Alice Schwarzer stellt Frauenmagazin "Emma" ein
Nach 50 Jahren:Alice Schwarzer stellt Frauenmagazin "Emma" ein
Nach 50 Jahren ist Schluss: Alice Schwarzer stellt ihr feministisches Magazin "Emma" ein. Im Dezember erscheint die letzte Ausgabe. "Wir meinen, es reicht", erklärte Schwarzer.
Das feministische Magazin "Emma" wird Anfang Dezember nach 50 Jahren eingestellt. Gründerin Alice Schwarzer kündigte an, dass die Ausgabe vom 8. Dezember die letzte sein werde.
Wirtschaftliche Gründe seien dabei nicht ausschlaggebend, teilte die 83-jährige Frauenrechtlerin mit. "Sicher, auch unsere Auflage sinkt. Aber unsere Einnahmen decken immer noch die Ausgaben", versicherte Schwarzer in einer Erklärung. "Nein, wir gehen, weil wir meinen: Es reicht!" "Emma" habe über drei Generationen hinweg die Stellung gehalten und "gegen so manchen Unsinn im Namen des Feminismus" Position bezogen.
Also gestattet: Jetzt sind wir ermattet.
Alice Schwarzer, "Emma"-Gründeirn
Erste "Emma"-Ausgabe erschien im Januar 1977
Schwarzer gilt als Deutschlands bekannteste Feministin. Die von ihr gegründete "Emma" erschien am 26. Januar 1977 zum ersten Mal. Ihr Motiv dabei beschreibt Schwarzer heute so: "Es war die Frauenfeindlichkeit der von uns Feministinnen so genannten "Männermedien", die mich zu dem Schluss kommen ließ, dass wir Journalistinnen ein eigenes Magazin, eine eigene Stimme haben müssten."
Immer mal wieder kam auch die Frage auf, ob Schwarzer die Leitung der im Zweimonatsrhythmus erscheinenden "Emma" nicht in jüngere Hände geben müsse. 2008 übernahm tatsächlich die Journalistin Lisa Ortgies die Chefredaktion, doch schon nach kurzer Zeit kam es zum Zerwürfnis, und Schwarzer nahm das Heft wieder selbst in die Hand.
Das Magazin kündigte an, dass das Emma-Archiv in den Bestand des Deutschen Literaturarchivs Marbach aufgenommen werden soll. Die letzte Ausgabe am 8. Dezember soll doppelt so umfangreich sein wie sonst, zudem will die Redaktion mit den "wichtigsten 50 Themen" Bilanz ziehen.
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