Wohnung gestürmt und pädophilen Diplomaten in die USA gebracht?

- Ein US-Militärattaché, dem der Besitz von pädophilem Bildmaterial vorgeworfen wird, soll heimlich aus Grossbritannien ausgeschleust worden sein.
- Laut Berichten von Sky News und der britischen «Sun» stürmten US-Behörden am 25. August 2026 seine Wohnung in London und brachten ihn über eine US-Luftwaffenbasis ausser Landes.
- Die Met Police wurde erst informiert, als der Diplomat bereits weg war – einen formellen Auslieferungsantrag stellten die USA nie.
Seit Beginn von Donald Trumps zweiter Amtszeit wird die Strapazierfähigkeit der britisch-amerikanischen Beziehung immer wieder getestet – jetzt könnte ein diplomatischer Zwischenfall das Vertrauen weiter erschüttern. Wie Sky News berichtet, sollen US-Strafverfolgungsbehörden in einer verdeckten Aktion einen Beamten aus dem Land geschleust haben, dem Straftaten im Zusammenhang mit pädophilem Bildmaterial vorgeworfen werden.
Wie die Nachrichtenagentur Anadolu Ajansı auf Basis eines Berichts der britischen «Sun» schreibt, erfolgte der Zugriff am 25. August 2026. An jenem Tag sollen US-Behörden die Wohnung des Militärattachés in Nordlondon gestürmt und den Mann vor Ort festgenommen haben. Dabei fanden die Strafverfolgungsbehörden beim Mann laut den Berichten auch Bilder, die Kindesmissbrauch zeigen.
Wohnung gestürmt und über Militärbasis ausgeschleust
Im Anschluss soll der US-Amerikaner, der laut den britischen Medien bei der Botschaft in London beschäftigt ist, auf eine der drei US-Luftwaffenbasen in Grossbritannien gebracht und von dort aus in die Vereinigten Staaten geflogen worden sein. Einen formellen Antrag, den mutmasslich pädokriminellen Diplomaten aus Grossbritannien auszuliefern, stellten die US-Strafverfolgungsbehörden gemäss den Berichten nie. Eigentlich ist es ihnen klar verboten, Personen auf fremdem Boden festzunehmen und diese an andere Orte zu bringen.
Die für London zuständige Met Police bestätigt lediglich, dass man am 25. August von US-Behörden über Ermittlungen hinsichtlich vermuteter Straftaten im Zusammenhang mit pädophilem Bildmaterial informiert worden sei. «Wir stehen in dieser Angelegenheit weiterhin mit ihnen in Kontakt», so ein Sprecher.
Laut der «Sun» wurden die britischen Behörden aber erst informiert, nachdem der Diplomat bereits ausser Landes war und so von den britischen Strafverfolgungsorganisationen nicht mehr belangt werden konnte. Weder die britischen noch die US-amerikanischen Strafverfolgungsbehörden haben sich bislang zur Identität des Diplomaten und zu den Tatvorwürfen geäussert.
«US-Regierung schützt jetzt Pädophile»
Ob sich der Militärattaché in seiner Heimat vor Gericht gegen die Pädo-Vorwürfe verantworten werden muss, ist unklar. Diverse Briten fürchten, dass der Mann schlussendlich ohne grosse Konsequenzen davonkommt. So wirft der konservative Parlamentsabgeordnete Ben Obese-Jecty der US-Regierung vor, «jetzt Pädophile zu schützen».
Anlass für diese expliziten Anschuldigungen dürften nebst dem aktuellen Fall auch die Epstein-Files sein. Die von Trumps Justizministerium geführte Veröffentlichung der Akten, die den systematischen Missbrauch von Minderjährigen und jungen Frauen durch den Finanzier und unzählige Bekannte von ihm zeigen, waren von Unstimmigkeiten und Problemen geprägt. Auch US-Präsident Trump selbst wird in den Files diverse Male erwähnt.
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Benedikt Hollenstein (bho) ist seit 2021 bei 20 Minuten. Er schreibt für den Newsdesk und übernimmt dort auch Tagesleitungsschichten.
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