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Sunday, October 4, 2026

Asylorganisation Zürich verliert Aufträge: 450 bangen um Job

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  • Bei der Neuausschreibung wurde der Preis stärker gewichtet als bei der letzten Vergabe – das wurde der AOZ zum Verhängnis.
  • Das SEM entzieht der Asylorganisation Zürich (AOZ) ab dem 1. Januar 2027 alle drei Betreuungsmandate in Bundesasylzentren.
  • Rund 450 AOZ-Mitarbeitende sind betroffen; die AOZ analysiert den Vergabeentscheid noch und sucht nach Anschlusslösungen.

Bisher hatte die Asylorganisation Zürich (AOZ) drei Mandate für die Betreuung von Asylsuchenden in Bundesasylzentren. Ab dem 1. Januar 2027 verliert sie alle drei. Bei der Neuausschreibung durch das Staatssekretariat für Migration (SEM) haben andere Anbieter den Zuschlag erhalten.

Die sechs ausgeschriebenen Mandate gehen an zwei Unternehmen: Die ORS Service AG übernimmt die Betreuung in den Asylregionen Westschweiz, Bern, Ostschweiz und Tessin-Zentralschweiz. Die Convalere AG erhält die Mandate für die Nordwestschweiz und Zürich. Laut SEM haben die beiden Unternehmen das beste Preis-Leistungs-Verhältnis geboten und mit ihrem Angebot überzeugt.

Starker Fokus auf den Preis

An der bisherigen Arbeit der AOZ habe es nicht gelegen, sagt SEM-Sprecherin Anne Césard auf Anfrage: «Das SEM hatte stets eine gute Zusammenarbeit mit AOZ und ist mit ihren Leistungen zufrieden.» Die Neuausschreibung sei nötig geworden, weil die laufenden Verträge Ende 2026 auslaufen.

Für die Vergabe waren fünf Kriterien entscheidend. Neben dem Preis bewertete das SEM vier Konzepte: zur Personalplanung und zum Umgang mit schwankenden Belegungszahlen, zur Grundversorgung, zur Betreuung sowie zur Aus- und Weiterbildung. Beim Betreuungskonzept standen Menschen mit besonderen Bedürfnissen und die Gewaltprävention im Fokus. Zudem wurde der Preis stärker gewichtet als bei der letzten Ausschreibung.

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«Aus unserer Sicht kompetitives Angebot»

Ob die Vergabe am Preis gescheitert ist, könne die AOZ gegenüber 20 Minuten noch nicht abschliessend sagen. «Die AOZ hat ein gutes, aus unserer Sicht kompetitives und fortschrittliches Angebot eingereicht», sagt Kommunikationsleiter Marc Werlen auf die Gründe für die verlorenen Zuschläge angesprochen. Die genaue Analyse des Vergabeentscheids sei noch nicht abgeschlossen.

Klar ist hingegen: Der Entscheid hat erhebliche Folgen für die Organisation. Laut AOZ sind rund 450 Mitarbeitende direkt betroffen. Ob und wie viele Stellen am Ende gestrichen werden müssen, lasse sich noch nicht sagen. «Die AOZ setzt sich mit aller Kraft dafür ein, dass möglichst viele unserer vom Vergabeentscheid betroffenen Mitarbeitenden bei den neuen Betreuungsorganisationen oder bei der AOZ eine Anschlusslösung finden werden», so Werlen.

Hast du oder hat jemand, den du kennst, Fragen oder Probleme im Bereich Migration/Asylverfahren?

Hier findest du Hilfe:

Carolin Teufelberger

Carolin Teufelberger (cat) arbeitet seit 2024 für 20 Minuten als Redaktorin beim Ressort News, Wirtschaft & Videoreportagen.

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