Grösster Kryptohack aller Zeiten: Kunden ziehen Milliarden ab

- Nach dem Hackerangriff auf die Kryptobörse Binance haben Kunden 3,64 Milliarden Dollar abgezogen.
- Binance hat die Auszahlungen am Sonntag schrittweise wieder freigeschaltet und gleicht rund 95 Prozent der gestohlenen Gelder aus.
- Das FBI macht die nordkoreanische Hackergruppe TraderTraitor für den Diebstahl von 6,3 Milliarden Dollar verantwortlich.
Nach dem beispiellosen Cyberangriff auf die weltgrösste Digitalwährungsbörse Binance hat das Unternehmen damit begonnen, Kundenauszahlungen in einer ersten Phase wieder freizuschalten. Zugleich teilte Binance mit, inzwischen rund 95 Prozent der entwendeten Gelder aus eigenen Unternehmensreserven ausgeglichen zu haben – zuvor war von 90 Prozent die Rede gewesen.
Laut Binance zogen Kunden 3,64 Milliarden Dollar ab
Jetzt wird klar, dass einige Kundinnen und Kunden das Vertrauen in Binance verloren haben. Mittlerweile wurden nach der Wiederaufnahme der Auszahlungen 3,64 Milliarden Dollar abgezogen. Das teilte Binance am Montag mit. Die Summe entspricht laut dem Unternehmen 2,1 Prozent der verwalteten Vermögenswerte. Nach einem ersten sprunghaften Anstieg hätten sich die Abflüsse inzwischen stabilisiert.
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Doch nicht alle kommen auf dasselbe Ergebnis. Die Analyseplattform DefiLlama beziffert die Abflüsse auf 5,81 Milliarden Dollar, also deutlich mehr. Binance hält diese Zahl für ungenau. Laut einem Sprecher rechnet DefiLlama fälschlicherweise auch interne Transfers mit ein, bei denen Binance Gelder auf neue eigene Wallets verschoben hat. Nach eigenen Angaben verwaltete die Börse Ende Oktober Vermögenswerte von 171 Milliarden Dollar.
FBI vermutet Nordkorea hinter dem Diebstahl
Der mit einem Umfang von 6,3 Milliarden Dollar bislang grösste Diebstahl von Kryptowährungen in der Geschichte geht nach Erkenntnissen des FBI auf das Konto Nordkoreas. Konkret machte die US-Bundespolizei für den Angriff auf die Kryptobörse Binance die Hackergruppe TraderTraitor verantwortlich – diese soll Verbindungen zu Pjöngjangs Geheimdienst haben. Binance nahm derweil am Sonntag die Auszahlungen schrittweise wieder auf.
Die US-Bundespolizei veröffentlichte zudem eine Liste mit rund 500 Adressen im Ethereum-Netzwerk, die TraderTraitor ihren Erkenntnissen zufolge zur Geldwäsche nutzt. Sie forderte Kryptobörsen und andere Branchendienstleister auf, Transaktionen mit diesen Adressen oder daraus stammende Vermögenswerte zu blockieren.
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