Leser zu Krankenkassenprämien: «Es braucht Reformen, die schmerzhaft sein werden»
Leser zu Krankenkassenprämien
«Es braucht Reformen, die schmerzhaft sein werden»
Der nächste Preisschock bei den Krankenkassen steht bevor. 2027 steigen die Prämien potentiell um ganze fünf Prozent. Versicherte zeigen sich immer offener gegenüber Kompromissen, um die Prämienlast zu mindern. Verschiedene Entlastungsansätze spalten unsere Community.
Publiziert: vor 13 Minuten
Darum gehts
KI-generiert, redaktionell geprüft
- Krankenkassenprämien steigen 2027 um bis zu fünf Prozent in der Schweiz
- Viele würde Einschränkungen wie freie Spitalwahl akzeptieren, laut GFS-Umfrage mit 1046 Personen
- Andere sehen in mehreren Entlastungsansätzen Schwachpunkte
Alessandro KälinRedaktor Community
Die Krankenkassenprämien reissen auch nächstes Jahr ein noch grösseres Loch ins Portemonnaie. Bis zu 5 Prozent dürfte der Aufschlag 2027 betragen. Der erneute Anstieg belastet auch unsere Community zunehmend.
Leser Daniel Vuilliomenet ist frustriert: «Unser Gesundheitssystem wird immer teurer, während die Leistungen sinken. So geht es nicht weiter.» Rolf Stäheli ist ebenso aufgebracht: «Der Mittelstand wird nur noch geschröpft! Es ist Jahr für Jahr der gleiche Prämienwahnsinn. Die Kosten explodieren, und die Politik schaut tatenlos zu!»
Krankenkassenwechsel als Option
In unserer Leserschaft denken nicht wenige über einen Krankenkassenwechsel nach. Eine nicht repräsentative Umfrage mit knapp 1600 Teilnehmern zeigt: 46 Prozent sind mit ihrer Krankenkasse zufrieden und haben nicht vor, sich umzuorientieren. Weitere 11 Prozent wollen ebenfalls bei ihrer Krankenkasse bleiben, allerdings eher aus Gewohnheit.
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Dementgegen wollen jedoch 31 Prozent aktiv wechseln. Die Prämien sind dieser Gruppe jetzt schon zu hoch. Die verbliebenen 12 Prozent tauschen die Kasse wegen der konstanten Teuerungen sowieso regelmässig.
Versicherte werden immer offener für Mittelwege
Aufgrund der steigenden Prämienlast sind zudem immer mehr Versicherte zu Kompromissen bereit, wie ein neuer GFS-Gesundheitsmonitor im Auftrag von Interpharma zeigt. 65 Prozent der 1046 Befragten würden etwa eine Einschränkung der freien Spitalwahl in Kauf nehmen. 57 Prozent würden auf die freie Arztwahl verzichten.
Eine Kürzung des Grundversicherung-Leistungskatalogs, Strafgebühren für Bagatellfälle in Spitalnotfallaufnahmen und die Teuerung von innovativen Medikamenten sind ebenfalls Ansätze, die vermehrt auf Zustimmung stossen. Auch in unserer Leserschaft würden viele solche Massnahmen begrüssen, wenn sie eine Entlastung bedeuten würden.
«Der Verzicht auf Leistungen muss kommen»
In den Kommentaren ist die Mehrheit offen für Kompromisse in der Gesundheit. Kurt Elsener ist etwa überzeugt: «Solange niemand freiwillig Krankenkassenleistungen einbüsst, wird es nie günstiger werden. Der Verzicht auf Leistungen muss kommen.»
Björn Gerber schreibt: «Es braucht Reformen, die schmerzhaft sein werden. Die Reduktion des Leistungskatalogs in der Grundversicherung etwa. Es ist nicht einzusehen, wieso die Grundversicherung die Abnehmspritze bezahlen muss.» Markus Bachmann geht noch weiter: «Alle Erweiterungen der Grundversicherung der letzten zehn Jahre streichen und gut ist.»
Sarah Walter kommentiert: «Strafgebühren bei Bagatellfällen hätte es schon längst geben sollen. Ich wäre auch für den tiefsten Selbstbehalt von 500 Franken, nicht 300.» Auch David Brunner spricht sich für gewisse Abstriche aus: «Das massiv überteuerte Gesundheitswesen macht krank. Die Einschränkung der Arztwahl schadet höchstens ein bisschen dem Wohlbefinden. Fände ich eine gute Massnahme.»
«Kompromisse werden nichts an Prämienerhöhungen ändern»
Andere Leserinnen und Leser äussern Bedenken. Valerie Schoch warnt etwa: «Eine Einschränkung der freien Spitalwahl wäre aus meiner Sicht eine Katastrophe. Wenn ich eine komplizierte OP machen muss, möchte ich auch den bestmöglichen Chirurgen haben. Eine solche Einschränkung klingt nur für Gesunde gut.» Auch Ruth Wernli ist besorgt: «Für mich als Frau ist die freie Arztwahl essenziell.»
Peter Wald sieht ebenfalls Schwachstellen: «Was soll die Streichung von freier Arzt- und Spitalwahl bringen? Wer soll entscheiden, ob es sich um einen Bagatellfall handelt? Und wer verzichtet auf die effizientesten Medikamente, wenn man dann selbst betroffen ist?»
Nici Müller kann nur zustimmen. Er fügt an: «Einige dieser ‹Entlastungen› klingen haarsträubend. Überall abklemmen, statt den Ursachen auf den Grund zu gehen.» Beni Hochuli bläst ins selbe Horn: «Kompromisse werden nichts an Prämienerhöhungen ändern. Das ganze System muss neu überdacht werden.»
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