«Die Kinder halten mich jung – oder sie bringen mich um!»

Blick: Wir sind hier in Winkel, in einer etwas ländlicheren Region des Kantons Zürich. Fühlen Sie sich hier wohler als in einer Grossstadt?
Claude Julien: Das ist tatsächlich so. Ich bin zwar in Ottawa aufgewachsen, aber am Stadtrand und sehe mich eher als Landjunge, nicht als Stadtmensch.
Weshalb?
Mir gefällt es, hier draussen zu sein, weil ich schöne Spaziergänge machen kann. Es gibt auch tolle Velowege, und ich gehe gerne Velo fahren. Es ist alles etwas entspannter. Das entspricht mehr meinem Stil. Ich mag die Hektik nicht so – ich bevorzuge ruhigere Orte mit schönen Landschaften und bin sehr glücklich hier.
Als Treffpunkt für dieses Interview haben Sie ein typisch schweizerisches Restaurant vorgeschlagen. Haben Sie die verschiedenen Schweizer Spezialitäten wie Olma-Bratwurst oder Züri-Geschnetzeltes schon probiert?
Absolut. Ich esse sehr gerne und bin beim Essen überhaupt nicht heikel. Wenn ich andere Länder kennenlerne, versuche ich gerne alles, was die Kultur und Identität des Landes ausmacht. Ich habe verschiedene Gerichte hier in der Schweiz schon probiert – auch Raclette und Fondue. Für mich ist das eine grossartige Gelegenheit, mich in dem Land zu integrieren, in dem ich wohne. Dazu gehört für mich auch, den Schweizer Lebensstil zu leben – bisher macht mir das riesigen Spass.
Und was ist bisher Ihr Favorit aus der Schweizer Küche?
Es gibt so vieles. Aber um ehrlich zu sein: Was mir hier am meisten gefällt, sind die Vorschriften beim Essen. Es gibt nicht so viele Konservierungsstoffe wie in Nordamerika. Das ist für mich ein grosser Pluspunkt. Hier in Winkel ist beispielsweise das Gemüse extrem frisch, es kommt direkt aus dem Garten. Das schätze ich sehr. Man merkt in den Restaurants sofort, dass lokale Produkte eingekauft werden, und das macht für mich einen riesigen Unterschied.
Haben Sie sich auch während Ihrer zehn Jahre als Trainer der Boston Bruins stets aus der grossen Stadt zurückgezogen und ausserhalb gewohnt?
Ja, ich habe etwa 15 bis 20 Minuten ausserhalb von Boston gelebt. Aus demselben Grund. Ich lebte in einer Kleinstadt, die mir genau dieses ruhige Gefühl gab. Mit vielen Wegen zum Velo fahren und Spazierengehen sowie Parks, in denen sich auch Kinder sicher fühlen konnten. An einen friedlicheren, ruhigeren Ort zu kommen, macht für mich einen grossen Unterschied, wenn es darum geht, vom Eishockey abzuschalten. In Montréal war es genauso: Ich wohnte ausserhalb der Stadt in einem Haus direkt am Wasser. Nach Hause zu kommen und aufs Wasser zu schauen, hatte etwas sehr Beruhigendes – das war für die Art, wie ich arbeite, sehr wichtig.
Sie haben mal gesagt, dass Sie in Ihrer perfekten Welt am liebsten ein Eishockeycoach wären, den ausserhalb der Eishalle niemand kennt. Funktioniert das in der Region Zürich bis jetzt?
Wie ich sehe, haben Sie Ihre Hausaufgaben gemacht (lacht). Ich habe in Montréal und Boston gearbeitet, wo der Medienandrang riesig war. Es ist nicht so, dass ich die Medien nicht mag – im Gegenteil. Ich respektiere Journalisten sehr und sah es auch als meine Aufgabe an, ihnen Informationen zu geben, damit sie etwas zu schreiben haben. Ich wollte ihnen die Arbeit erleichtern, anstatt erschweren. Aber gleichzeitig brauche ich das Rampenlicht nicht. Wenn ich meinen Job auf dem Eis machen und danach die Halle verlassen könnte, ohne dass mich jemand erkennt, wäre das in der Tat meine perfekte Welt. Und um Ihre Frage zu beantworten: In der Schweiz klappt das bisher grösstenteils genau so. Ich weiss nicht, ob sich das mit der Zeit ändert, wenn man bekannter wird, aber aktuell ist es super. Die Medienaufmerksamkeit im Eishockey ist hier nicht ganz so extrem wie in der NHL, und damit komme ich bestens klar.
Aber in Boston war das wohl eher schwierig, sich zurückzuziehen, als Sie 2011 als Headcoach den Stanley Cup gewonnen haben?
Das stimmt natürlich. Wenn man den Stanley Cup gewinnt, steht man viel mehr im Fokus. Besonders in Boston war das enorm, weil sie seit 39 Jahren nicht mehr gewonnen hatten. Das war ein riesiges Ereignis für die Stadt und die Organisation. An unserer Parade waren über eine Million Menschen auf den Strassen. Es war also ziemlich hektisch, aber ich verstehe das völlig. Nur weil ich es privat gern ruhiger mag, heisst das nicht, dass ich nicht nachvollziehen kann, dass der Sport in solchen Momenten mehr Präsenz verlangt. Für meine Familie und meine Freunde war dieser Titelgewinn wunderschön. Wenn ich daran zurückdenke, wie ich auf dem Eis stand und sah, wie glücklich die Spieler, ihre Familien, meine Familie und Freunde waren – das war ein fantastisches Gefühl, so vielen Menschen so viel Freude zu bereiten.
Claude Julien persönlich
Der in Ottawa aufgewachsene Claude Julien (66) blickt auf eine überschaubar erfolgreiche Karriere als Spieler zurück. Der Kanadier bestritt als Verteidiger 14 NHL-Spiele für die Québec Nordiques, kam jedoch überwiegend in den Minor Leagues zum Einsatz und spielte auch eine Saison in Frankreich. Als Trainer wurde er dann zur grossen Nummer. Ab 2002 war er Cheftrainer von Montréal (zweimal), New Jersey und Boston. In Boston erlebte Julien seine beste Zeit, gewann 2009 den Jack Adams Award als bester NHL-Headcoach und 2011 den Stanley Cup. 2022 coachte er zudem Kanada zu WM-Silber. In der Saison 2022/23 stand er Ambri zwischenzeitlich als Berater zur Verfügung, die letzten zwei Saisons war er als Assistenztrainer von St. Louis tätig. Bei den ZSC Lions unterschrieb Julien im Sommer für zwei Jahre, es ist seine erste Tätigkeit als Headcoach ausserhalb Nordamerikas. Er ist mit Karen verheiratet und der Vater von Katryna (21), Zachary (14) und Madyson (12).
Der in Ottawa aufgewachsene Claude Julien (66) blickt auf eine überschaubar erfolgreiche Karriere als Spieler zurück. Der Kanadier bestritt als Verteidiger 14 NHL-Spiele für die Québec Nordiques, kam jedoch überwiegend in den Minor Leagues zum Einsatz und spielte auch eine Saison in Frankreich. Als Trainer wurde er dann zur grossen Nummer. Ab 2002 war er Cheftrainer von Montréal (zweimal), New Jersey und Boston. In Boston erlebte Julien seine beste Zeit, gewann 2009 den Jack Adams Award als bester NHL-Headcoach und 2011 den Stanley Cup. 2022 coachte er zudem Kanada zu WM-Silber. In der Saison 2022/23 stand er Ambri zwischenzeitlich als Berater zur Verfügung, die letzten zwei Saisons war er als Assistenztrainer von St. Louis tätig. Bei den ZSC Lions unterschrieb Julien im Sommer für zwei Jahre, es ist seine erste Tätigkeit als Headcoach ausserhalb Nordamerikas. Er ist mit Karen verheiratet und der Vater von Katryna (21), Zachary (14) und Madyson (12).
Weshalb haben Sie sich mit 66 Jahren dazu entschieden, mit Ihrem ersten Trainerjob in Europa ein Abenteuer einzugehen, statt gemütlich zu Hause zu sitzen und auf Ihre erfolgreiche Trainer-Karriere zurückzublicken?
An erster Stelle steht meine Leidenschaft. Wenn man eine Leidenschaft für diesen Sport hat und ihn liebt, sieht man diesen Job nicht als Arbeit an. Als der Anruf aus Zürich kam, hatte ich bereits die Erfahrung gemacht, eine Zeit lang bei Ambri reinschauen zu können, wodurch ich die Liga und das Eishockey hier schon etwas kannte und beeindruckt war. Das war vor vier Jahren. Die Chance zu bekommen, zum ZSC zu wechseln – einem Team, das immer sehr kompetitiv ist –, war für mich extrem reizvoll, spannend und eine neue Herausforderung. Nach den ersten Gesprächen mit den Verantwortlichen flog ich nach Zürich, fühlte mich sofort wohl und sagte meiner Frau nach der Rückkehr: «Es ist mir egal, ob noch ein Angebot aus der NHL kommt oder nicht, ich weiss, was ich machen will.»
Was machte diesen Reiz aus?
Nach all den Jahren in der NHL war das etwas Neues. Und der Spielplan ist angenehmer: 52 statt 84 Spiele, kürzere Reisen, keine Zeitverschiebungen, ich schlafe fast jede Nacht im eigenen Bett. Das senkt die Belastung auf Dauer enorm. Ich bin aber nicht hierhergekommen, um einfach nur zu coachen – ich bin hierhergekommen, um zu gewinnen. Das gehört zu dieser Leidenschaft dazu.
Sie sagen, mit Leidenschaft fühle es sich nicht wie Arbeit an. Der Job eines Headcoaches ist doch trotzdem enorm stressig. Die Spiele, der Erfolgsdruck, stets alles und alle unter Kontrolle haben zu müssen.
Für mich war das schon immer etwas ganz Natürliches. Ich bin ein Mensch, der sehr gut organisiert ist. Ich stehe jeden Morgen früh auf und freue mich riesig darauf, zur Arbeit zu gehen. Ich bin so früh da, dass bereits alles strukturiert ist, bevor die ersten Spieler eintreffen. Wenn man in diesem Job anfängt, die Arbeitsstunden zu zählen, wird es extrem hart. Das darf man nicht tun. Man muss die Zeit investieren wollen, die nötig ist, um den Job gründlich zu erledigen. Mir liegt auch die Kommunikation mit den Spielern. Selbst wenn wir manchmal schwierige Kaderentscheidungen treffen und Spieler auf die Tribüne müssen, suche ich das direkte, ehrliche Gespräch. Ehrlichkeit war für mich immer das Wichtigste. Diese Haltung hat es mir erlaubt, viele Jahre in anspruchsvollen Umfeldern wie Boston oder Montréal durchzuhalten, ohne mich aufzureiben.
Als Sie Headcoach von Kanada waren, sind Sie vor knapp fünf Jahren bei einem Teamevent in Davos mit dem Schlitten in einen Baum gekracht und haben sich erhebliche Verletzungen zugezogen, die Sie anschliessend fast die Olympischen Spiele in Peking gekostet hätten. Warum haben Sie sich nach dieser Erfahrung nicht gesagt, in dieses Land möchte ich nie wieder?
Dieser Unfall hatte nichts mit dem Land zu tun, sondern eher mit mir (lacht). Die Bedingungen waren damals nicht ideal; es lag ungewöhnlich wenig Schnee, und durch die milden Temperaturen tagsüber war die Bahn am Abend vereist. In einer Kurve konnte ich nicht mehr rechtzeitig bremsen. Ich hätte früher vom Schlitten springen sollen, war nicht schnell genug. Vor mir machten das zwei Spieler – sie sprangen ab, und der Schlitten flog den Abhang hinunter. Ehrlich gesagt hatte ich sogar Glück im Unglück, dass ich den Baum getroffen habe, denn der hat mich davor bewahrt, noch weiter abzustürzen. Die Verletzungen – gebrochene Rippe, kollabierte Lunge, ein grosses Hämatom am Bein – waren zwar schwerwiegend, aber mein Ziel war es unbedingt, rechtzeitig zu den Olympischen Spielen nach Peking zu reisen. Im Spital in Chur habe ich alles dafür getan, um wieder flugtauglich zu werden. Ich habe es pünktlich zum ersten Spiel geschafft. Es war eine extrem harte Zeit, weil ich körperlich noch nicht bei 100 Prozent war, aber ich wollte unbedingt dabei sein.
Die Vorsaison und die erste Meisterschaftsphase mit den ZSC Lions ist bereits vorbei. Ist es in der Schweiz so, wie Sie sich das erhofft haben?
Ja, absolut. Mein Leben ausserhalb des Eishockeys ist grossartig, ich liebe das Land und das Leben hier. Und sportlich läuft es ebenfalls fantastisch: Wir sind toll gestartet. Ich muss da der Mannschaft ein riesiges Kompliment machen, denn ich habe im Vergleich zum Vorjahr einiges umgestellt, und die Spieler mussten sich schnell adaptieren. Sie waren sehr offen dafür und haben hart gearbeitet. Natürlich wissen die Spieler und ich, dass wir in manchen Bereichen noch zulegen müssen. Aber diese Bodenständigkeit tut der Mannschaft gut. Solange niemand zufrieden wird oder denkt, wir seien schon am Ziel, sind wir auf dem richtigen Weg – auch wenn ich weiss, dass noch grosse Herausforderungen auf uns warten.
Haben Sie bereits viel von der Schweiz gesehen? Das soll sich auf Ihrer To-Do-Liste befinden.
Während der ersten zwei Wochen, als ich hier war, hatten die Spieler an den Wochenenden jeweils frei. Da haben meine Frau und ich die Gelegenheit genutzt, etwas herumzufahren. Oft waren wir jeweils eine Stunde oder länger unterwegs, um verschiedene Gegenden zu erkunden. Meine Frau hat dann auch unter der Woche, wenn ich in der Eishalle war, eigenständig Ausflüge unternommen. Während der Nationalmannschaftspause habe ich dann Zeit, die ich nutzen kann, um mehr von der Schweiz zu sehen. Genau das habe ich vor.
Was ist für Sie der grösste Unterschied, wenn Sie ein Spiel in der Schweiz statt in der NHL coachen?
Eishockey bleibt Eishockey. Unsere Spielstruktur und unser System hier entsprechen zu 90 bis 95 Prozent dem, was in Nordamerika gespielt wird. Was mich an der National League beeindruckt, ist die aggressive Spielweise der meisten Teams. Das ist sehr attraktiv und ähnelt dem nordamerikanischen Stil viel mehr als ein passives Abwarten in der Mittelzone. Natürlich ist die NHL die beste Liga der Welt und qualitativ noch ein Stück höher einzustufen. Aber das Schweizer Eishockey muss sich keineswegs verstecken – das sieht man auch an den Ergebnissen der Nationalmannschaft bei den letzten Weltmeisterschaften.
Die ZSC Lions wollten auf diese Saison einen Trainer, der Erfahrung hat, vor dem Spieler Respekt haben und der etwas härtere Seiten aufzieht. Wie verschaffen Sie sich Respekt, und wie sieht Ihre härtere Hand aus?
Respekt muss man sich erarbeiten. Ich habe zur Mannschaft beim ersten Meeting gesagt: "Ich erwarte nicht, dass ihr mich wegen meiner Vergangenheit respektiert; ich werde mir euren Respekt verdienen, indem ich euch mit Respekt begegne." Spieler suchen nach einer klaren Führung. Wenn man gut organisiert ist, genau weiss, was man will, und das transparent kommuniziert, schätzen das die Spieler. Sie wissen, dass ich streng sein kann, aber auch, dass es dann einen triftigen Grund dafür gibt. Ich sitze mit ihnen im selben Boot, nicht daneben. Im Laufe der Jahrzehnte habe ich auch gelernt, mich an die verschiedenen Generationen von Spielern anzupassen. Früher konnte man als Trainer lauter sein und Ansagen machen, die klaglos befolgt wurden. Die heutige Generation möchte verstehen, warum etwas getan wird. Wenn man da nur noch herumschreit, schalten die Spieler ab. Möchte man als Coach überleben, muss man die Ansprache der Generation anpassen.
Was sind Situationen, in denen Sie als Coach wütend werden?
Wenn die Einstellung, die Arbeitsethik oder der Kampfgeist nicht stimmen. Fehler passieren im Eishockey ständig – wenn ein Fehler aus vollem Einsatz heraus geschieht, korrigiert man ihn. Wenn ein Fehler aber aus Faulheit oder mangelnder Bereitschaft entsteht, macht mich das wirklich wütend. Einsatz und Laufbereitschaft sind für mich nicht verhandelbar.
Sie haben in Ihrer Karriere mit Superstars wie Sidney Crosby, Saku Koivu, Zdeno Chara, Brad Marchand oder David Pastrnak gearbeitet. Ist das ein anderes Arbeiten als beim ZSC mit Jan Schwendeler, Willy Riedi oder Justin Sigrist?
Überhaupt nicht. Für mich war schon immer jeder Spieler im Kader wichtig. Oft sind es die Spieler der vierten Linie oder die Unterzahlspezialisten, die ein Spiel entscheiden, indem sie Schüsse blocken oder Unterzahlssituationen schadlos überstehen. Ich hebe solche Leistungen nach den Spielen in der Kabine genauso hervor wie Tore der Stars. Jeder im Team trägt seinen Teil bei.
Sind Sie einer dieser Hockeynerds, der 24 Stunden am Tag an Eishockey denkt, oder gibt es noch andere Themen, die Sie interessieren und faszinieren?
Zu Beginn meiner Trainerkarriere war ich sicher mehr ein Nerd, weil ich das Gefühl hatte, dass ich aufgrund der noch mangelnden Erfahrung überall präsent sein muss. In den letzten Jahren habe ich aber gelernt, abzuschalten. Wenn wir einen freien Tag haben, gehe ich gerne eine Runde Velo fahren und lasse das Eishockey komplett hinter mir. Ich habe gemerkt, dass ich am nächsten Tag viel frischer und produktiver in die Halle komme, wenn ich nicht 24 Stunden am Tag nur an Hockey denke.
Sie wurden mit 46 Jahren relativ spät erstmals Vater. Können Sie das Männern, die auf die 50 zugehen, empfehlen?
Es ist nie zu spät! Ich habe mit 43 geheiratet und spät eine Familie gegründet. Vater zu werden, war das Beste, was mir passieren konnte. Es relativiert das Sportbusiness, die Familie kommt immer an erster Stelle. Wir haben zwei Kinder kurz nach der Geburt adoptiert, sie sind jetzt 14 und 12 Jahre alt. Meine älteste Tochter ist 21 und im letzten Universitätsjahr. Wir haben also eine junge Familie. Ich habe zu meiner Frau damals gesagt, als wir die beiden Kinder adoptierten: «Die Kinder halten uns entweder jung – oder sie bringen mich um!» Bisher halten sie mich definitiv jung.
Ihre älteste Tochter Katryna erlangte 2011 bei Ihrem Gewinn des Stanley Cups in Boston Berühmtheit, als sie, damals sechsjährig, die Trophäe als Frühstücksschüssel für ihre Cheerios verwendete. Dies im Erfolgsfall mit Schweizer Meisterpokal zu versuchen, wäre doch eine spassige Herausforderung.
Das würde ich lieben! Meine zwei jüngeren Kinder waren damals noch nicht auf der Welt und haben das nicht miterlebt. Das mit dem Schweizer Meisterpokal zu wiederholen, wäre das absolute Tüpfelchen auf dem i. Katryna gab damals auch ein berühmtes Interview, in dem sie gefragt wurde, wie es sich anfühlt, den Stanley Cup zu gewinnen. Sie antwortete: «Mir gefällt es, ihn anzuschauen, ich halte ihn gerne, aber am allermeisten liebe ich es, ihn zu gewinnen!» Das war für ein sechsjähriges Mädchen eine fantastische spontane Antwort.
Vor sechs Jahren verspürten Sie plötzlich Schmerzen in der Brust, und es wurde Ihnen ein Stent in eine Herzkranzarterie eingesetzt. Haben dieser Vorfall und der Unfall in Davos Ihre Sicht auf das Leben verändert?
Der Vorfall mit dem Stent passierte damals mitten in der Covid-Phase in der NHL-Bubble in Toronto. Der Eingriff verlief zwar schnell und reibungslos, aber die mentale Erholung danach hat mich fast eineinhalb Jahre gekostet. Es gab Momente, in denen ich mich fragte, ob ich meine Karriere beenden sollte. Erst in dem Jahr, als ich nicht als Trainer an der Bande stand, sondern als Scout für St. Louis Spiele beobachtete, fand ich meine alte Energie und Motivation wieder. Heute geht es mir gesundheitlich wieder blendend, und ich geniesse mein Leben in vollen Zügen. Ich kann mich auch wirklich glücklich schätzen, dass ich bei beiden Vorfällen im richtigen Umfeld war, wo man sich sofort um mich kümmerte und die nötigen Schritte einleitete.
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Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | ZSC Lions | 12 | 25 | 33 | |
2 | Genève-Servette HC | 13 | 3 | 24 | |
3 | HC Ambri-Piotta | 12 | 2 | 21 | |
4 | HC Fribourg-Gottéron | 12 | 14 | 21 | |
5 | Lausanne HC | 14 | 1 | 21 | |
6 | SC Bern | 11 | 4 | 20 | |
7 | SCL Tigers | 13 | 3 | 19 | |
8 | HC Ajoie | 14 | -4 | 19 | |
9 | EV Zug | 8 | 11 | 16 | |
10 | HC Davos | 13 | -7 | 16 | |
11 | HC Lugano | 12 | -3 | 15 | |
12 | EHC Biel | 12 | -6 | 13 | |
13 | SC Rapperswil-Jona Lakers | 13 | -18 | 11 | |
14 | EHC Kloten | 13 | -25 | 9 |
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