Umfrage zeigt: AfD ist jetzt Volkspartei – CDU auf Rekordtief

- Die AfD erreicht in einer Insa-Umfrage erstmals 30 Prozent bundesweite Unterstützung und ist damit stärkste Partei.
- Gleichzeitig fällt die Union auf ein Rekordtief von 18 Prozent, die SPD verweilt auf 14 Prozent.
- Damit würde die jetzige Regierungskoalition nicht mehr die nötige Hürde zur Mehrheit überwinden.
Die AfD erreicht in einer Insa-Umfrage über die bundesweite Unterstützung der Parteien erstmals die 30-Prozent-Marke. Gleichzeitig fällt die Union auf ein Rekordtief. CDU und CSU verlieren einen Punkt und kommen nur noch auf 18 Prozent.
Von Rekord kann allerdings nur im Rahmen der Insa-Umfrage gesprochen werden. Einzelne andere Institute haben diese Werte schon gemessen: So lag die Union Mitte September bereits bei YouGov bei 18 Prozent und die AfD zur selben Zeit beim Institut GMS bei 30.
In der aktuellen Erhebung unter 1202 Befragten liegen SPD (unverändert) und Grüne (minus eins) gleichauf bei 14 Prozent. Die Linkspartei verharrt bei 10 Prozent. BSW und FDP liegen mit je vier Prozent unter der Fünf-Prozent-Marke.
Umfragen stimmen nicht immer
CDU-SPD-Koalition würde nicht mehr funktionieren
Gemeinsam würden die Union und die SPD laut der Insa-Umfrage auf 32 Prozent kommen. Würde an diesem Sonntag gewählt werden, würde es die derzeitige Regierungskoalition also nicht mehr auf eine Mehrheit der Stimmen kommen.
Da insgesamt 14 Prozent der Stimmen auf Parteien entfallen, die an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern würden, sind rechnerische Mehrheiten bereits mit mehr als 43 Prozent möglich. Selbst diese Hürde würden CDU und SPD nicht mehr erreichen. Wegen der sogenannten «Brandmauer» wollen die deutschen Parteien keine Koalition mit der AfD eingehen, weshalb mit den Insa-Zahlen nur noch eine Dreierkoalition aus CDU, SPD und Grünen die 43 Prozent übersteigen würde.
«CDU und SPD werden den Trend kaum mehr drehen können»
Hermann Binkert ist der Chef von Insa-Consulere – dem Institut, das die Umfrage gemacht hatte. Der ehemalige CDU-Politiker sieht sich wenig zuversichtlich für seine Partei. «Union und SPD werden diesen Negativtrend nicht mehr substanziell drehen können», sagte er gegenüber dem Tagesspiegel.
Zu seinem Pessimismus trägt auch eine weitere Kennzahl aus der Umfrage bei: 79 Prozent der Befragten geben an, unzufrieden mit der Arbeit der Regierung und von Merz zu sein.
«Unerträgliche Demagogie extremistischer Kräfte»
In der Rede zum Tag der deutschen Einheit warnte der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier vor einer «unerträglichen Demagogie extremistischer Kräfte».
«Ich habe unsere Demokratie für gesichert gehalten und muss erfahren, dass sie jedenfalls neu angefochten wird», räumte er ein. «Ich will es offen sagen: Ich war nicht darauf gefasst, als demokratischer Politiker sogar noch die rechtsstaatliche Demokratie selbst, unseren Pluralismus und die Grundrechte unserer Verfassung verteidigen zu müssen.»
Steinmeier sprach von einer «wirklich tiefgreifenden Krise» in Deutschland. «Die unerträgliche politische Demagogie extremistischer Kräfte, die eine Lust an der Zerstörung ausleben und andere Menschen verhöhnen und bedrohen, das gefährdet nicht nur Freiheit und Demokratie – das gefährdet unsere innere Einheit.»
Er beschrieb einen Teufelskreis, den er beobachte: «Populistische Parteien aller Couleur destabilisieren die parlamentarische Demokratie. Die Bildung von stabilen Regierungen wird von Wahl zu Wahl schwerer, das Regieren auch.»
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Simon Misteli (sim), Jahrgang 1995, arbeitet seit 2024 als Redaktor am Newsdesk. Dabei schreibt er über verschiedenste Themen mit einem Fokus auf Auslandsgeschichten.
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