Kampf gegen Hunger kommt weltweit kaum voran

- 266 Millionen Menschen waren 2025 laut Aktion gegen den Hunger von hoher akuter Ernährungsunsicherheit betroffen.
- Der Welthunger-Index steigt erstmals seit 2018 wieder, in 32 Ländern hat sich die Lage verschlechtert.
- Die FAO meldet einen leichten Rückgang des chronischen Hungers auf 645 Millionen Menschen, misst aber anders.
Der Kampf gegen den Hunger kommt weltweit kaum noch voran. In Afrika südlich der Sahara hat sich die Lage seit 2018 sogar verschlechtert. Sieben der acht als alarmierend eingestuften Länder liegen dort, ebenso die drei grössten erfassten akuten Ernährungskrisen weltweit. Das zeigen zwei Berichte vor dem Welternährungstag am 16. Oktober.
Der von der Welthungerhilfe und zwei Partnerorganisationen veröffentlichte Welthunger-Index stieg im Vergleich zu 2018 erstmals in der bis 2000 zurückreichenden Datenreihe wieder an. In 32 Ländern verschlechterte sich die Hungersituation, in 20 weiteren gab es kaum Fortschritte. Der Index berücksichtigt Unterernährung sowie Mangelernährung und Sterblichkeit bei Kindern.
Bewaffnete Konflikte als Hauptgrund
Laut einer Auswertung der Hilfsorganisation Aktion gegen den Hunger waren 2025 in 47 erfassten Ländern und Gebieten rund 266 Millionen Menschen von hoher akuter Ernährungsunsicherheit betroffen. Zwei Drittel davon lebten in nur zehn Ländern. Hauptursachen sind demnach bewaffnete Konflikte, die Menschen vertreiben und ihre Lebensgrundlagen zerstören. Dürren, Überschwemmungen und hohe Lebensmittelpreise verschärfen die Not.
Zugleich sank die Finanzierung humanitärer Ernährungshilfe in Krisengebieten nach Angaben der Organisation zwischen 2022 und 2025 um 59 Prozent. Dadurch müssen Hilfsprogramme eingeschränkt werden, die Krisen werden weniger gut erfasst. Die UN-Ernährungsorganisation FAO meldete zwar einen leichten weltweiten Rückgang chronischen Hungers auf 645 Millionen Menschen im Jahr 2025. Die Zahl beruht jedoch auf einer anderen Messgrösse als die Erfassung akuter Ernährungskrisen.
Welche Krise erscheint dir als grösste Hürde im Kampf gegen Hunger?
Darum wurde das Kommentarfeld deaktiviert
Yasmin Rosner (roy), Jahrgang 1980, arbeitet seit 2017 für 20 Minuten im Newsdesk als Nachtschicht vom Ausland aus.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.
