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Wednesday, November 4, 2026

Schwing-Stars bringen Nationalsport in den Senegal

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Sand statt Sägemehl

Schwing-Stars bringen Nationalsport in den Senegal

Der «Hoselupf» mal anders. Am Rande der Olympischen Jugendspiele sind drei Schweizer Schwingtalente in den Senegal gereist und lernen dort die Sportart von einer ganz anderen Seite kennen.

Publiziert: vor 16 Minuten

  • Drei Schweizer Schwingtalente besuchen Dakar und treten im Schwingen sowie im senegalesichen Laamb an
  • Beim Laamb ist freies Greifen erlaubt, verloren ist bei Rücken, Kopf oder vier Gelenken im Sand
  • Der Austausch findet im Zusammenhang mit den Olympischen Jugendspielen in Dakar statt

Während in der Schweiz die Vorbereitungen auf die neue Schwingsaison laufen, sind die Schwing-Talente Michael Moser (21), Romain Collaud (24) und Matthieu Burger (25) in Westafrika unterwegs. Die Schweizer Botschaft hat die drei Eidgenossen eingeladen, das westafrikanische Pendant zum traditionellen Schweizer Schwingen kennenzulernen, und hat in einer Banlieue in Dakar zwei Ringrunden organisiert – einmal nach senegalesischer Art und einmal nach Schweizer.

«Hoselupf» mit Schlägen und Lendentuch

In der ersten Runde wartet auf die Schweizer das senegalesische Laamb. Wie beim Schwingen geht es darum, den Gegner mit Kraft und Technik aus dem Gleichgewicht zu bringen. Doch die Unterschiede zum traditionellen «Hoselupf» sind gross: Statt des festen Griffs an die Schwinghose – im Senegal ein gebundenes Lendentuch – ist das freie Greifen am ganzen Körper erlaubt. Zudem verliert hier, wer den Sand mit dem Rücken, dem Kopf oder vier Gelenken berührt. Frauen kämpfen im Senegal nicht.

Und noch etwas unterscheidet sich: Neben der reinen Ringvariante kennt man im Senegal die «lutte avec frappe», bei der zusätzlich Schläge erlaubt sind. Gegen die Schweizer bleibt es jedoch bei der klassischen Form. Die Schwinger halten sich stark gegen die Ringer, müssen sich aber schliesslich geschlagen geben.

Im zweiten Gang kommen dann die Gäste aus der Schweiz zum Zug. In ihrer Paradedisziplin setzen sie sich trotz starker Gegenwehr durch. Die Stimmung ist ausgelassen. «Beide Nationen haben ihren Traditionen alle Ehre gemacht», sagt der Ringer Moussa Dioum nach den Kämpfen.

«Schön, Menschen zu treffen, die dieselbe Leidenschaft teilen»

Das Aufeinandertreffen wird gross gefeiert. Jodeln und Alphornblasen gibt es hier nicht, dafür wird getrommelt, Salz verstreut und Wassertropfen über den Körper gegossen. Es wird getanzt, auch die Schweizer stampfen begeistert mit.

Genau dieser kulturelle Austausch steht im Zentrum der Reise, die im Rahmen der Olympischen Jugendspiele stattfindet. Auch wenn das Schwingen nicht olympisch ist, soll damit die kulturelle Offenheit im Sport gefördert werden. Für Moser, Collaud und Burger ist es die erste Reise auf den afrikanischen Kontinent – und die Begegnung hinterlässt einen bleibenden Eindruck. «Es ist schön, neue Menschen zu treffen, die dieselbe Leidenschaft für eine ähnliche Sportart teilen. Das ist einfach grossartig», sagt Burger begeistert.

Der kulturelle Austausch im Schwingen ist nicht ganz neu: Schwingerkönig Christian Stucki (41) reiste 2017 für die SRF-Sendung «Chrigu und Sepp – Zwei Fäuste und ein Halleluja» in den Senegal.

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