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Monday, October 19, 2026

Schweizer Flüsse – Hitzesommer schlägt auf Stromproduktion

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270 Kubikmeter Rheinwasser pro Sekunde fliessen zurzeit beim Kraftwerk Birsfelden BL durch die Turbinen. Das klingt nach viel – sei aber «beängstigend wenig», erklärt Sasha Jäger, Direktor des Kraftwerks in Birsfelden, direkt neben Basel. Es ist das grösste Laufkraftwerk in der Schweiz und versorgt 150'000 Haushalte mit Strom, also rund 17 Prozent aller Haushalte im Grossraum Basel.

Innenansicht eines Gebäudes mit grossen Fenstern und einem Modell in der Mitte.
Legende: Einer der vier Generatoren im Kraftwerk Birsfelden – aktuell sind nur zwei davon in Betrieb. Keystone/Christian Beutler

Ein Laufkraftwerk – oder Laufwasserkraftwerk – nutzt die natürliche Strömung eines Flusses, um Strom zu erzeugen. Das fliessende Wasser treibt eine Turbine an, die mit einem Generator verbunden ist und elektrische Energie erzeugt. Im Gegensatz zu einem Speicherkraftwerk (wie z.B. bei Stauseen) wird dabei kaum Wasser gespeichert, sondern laufend durch das Kraftwerk geleitet. Laufkraftwerke liefern relativ kontinuierlich Strom, solange genügend Wasser im Fluss vorhanden ist.

Das Kraftwerk Birsfelden hätte eigentlich Kapazität für bis zu 1500 Kubikmeter Wasser pro Sekunde, also für fünfmal mehr. Sasha Jäger macht darum düstere Prognosen: «Das Jahr 2026 wird wohl das schlechteste Produktionsjahr.»

Der Rhein führte wegen des Hitzesommers bis zu 65 Prozent weniger Wasser. Die Stromproduktion sei darum im Zehnjahres-Vergleich um ein Drittel eingebrochen.

Kraftwerk Birsfelden BL

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  • Bild 1 von 2. Weniger Wasser im Rhein, bedeutet weniger Wasser in den Turbinen des Kraftwerks. Bildquelle: Keystone/Gaetan Bally.

    Industriegebäude mit zickzackförmigen Dach, gespiegelt in ruhigem Wasser.
  • Bild 2 von 2. Momentan führt der Rhein nur ein Drittel der normalen Wassermenge. Die Stromproduktion ist im letzten Quartal deutlich zurückgegangen. Bildquelle: Keystone/Gaetan Bally.

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Auch die BKW Energie AG mit Sitz in Bern vermeldet Schwierigkeiten. Auf SRF-Anfrage schreibt sie: «Aufgrund der Trockenheit lag die Stromproduktion (…) im ersten Halbjahr 2026 deutlich unter dem langjährigen Mittel.» Genaue Zahlen gibt die BKW zurzeit aber nicht bekannt.

Kanton setzt auf Kleinkraftwerke

Trotz dieser Herausforderungen sucht der Kanton Basel-Land zurzeit Betreiber für sechs kleine Laufkraftwerke. Diese neuen Kraftwerke liegen entlang den Flüssen Birs und Ergolz – diese Flüsse waren im Sommer zeitweise nicht mehr als Rinnsale. Macht es in der heutigen Zeit also überhaupt noch Sinn, auf kleine Laufkraftwerke zu setzen?

Wir sehen keinen Standort, wo ein Kraftwerk dieser Grösse rentabel betrieben werden könnte.

Norbert Beckert, Leiter der Energieproduktion der Elektra Baselland (EBL), findet klare Worte: «Diese Projekte sind für uns nicht interessant», sagt Beckert.

«Wir sehen heute in der Region keinen Standort, wo ein Kraftwerk dieser Grössenordnung nochmals rentabel gebaut und betrieben werden könnte.» Die Baukosten seien zu hoch und die Baubewilligungsverfahren zu kompliziert.

Die EBL betreibt bereits ein kleineres Kraftwerk in der Gemeinde Zwingen BL. Es ist das neueste in der Region und wurde vor fünf Jahren eröffnet. Das Kraftwerk musste diesen Sommer für zwei Monate abgestellt werden. Damit habe die EBL aber gerechnet, das Kraftwerk sei auf die Wassermengen in den Wintermonaten ausgelegt. Beckert rechnet darum auch damit, dass sich das Werk in Zwingen in Zukunft rechnen wird.

Mit Sommertrockenheit musste man schon immer rechnen.

Hydrologin Bettina Schaefli ist bei neuen Kraftwerken weniger kategorisch: «Wie sinnvoll das ist, hängt von der Situation ab.»

Im Mittelland sei das schon länger ein Thema: «Mit Sommertrockenheit musste man immer rechnen.» Die Kraftwerke dort seien oft, wie auch das EBL-Werk in Zwingen, gezielt auf die Stromproduktion im Winter ausgelegt.

Kleinere, dezentrale Standorte hätten nämlich den Vorteil, dass sie mehr Versorgungssicherheit bieten, sagt Schaefli. Vor dem Bau gelte es jeweils abzuklären, wie zuverlässig ein Kraftwerk auch in Zukunft Energie liefern kann. Das müsse dann gegen den Eingriff ins Ökosystem abgewogen werden – denn es werde quasi ein Hindernis in den Fluss gebaut und das verändere die Dynamik im Ökosystem.

Wenn Laufkraftwerke aber richtig dimensioniert sind, lohnen sie sich durchaus, so die Einschätzung von Hydrologin Schaefli. Ob solche Kraftwerke auch in der Region Basel entstehen und ob gleich alle geplanten sechs Werke gebaut werden, das ist im Moment noch ungewiss.

Regionaljournal Basel, 19.10.2026, 17:30 Uhr ;  glam/garl;ledn;liea

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