Ex-Mandela-Partei ANC erleidet Wahlschlappe in Südafrika
Bei den Kommunalwahlen in Südafrika hat die einstige Partei des Anti-Apartheid-Kämpfers Nelson Mandela eine historische Niederlage erlitten. Nach Auszählung von 98 Prozent der Stimmen erhielt der Afrikanische Nationalkongress (ANC) lediglich 31 Prozent der Stimmen, wie die Wahlkommission mitteilte. Die von Weißen dominierte liberale Partei Democratic Alliance (DA) kam landesweit auf knapp 25 Prozent.
Mandela hatte Südafrika 1994 als ANC-Präsident in die Demokratie geführt. Als größte Partei hatte der ANC mehr als 30 Jahre lang die Politik in Südafrika dominiert. Nun verlor er auch die Mehrheit in sechs der acht Metropolregionen.
ANC bleibt in der Hauptstadt wohl außen vor
In der Exekutiv-Hauptstadt Pretoria und in der Wirtschaftsmetropole Johannesburg liegt die DA deutlich vorn. Sie dürfte dort jeweils eine Koalition unter Ausschluss des ANC eingehen. In der Touristenmetropole Kapstadt gewann die DA die absolute Mehrheit, während in der Hafenstadt Durban die Partei uMkhonto weSizwe (MK) des ehemaligen Präsidenten Jacob Zuma die Mehrheit der Stimmen erhielt.

Politischen Beobachtern zufolge straften die Wähler den ANC für gleich mehrere Probleme des 65-Millionen-Einwohner-Landes ab: für hohe Arbeitslosigkeit, grassierende Kriminalität, weitreichende Korruption und den dysfunktionalen Dienstleistungssektor.
Bei den Kommunalwahlen 2021 hatte der ANC noch knapp 46 Prozent der Stimmen erhalten. Die jetzige Niederlage kommt allerdings nicht völlig überraschend: Bei den Parlamentswahlen im Juni 2024 verlor der ANC erstmals die absolute Mehrheit. Statt einer klassischen Koalition bildete der ANC damals eine parteiübergreifende Regierung mit allen im Parlament vertretenen Parteien, die das Land am Südzipfel Afrikas seither führt.
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