.
Positive erste Signale des Verbands
Ob Xhaka nach dem Fall wieder für die Schweizer Nati auflaufen kann, ist noch offen. Fischer hofft aber, dass dies möglich wird, sofern der Mittelfeldspieler selbst zurückkehren will. Die bisherigen Signale des Verbands bewertet er positiv. Für ihn steht fest: Xhaka werde die schwierige Phase überstehen und daraus Konsequenzen ziehen.
Auch Fischer muss sich weiterhin mit den Folgen seines eigenen Zertifikat-Falls beschäftigen. Er reiste mit einem gefälschten Dokument an die Olympischen Winterspiele 2022 in Peking. Der Internationale Eishockeyverband IIHF sperrte ihn deshalb für vier Jahre. Gegen diesen Entscheid wehrt sich Fischer vor dem Sportgericht.
Was erwartest du von der Debatte um gefälschte Covid-Zertifikate heute?
Eine rasche Rückkehr an die Bande steht für ihn ohnehin nicht im Vordergrund. Fischer sagt, er habe unabhängig vom Verfahren eine Pause vom Eishockey geplant. Während sein eigener Fall juristisch weiterläuft, blickt er nun mit viel Mitgefühl auf Nati-Captain Xhaka.
Reto Bollmann (bre), Jahrgang 1991, verstärkt seit Ende 2021 als Redaktor den Newsdesk von 20 Minuten. Eine Vorliebe hat er für politische, wissenschaftliche und geschichtliche Themen.
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