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Monday, October 26, 2026

Trainer in der Bundesliga: Das große Ausbrennen

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Der FC Bayern gewinnt in Freiburg. Doch Thema des Abends sind der erkrankte Vincent Kompany und die Belastungen des Trainerjobs in der Bundesliga.

Dieses Spiel kann durchaus als Appell für künftig mindestens ein freies Wochenende im Monat für Trainerinnen und Trainer in der Bundesliga gelesen werden. Beeindruckend war der hoch konzentrierte Auftritt des FC Bayern München am Sonntagabend in Freiburg. Sportvorstand Max Eberl sprach von einem „nahezu perfekten Auswärtsspiel“. Mit Blick auf den derzeit im Krankenhaus weilenden Trainer Vincent Kompany hielt er erfreut fest: „Es war ein Sieg für Vinnies Ruhe.“ Dieser könne nun feststellen, dass das funktioniert, was er der Mannschaft und dem Trainerstab mitgegeben hat.

Aus Eberls ärztlicher Perspektive hätten die Gäste vermutlich nur die Schlussphase etwas gesundheitsverträglicher gestalten können. Das beruhigende 3:0 wollte wegen eigener Ungenauigkeiten und Paraden von Freiburgs Mio Backhaus einfach nicht fallen. So beförderte das Eigentor von Tom Bischof (82. Minute) noch einmal extreme Unruhe und Unsicherheit in den Reihen des Deutschen Meisters, ehe Michael Olise einen Fehler von Backhaus zum 3:1 nutzen konnte.

Aber all das war in der Nachlese der Partie kein großes Thema. Ganz im Sinne gewiss auch von Eberl, der vor der Partie daran erinnert hatte, Gesundheit sei das Wichtigste im Leben. Fußball sei vielleicht nur das zweit- oder drittwichtigste. Nun ja, damit waren nebenbei die Druckverhältnisse und schwer zu vereinenden Anforderungen im Leben des Profifußballs ganz gut umschrieben.

Die konkrete Sorge um Vincent Kompany, der am Freitag nach einer verschleppten Viruserkrankung beim Besuch des Trainings des zweiten Vereinsteams zusammengebrochen war, ins Krankenhaus gebracht werden musste und mehrere Wochen ausfällt, wurde im Nachgang unter der Freiburger Haupttribüne besprochen. Und allgemein beschäftigte die ungewöhnliche Frage, welche Fürsorge Trainern zuteilwerden sollte.

Aufgeschreckte Branche

Wie sehr dieses Thema wegen der Causa Kompany gerade die eigene Branche aufwühlt und aufschreckt, konnte man im Medienraum der Freiburger gut studieren. Die Pressekonferenz war bereits beendet und Julian Schuster drängte es einerseits, eine Stunde nach Spielende den Heimweg anzutreten, um sich dem TV-Studium der Partie für die Nachbesprechung am Montag zu widmen. Andererseits wollte er einer kleinen Journalistenrunde noch Einblicke in die Problemlagen seines Berufsstandes geben. Er dozierte über die Belastungen seines Jobs. Und über die besonderen Schwierigkeiten, diesen Job noch mit Familie und Kindern zu vereinbaren und sich trotzdem Erholungszeiten zu nehmen.

Irgendwann schaltete sich Pressesprecher Sascha Glunk ein, um Schuster endlich in den Feierabend zu schicken. Der jedoch wehrte sich vehement dagegen. „Das ist ja eine Chance, gerade jetzt darüber zu reden. Deshalb ist es jetzt wichtig zu investieren.“ Vor über zwei Jahre übernahm Schuster das Traineramt von Christian Streich, der sich im Alter von 59 Jahren völlig ausgebrannt fühlte und sich seither eine Auszeit nimmt. Auch dem Trainer des derzeitigen Tabellendritten graben sich für alle sichtbar am Spielfeldrand die Sorgen mitunter besorgniserregend tief ins Gesicht.

Dass er mitunter selbst nicht gut aussehe, hatte er an diesem Abend schon freimütig eingeräumt. Noch keinen Fehltag habe er seit Amtsantritt gehabt, bilanzierte er. Und es gebe Phasen, in denen es über Wochen keinen freien Tag gebe. Die Vermutung ist naheliegend, dass auch Schuster schon so manche gesundheitliche Vorwarnung ignoriert hat. Über „Selfcare“, etwa genügend Schlaf, Ernährung und Ausgleichssport, würde schon auch in der Trainerausbildung gesprochen. Seinen Co-Trainern gebe er entsprechende Empfehlungen und versuche, „eine gewisse Kultur ein Stück weit mitzuverändern“.

Sich selbst stellt Schuster jedoch kein gutes Zeugnis aus, auch weil „du ein Stück weit in den Abläufen gefangen bist“. Zwölf Jahre am Stück, wie Streich in dieser Position, so viel Energie aufzubringen, sei für ihn schwer vorstellbar. Die Frage, was sich im Sinne der Trainer zum Besseren verändern sollte, konnte an diesem Abend allerdings auch nicht befriedigend beantwortet werden. Den Vereinsführungen wollte Schuster die Verantwortung nicht allein zuschieben. „Es liegt dann wahrscheinlich manchmal auch an uns.“

Über die Funktionstüchtigkeit von Trainern wird ansonsten ausschließlich anhand des sportlichen Erfolgs als Gradmesser gesprochen. Welch immenser Druck und Redebedarf daraus entsteht, war am Sonntagabend in Freiburg deutlich zu spüren. Eine Frage von großem Interesse war nach dieser denkwürdigen Bundesligapartie, ob der Bayern-Trainer sich aus dem Krankenhaus schon zur Partie geäußert habe.

Eberl berichtete unmittelbar nach Abpfiff: „Gott sei Dank hat er nicht geschrieben. Ich weiß auch nicht, ob er das Spiel gesehen hat.“ Sein Stellvertreter Aaron Danks konnte dagegen später Genaueres berichten. Er habe nach der Partie eine Nachricht von Kompany erhalten mit Glückwünschen auch an die Mannschaft.

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