Datenschutz beim HomeView: Was Apple plant und wo Defizite liegen
Apple kann es doch: ein iOS- und iPadOS-artiges Gerät mit „richtigem“ Multi-User-Betrieb, der über die Profile von tvOS hinausgeht. Denn genau das ist die neue Heimzentrale HomeView: Sie kann bis zu sechs Personen unterscheiden und ihnen jeweils eine eigene Benutzeroberfläche liefern. Der Wechsel ist dabei fliegend: Nutzer werden über die integrierte 12-Megapixel-Frontkamera identifiziert. Wichtig dabei: Der HomeView verfügt nicht über Apples als sicher geltende Gesichtserkennung Face ID, es fehlt also etwa die notwendige Infrarotsensorik, die die Gesichtsform identifiziert. Daher setzt Apple auf einen anderen Ansatz: Neben der Gesichtserkennung per Kamera muss auch mit dem HomeView gekoppeltes iPhone oder iPad vorhanden sein, das kürzlich entsperrt wurde. Wie dies dann in einer Familie abläuft, die ja häufiger gemeinsam in einem Raum sein dürfte, muss erst die Praxis zeigen.
Kein Zugriff auf Nachrichten anderer Personen
Die Anpassung pro Person geht weit: Jeder hinterlegte User hat seinen eigenen, frei konfigurierbaren Homescreen mit Widgets und Apps. Das gilt auch für Musik in Apple Music (außer bei geteiltem Account), Fotos und insbesondere Nachrichten-App und Kalender. In einem Werbevideo zeigte Apple, wie ein Bruder versucht, auf die iMessage-Botschaften seiner Schwester zuzugreifen, was ihm nicht gelingt.
Der HomeView hat auch eine Art Fallback zur Personenunterscheidung, wenn es bei der Funkversorgung hakt: Hängt das verbundene iPhone oder das verbundene iPad nicht mehr im WLAN, bleibt die Erkennung erhalten, solange es kürzlich eine Verbindung gab und das Gerät weiterhin über eine Mobilfunkverbindung verfügt (sowie, wie oben, kürzlich entsperrt wurde).
Verschlüsselungstechnik im HomeView
Apple betont weiterhin, dass der im HomeView steckende A18-Chip (aus dem iPhone 16) über Secure Exclaves verfügt, die die Kamera- und Mikrofondaten separat vom System behandeln. Apple selbst oder andere Prozesse könnten nicht zugreifen, außer der User erlaubt es explizit (etwa bei Verwendung der FaceTime-App). Siri AI scheint wiederum, wie man es bereits von Siri kennt, Stimmen unterscheiden zu können, um kein Einfallstor zu bieten.
KI-Abwicklungen erfolgen entweder auf dem Gerät oder in Apples Serverinfrastruktur Private Cloud Compute. Teilweise werden Siri-AI-Aufgaben auch auf das gekoppelte iPhone oder iPad ausgelagert. Interessant: Auch wenn dieses nicht über Kompatibilität für Apple Intelligence verfügt, sind Standardfunktionen wie generelle Chatbot-Anfragen weiterhin möglich. Der persönliche Kontext fällt dann aber weg. Einstellungen zur Siri-Stimme (Geschwindigkeit, Expressivität) werden ebenfalls auf einem kompatiblen iPhone oder iPad vorgenommen.
Empfohlener redaktioneller Inhalt
Mit Ihrer Zustimmung wird hier ein externer Preisvergleich (heise Preisvergleich) geladen.
Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen (heise Preisvergleich) übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.