Sondersitzung einberufen – Polen prüft Hinweise auf Anschlag auf Regierungschef Tusk

- Polnische Behörden sind wegen Hinweisen auf Anschlagspläne in Alarmbereitschaft.
- Die Sicherheitsdienste beriefen am Sonntag eine Sondersitzung ein.
- Zuvor waren Informationen über einen möglichen Anschlag auf Ministerpräsident Donald Tusk und Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz eingegangen.
Ein Sprecher der Sicherheitsbehörden erklärte, er könne zwar keine Einzelheiten nennen, doch die Bedrohung werde als «todernst» eingestuft. «Wir gehen von einer hohen Wahrscheinlichkeit aus, dass diese Bedrohungen in die Tat umgesetzt werden.»
Eine Sprecherin des Innenministeriums teilte mit, dass der für die Sicherheit von Regierungsmitgliedern zuständige Staatliche Schutzdienst (SOP) eine E-Mail mit Informationen über den möglichen Anschlag an die Polizei weitergeleitet habe.
Wir gehen von einer hohen Wahrscheinlichkeit aus, dass diese Bedrohungen in die Tat umgesetzt werden.
Das Treffen der Geheimdienste und der Polizei fand im Antiterrorismuszentrum statt.
Behörden sind aktuell ohnehin alarmiert
Gewaltverbrechen sind in Polen vergleichsweise selten. Allerdings nahm die Polizei im August einen 23-jährigen Mann fest, dem vorgeworfen wird, zur Ermordung hochrangiger polnischer Politiker aufgerufen zu haben. Und im Jahr 2024 gab Tusk an, Drohungen erhalten zu haben, nachdem es zu einem Attentatsversuch auf den slowakischen Ministerpräsidenten Robert Fico gekommen war.
Abgesehen davon kommt der Bericht von Indizien für einen Anschlag auf hochrangige Regierungsmitglieder nur Tage nach einer Welle von Gewalttaten an polnischen Schulen.
Und wegen seiner Nähe zum Kriegsschauplatz Ukraine ist Polen auch geografisch latent mit Sicherheitsrisiken konfrontiert.
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