Ferkelexport nach Deutschland: Schweizer Tierschützer erstatten Strafanzeige gegen Suisseporcs
Ferkelexport nach Deutschland
Schweizer Tierschützer erstatten Strafanzeige gegen Suisseporcs
In der Schweiz werden massiv zu viele Schweine produziert. Tierschutzorganisationen kritisieren den Export nach Deutschalnd. Sie sprechen von Tierquälerei. Der Verband wehrt sich.
Publiziert: vor 11 Minuten
Aktualisiert: vor 9 Minuten
Darum gehts
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- Schweineüberproduktion: Wochenweise 900 Ferkel ins Ausland transportiert
- Tierschützer kritisieren Tierleid und fordern Inlands-Lösungen
- 22'600 Ferkelexporte von Juni bis November 2026 geplant
Simone SteinerBundeshausredaktorin
In der Schweiz gibt es viel zu viele Schweine. Wegen der massiven Überproduktion sollen jede Woche rund 900 Ferkel in einem zehnstündigen Transport zu einem Schlachthof bei Stuttgart gebracht werden. Die Organisation Tier im Fokus hat eine Strafanzeige wegen mehrfacher Tierquälerei gegen die Verantwortlichen des Verbands Suisseporcs eingereicht. Unterstützt wurde sie dabei von der Stiftung für das Tier im Recht.
Das Problem ist nicht neu: Bereits seit einem Jahr produziert die Branche mehr Tiere, als der Markt aufnehmen kann. Rund 5000 Ferkel sollen jede Woche zu viel geboren werden. Laut einem internen Papier von Suisseporcs, das SRF vorliegt, sollen von Anfang Juni bis voraussichtlich Ende November 22'600 Tiere exportiert werden.
Angst und Stress für Ferkel
Das kritisieren die Tierorganisationen scharf. Es bestehe eine Lösung im Inland, heisst es in einer Mitteilung. Die Organisationen berufen sich auf den SRF-Bericht, wonach der Betreiber des Schlachthofs Zürich erklärte, sein Betrieb hätte genügend Kapazität für die Schlachtung der Tiere. Er sei jedoch nicht angefragt worden.
«Die Branche karrt Tausende Ferkel ins Ausland, um eine selbstverschuldete Überproduktion zu korrigieren», wird Mediensprecher Tobias Sennhauser zitiert. Die Ferkel bezahlten mit Angst und Stress für die Fehler der Branche. Das sei nicht rechtens: Das Bundesgericht habe festgehalten, dass rein betriebswirtschaftliche Interessen eine Missachtung der Tierwürde nicht rechtfertigen würden.
Suisseporcs widerspricht
Stefan Müller, Geschäftsführer von Suisseporcs, wehrt sich gegen die Vorwürfe der Tierschützer. Dass der Schlachthof Zürich Kapazitäten für die Schlachtung gehabt hätte, bezeichnet er als «Fehlinformation». Suisseporcs habe alle möglichen Schweizer Lösungen abgeklärt und ausgeschöpft. Es würden nur die Tiere nach Deutschland gebracht, die nicht in der Schweiz geschlachtet werden könnten.
Mehr will er zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. «Wir äussern uns, wenn die Gerichtsdokumente bei uns auf dem Tisch liegen», sagt er.
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