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Monday, October 5, 2026

Mutmasslicher Extremist – Die wichtigsten Fragen zur Sicherheit nach der Flydubai-Attacke

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Israel rühmt sich seiner strengen Flugsicherheitskontrollen. Trotzdem sass auf einem Flydubai-Flug nach Israel offenbar ein Extremist im Cockpit. Wie konnte das passieren? SRF-Auslandredaktorin Susanne Brunner gibt Antworten.

Susanne Brunner

Ausland, SRF Information

Susanne Brunner war für SRF zwischen 2018 und 2022 als Korrespondentin im Nahen Osten tätig. Sie ist auch heute noch regelmässig in der Region unterwegs.

Brunner wuchs in Kanada, Schottland, Deutschland und in der Schweiz auf. In Ottawa studierte sie Journalismus. Bei Radio SRF war sie zuerst Redaktorin und Moderatorin bei SRF 3. Dann ging sie als Korrespondentin nach San Francisco und war nach ihrer Rückkehr Korrespondentin in der Westschweiz. Sie moderierte auch das «Tagesgespräch» von Radio SRF 1. Sie ist im Team der multimedialen Auslandredaktion.

Hier finden Sie weitere Artikel von Susanne Brunner und Informationen zu ihrer Person.

Wie konnte der mutmassliche Täter einen Flug nach Israel durchführen?

Israel ist bekannt für sehr strenge Sicherheitskontrollen an Flughäfen. Aber offenbar gibt es eine Lücke bei der Kontrolle von Personal ausländischer Fluggesellschaften. Israelische Behörden können Informationen zu Piloten verlangen. Doch israelische Medien berichten, dass niemand die klare Verantwortung hat, dies auch zu tun.

Ein Flydubai-Flug von Dubai nach Tel Aviv musste am 30. September im saudi-arabischen Tabuk notlanden. Nach Angaben der Behörden der Vereinigten Arabischen Emirate griff der Co-Pilot den Kapitän mit einer Notfallaxt an und versuchte, die Kontrolle über die Maschine zu übernehmen. Die Behörden sprechen von einem versuchten «Terroranschlag».

Die Maschine flog kurzzeitig steil in die Tiefe, bis auf eine Flughöhe von rund 4000 Metern. Der verletzte Kapitän konnte die Cockpittür öffnen, woraufhin Passagiere und Besatzungsmitglieder den mutmasslichen Angreifer überwältigen konnten. Eine Ersatzbesatzung an Bord landete die Maschine daraufhin sicher in Saudi-Arabien. Nach der Notlandung wurden sowohl der Pilot als auch der Co-Pilot mit Verletzungen ins Spital gebracht.

Laut CNN war der Co-Pilot bei Oman Air wegen Bedenken zu seinen radikalen Ansichten aus dem Flugdienst genommen und in eine andere Funktion versetzt worden.

Die 174 Passagiere des Fluges, darunter 27 Kinder, blieben unverletzt.

Was schreibt das Gesetz vor?

Es gibt in Israel ein Gesetz: Piloten dürfen nicht aus Ländern kommen, die Israel feindlich gesinnt sind oder keine diplomatischen Beziehungen mit Israel haben. Fluggesellschaften müssen auf Anfrage 48 Stunden vor Abflug die Personalien aller Crewmitglieder liefern. Aber jemand muss diese Daten auch verlangen und kontrollieren. Das ist im Fall des Flydubai-Flugs offenbar nicht passiert.

Hätte der Geheimdienst eingreifen müssen?

An sich wäre es logisch, dass die Geheimdienste Shin Bet und Mossad routinemässig Informationen über ausländische Crews einholen. Nur sagen die Geheimdienste, zuständig sei das Transportministerium. Dieses weist jede Verantwortung zurück. Laut der «Times of Israel» hat es seit Jahren keine Personalkontrollen auf ausländischen Flügen gemacht – trotz eindringlicher Warnungen aus Sicherheitskreisen.

Wer ist denn zuständig?

Bei Flügen ausländischer Airlines ab Israel ist der Inlandgeheimdienst für die Sicherheitskontrollen zuständig. Bei Flügen nach Israel muss das Transportministerium die Airlines über israelische Sicherheitsmassnahmen informieren. In der Praxis kontrollieren die Abflugländer respektive die Fluggesellschaften ihr Personal. Laut CNN gibt es zwischen den Vereinigten Arabischen Emiraten und Israel jedoch ein Abkommen, wonach der israelische Inlandgeheimdienst das Flugpersonal kontrollieren müsse, das von den Emiraten nach Israel fliege. Kurz: Es ist offenbar nicht geklärt, wer wann zuständig ist.

Zwei Personen stehen vor einem Fenster mit Blick auf ein Flugzeug am Flughafen.
Legende: Oppositionspolitiker in Israel fordern nun den Rücktritt oder die Entlassung durch Premier Netanjahu der Transportministerin Miri Regev (links im Hintergrund). (Archivbild/17.08.2020) Reuters/Emil Salman

Was bedeutet der Vorfall für die Bevölkerung?

Für die israelische Bevölkerung ist das Flugzeug fast der einzige Weg ins Ausland. Mal einfach weg aus dem Wahnsinn, dem Militärdienst, den Kriegen auf allen Fronten: Das wollen viele. Aber der Vorfall macht die Angst noch grösser. Viele fühlen sich an das Versagen der Geheimdienste am 7. Oktober vor drei Jahren erinnert: Noch immer ist nicht aufgeklärt, wie die Hamas tagelang in Israel Menschen umbringen konnte. Premier Netanjahu hat eine unabhängige Untersuchung bisher verhindert.

Schadet oder nützt der Vorfall Netanjahu bei den Wahlen Ende Monat?

Das ist schwer einzuschätzen. Netanjahu hat selbst gesagt, er habe kürzlich eine Warnung bekommen – und dann passierte das mit dem Flug. Die Frage bleibt: Warum hat er nichts unternommen, um eine Katastrophe zu verhindern? Aber so sehr die Opposition solche Widersprüche breitwalzt: Netanjahus Basis wird sich davon nicht beirren lassen. Die Umfragen sind unterschiedlich: Der ehemalige General Gadi Eisenkot könnte Netanjahu in den Wahlen besiegen, aber damit hat er noch keine Regierungskoalition.

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