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Sunday, September 20, 2026

Fussball-Juwel Romano erklärt Nati-Absage: «Am Ende war es eine Herzensangelegenheit»

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Fussball-Juwel Romano erklärt Nati-Absage

«Am Ende war es eine Herzensangelegenheit»

Alessandro Romano spricht im exklusiven Blick-Interview über seine Wahl für die Squadra Azzurra, den Einfluss von Roberto Mancini und seine grossen Ziele.

Publiziert: vor 6 Minuten

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Carlo Emanuele FrezzaReporter Fussball

Alessandro Romano, müssen Sie sich gerade jeden Morgen kneifen?
Alessandro Romano: Manchmal schon.

Sie sind Stammspieler in der Serie A, haben bei Ihrem Debüt für Cagliari sogleich ein Tor erzielt. Plötzlich redet ganz Italien von Ihnen. Und auch in der Schweiz sind Sie Dauerthema. Auf Instagram haben Sie Tausende Follower mehr. Wie gehen Sie damit um?
Dass es so schnell gehen würde, war die Vision, die mich jeden Tag angetrieben hat. Bevor ich bei Cagliari ins Training eingestiegen bin, habe ich mich während der Ferien in Zürich gemeinsam mit meinem Vater bestmöglich auf diesen Schritt vorbereitet und hart gearbeitet. Dass es nun so gut läuft, bestätigt mich in meiner täglichen Arbeit.

Was waren ursprünglich Ihre Ziele für diese Saison?
Ich wollte in jedem Training alles geben und mich für Einsätze empfehlen. Vor dem Trainingsstart im Juli haben wir viele Spiele von Cagliari angeschaut, um möglichst gut zu verstehen, wie Trainer Fabio Pisacane spielen lassen möchte. Eine optimale Vorbereitung ist für mich sehr wichtig.

Sie waren im ersten Halbjahr 2026 auf Leihbasis bei Spezia in der Serie B und wurden sofort Stammspieler. Nun scheint es auch in Cagliari, als bräuchten Sie kaum Anlaufzeit. Wie machen Sie das?
So einfach ist es sicher nicht. Zwar wird die Serie B in der Schweiz nicht selten etwas unterschätzt. Ich vermute nämlich, dass sich nicht alle Super-League-Teams in dieser Liga problemlos behaupten könnten. Ich glaube aber an die tagtägliche Arbeit und investiere deshalb sehr viel Zeit vor und nach dem Training in Prävention, Mentalcoaching und Erholung.

Sie investieren also auch abseits des Trainings viel, um auf diesem Niveau bestehen zu können?
Inzwischen habe ich auch von meiner Mutter gelernt zu kochen. Die Ernährung ist sehr wichtig, wenn man Leistungen erbringen möchte. Fussball ist mein Leben und ich gebe alles, um die höchstmöglichen Ziele zu erreichen.

Zuletzt wurde viel über Ihre schweizerisch-italienische Doppelbürgerschaft gesprochen. Sie haben sich letztlich entschieden, künftig für die Squadra Azzurra aufzulaufen. Weshalb?
Weil ich es so in meinem Herzen gefühlt habe. Ich habe keine Pro-und-Kontra-Liste gemacht und mir überlegt, wo ich wie viele Einsatzmöglichkeiten hätte oder wer zuletzt an einem grossen Turnier teilgenommen hat.

Hat es Sie überrascht, wie sehr Ihre Entscheidung in der Öffentlichkeit interessiert hat und thematisiert wurde?
Ehrlich gesagt ja.

Sie sind vor vier Jahren vom FC Winterthur nach Italien in die Nachwuchsabteilung der AS Roma gewechselt – ins Land Ihrer Eltern und Grosseltern. Wie prägend war diese Zeit?
Unglaublich stark. Anfänglich war es zwar schon anspruchsvoll, weit weg von zu Hause zu sein. Ich habe mich in Italien aber sehr schnell heimisch und geborgen gefühlt. Meine Eltern haben alles unternommen, um mich zu unterstützen. Das war überhaupt nicht selbstverständlich, weil mein Bruder Luca auch Fussball spielt (Anm. d. Red.: heute beim SC Kriens in der Challenge League) und meine kleine Schwester damals zur Schule ging und mit Synchronschwimmen auch ein zeitintensives Hobby hat. Wir haben einen sehr engen Familienzusammenhalt und das war letztlich wichtig und entscheidend, dass ich mich durchgebissen habe.

Das ist Alessandro Romano

Am 17. Juni 2006 kommt Alessandro Romano in Winterthur zur Welt und wächst in Dietlikon auf. Beim FC Winterthur beginnt er mit dem Fussball. 2022 wechselt er in die Nachwuchsabteilung der AS Roma und debütiert Anfang 2026 in der Serie A. Nach einer Leihe zu Spezia überzeugt er so sehr, dass Cagliari ihn im Sommer für 6,5 Millionen Euro verpflichtet. Romano durchlief sämtliche Schweizer Nati-Nachwuchsstufen, wird künftig aber für die italienische Nationalmannschaft auflaufen.

Am 17. Juni 2006 kommt Alessandro Romano in Winterthur zur Welt und wächst in Dietlikon auf. Beim FC Winterthur beginnt er mit dem Fussball. 2022 wechselt er in die Nachwuchsabteilung der AS Roma und debütiert Anfang 2026 in der Serie A. Nach einer Leihe zu Spezia überzeugt er so sehr, dass Cagliari ihn im Sommer für 6,5 Millionen Euro verpflichtet. Romano durchlief sämtliche Schweizer Nati-Nachwuchsstufen, wird künftig aber für die italienische Nationalmannschaft auflaufen.

Wie kam damals der Wechsel in die italienische Hauptstadt zustande?
Wir wollten den FC Winterthur verlassen, weil wir zur Überzeugung gelangt waren, dass ich mich anderswo besser weiterentwickeln könnte. Dabei wurde mir mehrmals gesagt, dass man erst ins Ausland wechseln sollte, wenn man zwanzig bis dreissig Super-League-Spiele bestritten hat.

Welche Möglichkeiten hatten Sie damals?
Ich hätte nach Freiburg oder nach London gehen können. England war für mich damals aber keine Option. Italien hat mich deutlich mehr gereizt als Deutschland, auch wenn ich wusste, wie gut in Freiburg gearbeitet wird. Das sieht man nicht zuletzt an der Entwicklung von Johan Manzambi. Letztlich führen aber viele Wege nach Rom – auch meiner.

In Rom haben Sie sich in den Jugendligen schnell einen Namen gemacht. Wann kam der erste Kontakt mit dem italienischen Verband zustande?
Den ersten Kontakt gab es bereits auf der U17-Stufe. Danach ist der Austausch bestehen geblieben. Zuletzt habe ich sogar ein Aufgebot für die U21 ausgeschlagen. Ich habe mich stets auf den Klubfussball konzentriert. Das war und ist für mich das Allerwichtigste.

Letztlich hat sich auch Roberto Mancini persönlich um Sie bemüht. Hat Sie diese Wertschätzung in Ihrer Entscheidung bekräftigt?
Nachdem die Positionen beim italienischen Verband neu besetzt worden waren, hat mich Herr Claudio Ranieri kontaktiert. Er war es auch, der mich bei der AS Roma schon gefördert hatte. Dass sich dann der italienische Nationaltrainer und ein ehemaliger Weltklassefussballer wie Mancini persönlich um mich bemüht hat, ist etwas Besonderes und macht mich stolz. Im Alter von 20 Jahren das Interesse von Herrn Mancini und Herrn Yakin zu wecken, ehrt mich sehr. Genauso der Fakt, dass beide Nationaltrainer zu Spielen von Cagliari gekommen sind, um mich zu sehen. Am Ende war es für mich eine Herzensangelegenheit – kein Entscheid gegen, sondern für eine Nation.

Wie plant Mancini mit Ihnen?
Er hat mir aufgezeigt, wie die nächsten Schritte aussehen könnten. So wie es mir Herr Yakin ebenfalls erklärt hat. Das Allerwichtigste ist, dass ich stets gute Leistungen erbringe und mich in meinem Klub weiterentwickle. Konkurrenz gibt es überall. Ich habe die Chance, mich Woche für Woche zu empfehlen.

Wie wichtig war Ihnen in dieser Zeit der Rat Ihrer Familie?
Wir haben viel miteinander gesprochen. Am Schluss habe ich mich entscheiden dürfen und die Familie ist mit meinem Entscheid einverstanden und äusserst stolz – ganz egal, wie dieser ausgefallen wäre.

Ist es das erklärte Ziel von Ihnen, ein Teil von dem Italien zu sein, das nach drei verpassten Weltmeisterschaften zurück an dieses Turnier gehen soll?
Mein Ziel ist es, morgen gut zu trainieren. Ich möchte die höchstmöglichen Ziele erreichen. Sei es mit Cagliari oder mit der Nationalmannschaft.

Welches sind Ihre ersten Erinnerungen an die Squadra Azzurra?
Da kommt mir sofort der EM-Titel 2021 in den Sinn. Als Italien 2006 Weltmeister wurde, war ich erst drei Wochen alt. Daran kann ich mich persönlich natürlich nicht erinnern. Deshalb gab es in Italien rund um diesen WM-Titel für mich etwas Nachhilfeunterricht.

Sie haben die gesamten Jugend-Nationalmannschaften der Schweiz durchlaufen und waren auch im Footuro-Programm, in dem die grössten Talente des Landes stecken. Wie wichtig war das rückblendend für Sie?
Das hat mich natürlich geehrt und war eine schöne Erfahrung. Ich hatte beim SFV mit Luca Fiorina einen Förderer und sehr guten Ansprechpartner. Ich fühlte mich sehr wohl mit ihm. Der Austausch war regelmässig und stets interessant. Trotzdem konnte ich keinen direkten Nutzen aus diesem Programm ziehen, weil ich schon damals rund um den Fussball ziemlich gut aufgestellt war.

Wie schwer ist es Ihnen gefallen, dem SFV mitzuteilen, dass Sie sich für Italien entscheiden?
Klar war das nicht einfach, weil ich sehr gute Gespräche mit Herrn Yakin, Marinko Jurendic und Davide Callà geführt habe. Aber auch das gehört dazu. Wenn man ehrlich sagt, was man fühlt, findet man dafür auch Verständnis und Respekt. Letztlich habe ich in der Schweiz eine Ausbildung auf sehr hohem Niveau erhalten, wofür ich sehr dankbar bin.

Hat der SFV zu wenig gemacht, um Sie zu halten?
Nein. Ich halte auch die teilweise harsche Kritik am Verband für nicht angebracht. Die Verantwortlichen des Schweizer Verbandes verdienen für ihre Bemühungen Anerkennung und Respekt. Zum Sport gehört, dass man alles gibt und trotzdem nicht gewinnt. Dass man einen erfolgversprechenden Matchplan hat und der Erfolg am Ende trotzdem nicht garantiert ist.

Können Sie die Enttäuschung der Schweizer Nati-Fans verstehen?
Wenn es so sein sollte, kann ich das verstehen. Ich glaube aber, dass bei ihnen die Freude überwiegt, dass Winsley Boteli für die Schweiz spielen wird.

Ihre Entscheidung ist gefallen. Wie blicken Sie nun auf Ihre Zukunft?
Ich kann mich wieder voll auf den Sport, auf den Fussball und auf meine Leistung fokussieren. Ich freue mich auf das, was kommen wird.

Mannschaft

SP

TD

PT

1

AS Rom

AS Rom

5

11

13

2

Inter Mailand

Inter Mailand

5

7

13

3

Lazio Rom

Lazio Rom

5

5

13

4

Cagliari Calcio

Cagliari Calcio

5

3

12

5

Como 1907

Como 1907

4

5

10

6

AC Mailand

AC Mailand

4

3

8

7

Frosinone Calcio

Frosinone Calcio

4

3

7

8

Juventus Turin

Juventus Turin

4

2

7

9

Sassuolo Calcio

Sassuolo Calcio

5

0

7

10

SSC Neapel

SSC Neapel

4

1

6

11

Atalanta BC

Atalanta BC

4

0

6

12

US Lecce

US Lecce

4

-2

6

13

Udinese Calcio

Udinese Calcio

5

-3

4

14

FC Turin

FC Turin

5

-3

4

15

AC Monza

AC Monza

5

-4

4

16

AC Florenz

AC Florenz

4

-6

3

17

Bologna FC

Bologna FC

5

-3

2

18

Parma Calcio

Parma Calcio

4

-4

1

19

Genua CFC

Genua CFC

4

-6

1

20

FC Venedig

FC Venedig

5

-9

0

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