Meloni will Eltern verpflichten, Italienisch zu lernen

- Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni will Burka und Nikab an Schulen verbieten.
- Eltern ausländischer Schüler sollen künftig Italienisch lernen müssen.
- Das Kabinett soll sich in Kürze mit den Vorschlägen befassen.
Italien plant, die Integrationsvorgaben an seinen Schulen deutlich zu verschärfen: Ministerpräsidentin Giorgia Meloni will Burka und Nikab an Schulen verbieten. Zudem soll der Anteil ausländischer Kinder pro Schulklasse gesetzlich begrenzt werden. Das kündigte die 49-Jährige bei einer Veranstaltung der Jugendorganisation ihrer Partei Fratelli d’Italia am Sonntag an.
«In die Schule geht man mit unbedecktem Gesicht. Und in Italien kann niemand im Namen einer echten oder vermeintlichen Tradition entscheiden, dass sich eine junge Frau verschleiern muss», sagte Meloni.
Eltern müssen Italienisch lernen
Eine Obergrenze für ausländische Schüler pro Klasse soll nach Melonis Auffassung die Integration beschleunigen. «Wenn in einer Klasse nur ein Kind ist, das kein Italienisch versteht, wird dieses Kind die Sprache wahrscheinlich gemeinsam mit seinen Mitschülern und Lehrern lernen und sich schnell integrieren können.»
«Es darf nicht sein, dass sich italienische Kinder in einer italienischen Klasse an den Rand gedrängt fühlen, weil sie zur Minderheit geworden sind. Das ist nicht in Ordnung.» Darüber hinaus will Meloni Eltern von Schülern mit Integrationsproblemen dazu verpflichten, Italienisch zu lernen.
Laut «Il Messaggero» will sich das Kabinett in Kürze mit den Vorschlägen befassen. Wegen seiner Lage am Mittelmeer sowie der Nähe zu Afrika und dem Nahen Osten ist Italien ein wichtiges Ziel für Migranten.
Wie findest du Melonis härtere Regeln für Schulen in Italien?
Meloni vor den Wahlen unter Druck
Meloni regiert Italien inzwischen länger ohne Unterbrechung als jeder andere Ministerpräsident seit dem Zweiten Weltkrieg. Ihren Wahlkampf gewann die 49-Jährige auch mit dem Versprechen, die Migrationspolitik deutlich zu verschärfen.
Im kommenden Jahr wird in Italien erneut gewählt. In Umfragen liegen Meloni und ihre Fratelli d’Italia vor allen anderen Parteien. Zugleich geriet ihre Rechtskoalition in den vergangenen Wochen zunehmend unter Druck durch die neue Partei Futuro Nazionale des ehemaligen Generals Roberto Vannacci. Diese ist noch weiter rechts positioniert und fordert eine weitere Verschärfung der Migrationspolitik.
Karin Leuthold (kle), Jahrgang 1968, arbeitet seit 2005 für 20 Minuten und ist derzeit am Newsdesk tätig.
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