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Tuesday, October 6, 2026

Rohrer stürmt für den EVZ anstatt in der NHL

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«Fortschritte machen, die ich anstrebe»

Rohrer stürmt für den EVZ anstatt in der NHL

Vinzenz Rohrer begeistert beim EVZ und ist dessen Transfercoup. Der junge Vorarlberger hat seine Unbeschwertheit wiedergefunden, nachdem er in den letzten Jahren viele Entscheidungen treffen musste, die seine Karriere betreffen.

Publiziert: vor 35 Minuten

  • Vinzenz Rohrer hat beim EVZ einen starken Saisonstart hingelegt
  • Noch immer wird er von NHL-Klub Montréal ausgeliehen
  • Der 22-Jährige sieht bei Zug die Chance für seinen Reifeprozess

Vinzenz Rohrer spielt diese Saison stark auf – als Stürmer des EV Zug. Der NHL-Klub Montréal leiht den Österreicher auch in dieser Saison wieder aus. Sein Wechsel weg vom ZSC hat im Sommer für Aufsehen gesorgt. Dabei sagt er selbst von sich, dass er nicht gerne im Mittelpunkt steht. Doch das Rampenlicht scheint – wie die Herbstsonne an diesem Nachmittag am Zugersee – immer mal wieder auf den wirbligen und kreativen Stürmer, seit er 2022 von den Canadiens in der dritten Runde gedraftet worden ist.

Der Draft – ein Highlight. Die NHL, das Ziel? Rohrer beendet seine Saison in der kanadischen Juniorenliga OHL bei den Ottawa 67’s und kehrt 2023 zu den Lions zurück, für deren Nachwuchs er einst als Zwölfjähriger seine Heimat verlassen hat. Zwei Jahre läuft er im ZSC-Dress auf, ehe er 2025 bei Montréal einen Einstiegsvertrag, einen sogenannten Entry Level Contract über drei Saisons, unterschreibt. Nach einer Klasse-WM mit Österreich (4 Tore, 2 Assists) und dem zweiten Meistertitel mit dem ZSC. Ob es eine Geduldsprobe für ihn gewesen sei? «Nein, ich beschäftigte mich nicht damit, freute mich aber, als es so weit war mit dem Vertrag.»

Rohrer hört auf sein Gefühl

Vor seiner Abreise ins Canadiens-Camp büffelt Rohrer Französisch. Im Magazin jener Sprachschule sagt der Nationalspieler damals auf die Frage, was er in Kanada am meisten vermissen werde: «Mein engeres Umfeld, meine Kollegen und meine Familie. Und das Essen meiner Oma in Österreich. Ich denke, das sind die Sachen, die mir während der Saison jeweils Halt geben.» Im Camp kann Rohrer seine Hockey-Qualitäten zeigen. Dennoch kehrt er – wie vorher schon für den Fall vereinbart – auf Leihbasis zu den Lions zurück. In vielen Fällen ist es die NHL-Organisation, die eine Rückkehr nach Europa für die Entwicklung eines jungen Spielers für förderlicher hält als die Abschiebung ins AHL-Farmteam. Doch hier trägt der 22-Jährige den Entscheid mit.

Im Gespräch darüber spürt man, dass sich Rohrer in den vergangenen Jahren intensiv mit diesem Thema befasst hat. Aus dem kecken Teenager mit dem Herz auf der Zunge ist ein besonnener junger Mann geworden, der sich mit sich, seinen Bedürfnissen, seinem Wohlergehen, seiner Passion Hockey befasst. «Es ist viel passiert seit dem Draft, ich habe mir viele Gedanken gemacht.» Rohrer wählt seine Worte mit Bedacht. Wie erklärt man, dass man als gedrafteter Spieler auch gerne in Zürich oder jetzt eben in Zug spielt? Er überlegt.

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«Es ist viel passiert seit dem Draft, ich habe mir viele Gedanken gemacht.»

Vinzenz Rohrer, von Montréal an den EV Zug ausgeliehener Stürmer

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Der Vorarlberger hört auf sein Gefühl. Es sagt ihm, dass es für seine Weiterentwicklung am besten gewesen ist, letzte Saison beim ZSC und nun beim EVZ zu stürmen. «Hier kann ich die Fortschritte machen, die ich anstrebe.» Den Wechsel nach Zug beschreibt er als Chance für einen Reifeprozess. Der durchdachte Entscheid beflügelt ihn, das ist auf dem Eis nicht zu übersehen. «Ich bin motiviert, noch besser zu werden. Ich fühle mich wohl, möchte in die neue Herausforderung reinwachsen.» Dass es bereits das zweite seiner drei Vertragsjahre bei Montréal ist, umtreibt ihn nicht, die Verantwortlichen der Canadiens kennen seine Beweggründe. Denn wenn etwas unbestritten ist: Dem Business NHL muss man gewachsen sein, in allen Belangen. «Vielleicht wird von manchen unterschätzt, was es mit dir als Menschen macht.»

Seine Unbeschwertheit ist ihm wichtig. Sie ist zurück, weil Rohrer weiss, was er braucht, um auf dem Eis eben diesen Energie-Spieler zu verkörpern, den man jetzt sieht. Dies nach einer schwierigen Saison in Zürich: «Es gab verkopfte Phasen.» Im mit Stars gespickten Ensemble kann er sich nicht wie erhofft entfalten. Oder in Punkten gesprochen: In 41 Quali-Spielen bucht er vier Tore und acht Assists. Im EVZ-Dress hat er in fünf Partien schon zwei Tore geschossen und sechs Assists gegeben. Nach drei lehrreichen Jahren in Zürich sieht er in Zug die Möglichkeit, eine grössere Rolle mit mehr Verantwortung einnehmen zu können und in wichtigen Spielsituationen auf dem Eis zu stehen. «Ich habe den Platz gefunden, der jetzt für mich stimmt.» Deswegen ist es vielleicht der wichtigste Entscheid seiner Karriere gewesen.

Er wohnt in einer 5er-WG

Rohrers Qualitäten sind das Läuferische, der Spielwitz, die Intensität. Seine Herausforderung sei nun, diese Stärken hochzuhalten, in Scheibenbesitz noch besser zu werden, Powerplay zu spielen, «einfach den Hockey-Rucksack zu füllen», auf dem Weg zu einem kompletteren Spieler. Und vielleicht eines Tages in die NHL. Die Erkenntnis, dass er dafür neben dem Eis das Leben mit den Werten braucht, die wesentlich sind für ihn, ist bedeutend. Wie schon vor Jahren betont, das enge Umfeld gibt ihm Halt. Die Gemeinschaft ist dem Single wichtig. Bereits in Zürich hat er in einer WG gewohnt, zusammen mit Alessandro Segafredo (22), der einer seiner besten Freunde ist. Der neue Lakers-Stürmer sagt über Rohrer als Spieler: «Er ist extrem interessiert daran, sich überall zu verbessern. Bei den Junioren war er schon gut. Ich sah, wie er an allem arbeitet, und ab der U17 ging es einfach nur bergauf.» Und über ihn als Menschen? «Vinnie ist bodenständig und ein guter Zuhörer. Man fühlt sich wohl in Gesprächen mit ihm.»

Aktuell wohnt Rohrer in Cham ZG sogar in einer 5er-WG mit EVZ-Verteidiger Samuel Guerra (33), einem Athletiktrainer sowie zwei U21-Junioren. «Wir haben einen WG-Chat und eine Ämtli-Liste. Wir wechseln uns ab mit Putzen und dem Abwasch», verrät er. Der Youngster des Jahres 2024 mag es, Abende für Kollegen zu organisieren, mit einem feinen Essen oder künftig auch mal einem Spieleabend. Soziale Medien, mit denen viele Leute seines Alters haufenweise Zeit verbringen, interessieren den zweifachen Meister (2024, 2025) überhaupt nicht. Es ist das reale Leben, das für Rohrer zählt. Lieber telefoniert er stundenlang mit seiner Familie in Feldkirch oder Freunden, das gibt ihm mehr.

Mannschaft

SP

TD

PT

1

ZSC Lions

ZSC Lions

8

16

23

2

Genève-Servette HC

Genève-Servette HC

10

3

18

3

SCL Tigers

SCL Tigers

9

5

15

4

HC Ambri-Piotta

HC Ambri-Piotta

9

-5

14

5

HC Ajoie

HC Ajoie

9

1

14

6

HC Fribourg-Gottéron

HC Fribourg-Gottéron

9

5

14

7

HC Davos

HC Davos

9

0

13

8

Lausanne HC

Lausanne HC

9

-4

12

9

SC Rapperswil-Jona Lakers

SC Rapperswil-Jona Lakers

9

-8

11

10

EV Zug

EV Zug

6

8

10

11

EHC Biel

EHC Biel

8

-1

10

12

SC Bern

SC Bern

7

-2

9

13

HC Lugano

HC Lugano

7

0

8

14

EHC Kloten

EHC Kloten

9

-18

6

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