Wenn ein Update schiefgeht: openSUSE Leap bekommt einen Immutable-Modus
openSUSE Leap 16.1 ist als Release Candidate verfügbar. Die wichtigste Neuerung ist ein optionaler Immutable-Modus mit schreibgeschütztem Root-Dateisystem und transaktionalen Updates. Er übernimmt künftig die Rolle von Leap Micro: Eigenständige Versionen 6.3 oder 7.0 soll es nicht geben.
Bei einem Immutable-Linux bleibt das Basissystem im laufenden Betrieb vor direkten Änderungen geschützt. Aktualisierungen werden als neuer, in sich geschlossener Systemzustand vorbereitet; bei Problemen lässt sich ein früherer Zustand wiederherstellen. Das richtet sich primär an Betreiber vieler gleichartig verwalteter Systeme, etwa Container- und VM-Hosts sowie Edge-Geräte, kann aber auch für Desktops interessant sein.
Leap Micro geht in Leap auf
Wie das Projekt in seiner Mitteilung zum Release Candidate erklärt, lässt sich der neue Modus über den regulären Installer Agama auswählen. Die Option ist aber erst seit Kurzem integriert. openSUSE bittet deshalb ausdrücklich darum, sie im RC zu testen.
Wer bisher vorkonfigurierte Leap-Micro-Images verwendet hat, findet entsprechende Varianten weiterhin unter den alternativen Downloads. Dazu zählen Images für KVM/Xen, Hyper-V, VMware, Harvester und die Cloud, ein vollständig verschlüsseltes Raw-Disk-Image sowie ein Self-Install-Image für USB-Installationen. Die Erstkonfiguration läuft wie bei Leap Micro über Ignition oder Combustion. Bestehende Installationen von Leap Micro 6.2 lassen sich mit dem opensuse-migration-tool umstellen. Es ist allerdings noch experimentell; openSUSE rät vor der Migration zu einem Backup.
Updates per Snapshot
Im Immutable-Modus übernimmt transactional-update die Aktualisierung. Das Werkzeug legt für jedes Update einen neuen Snapshot an, sodass sich eine fehlgeschlagene Änderung mit sudo transactional-update rollback zurücknehmen lässt. Änderungen am Basissystem werden erst nach einem Neustart wirksam. Zusätzliche Software soll nach Empfehlung des Projekts möglichst in Containern mit Podman oder Distrobox laufen. Für Desktop-Anwendungen bietet sich Flatpak an. RPM-Pakete auf dem Host bleiben möglich, etwa mit sudo transactional-update pkg install <paket>.
Abseits des neuen Modus aktualisiert Leap 16.1 KDE Plasma von 6.4 auf 6.6, hinzu kommen Qt 6.11 und KDE Frameworks 6.25. Gnome bleibt bei Version 48 und erhält Bugfixes. Auch LXQt steigt von 2.2 auf 2.4; Xfce bleibt bei 4.20.
Während der RC-Phase plant openSUSE ungefähr einen Build pro Woche. Einen festen Veröffentlichungstermin nennt die Mitteilung nicht: Leap 16.1 soll am selben Tag wie SUSE Linux Enterprise Server 16.1 erscheinen, damit nach der Freigabe keine Lücke bei Wartungsupdates entsteht. Laut einer früheren Mitteilung des Projekts ist die allgemeine Verfügbarkeit für November geplant.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.