Kosmetik gegen Magergesicht – Ozempic-Face bringt Galderma Milliarden

Was ist das Ozempic-Face? Das Ozempic-Face ist keine medizinische Diagnose, sondern ein Begriff, der auf Social Media für hagere, eingefallene Gesichter kursiert. Als Beispiele dienen Bilder von Stars wie Ariana Grande und Robbie Williams, die angeblich mit Abnehmspritzen respektive dem Diabetes-Mittel Ozempic viel Gewicht verloren haben. Das sogenannte «Ozempic-Face» lässt sich kosmetisch behandeln.
Warum profitiert ein Kosmetik-Unternehmen von Abnehmspritzen? Nach starkem Gewichtsverlust verliert die Haut an Elastizität und an Volumen. Darum lassen sich Patientinnen und Patienten nach Gewichtsverlust mit Fillern oder Biosimulatoren behandeln, bei denen Hyaluronsäure oder Substanzen gespritzt werden, die die Bildung von körpereigenem Kollagen fördern. Galderma stellt solche Produkte her. Die Anwendung ist Ärzten vorbehalten. Gemäss Pharmaanalyst Stefan Schneider von der Bank Vontobel schult Galderma Ärztinnen und Ärzte und sichert sich so Kundschaft. Zudem profitiere das Unternehmen indirekt: Wenn sich Patientinnen und Patienten nach einem Gewichtsverlust behandeln lassen, kommen einige davon «auf den Geschmack» und entdecken ästhetische Medizin für weitere Anwendungen.
Wie verdient Galderma Geld? Der Dermatologiekonzern hat drei Geschäftsbereiche. Der grösste Bereich ist das Feld mit ästhetischer Medizin (injizierbare Ästhetik), zudem stellt der Konzern therapeutische und pflegende Hauptprodukte her. Zum Konzern gehören also verschreibungspflichtige Medikamente sowie pflegende Produkte wie zum Beispiel Sonnencreme der Marke Daylong. Das wichtigste Medikament ist ein Produkt gegen starke Juckreize und Neurodermitis mit dem Produktnamen Nemluvio. Im vergangenen Jahr machte der Konzern mit diesem neueren Produkt bereits knapp eine halbe Milliarde Dollar Umsatz. Bis 2027 werden es gemäss Konzern mehr als vier Milliarden sein.
Galderma hat in den ersten neun Monaten weiter kräftig zugelegt und hebt die Jahresprognose an. Der Umsatz stieg in den ersten neun Monaten auf 4.765 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Wachstum von 25.1 Prozent zu konstanten Wechselkursen. Im dritten Quartal erreichte der Umsatz 1.632 Milliarden US-Dollar. Das lag leicht über den Erwartungen.
Für das Gesamtjahr erwartet Galderma nun ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 22.5 bis 23.5 Prozent. Zuvor hatte der Konzern 19 bis 21 Prozent in Aussicht gestellt (awp).
Warum interessieren sich Anleger für Galderma? Der Konzern wurde 1981 von Nestlé und L’Oréal gegründet, seit 2019 ist er eigenständig und seit 2024 an der Börse. Seit vergangenem September sind die Aktien im SMI gelistet und stehen darum im Schaufenster. Im SMI werden die 20 grössten und liquidesten Aktientitel des Schweizer Marktes gehandelt. Da die Aktien von Galderma bei Investorinnen und Investoren seit Börsenstart gut ankamen, stiegen Handelsvolumen und Preise. Der Börsenkurs wird gestützt durch starke Geschäftszahlen und hohe Wachstumsprognosen. Gemäss Stefan Schneider, Pharmaanalyst bei der Bank Vontobel, stehen die Wachstumschancen für Galderma gut. Nebst Abnehmen ist Anti-Aging ein wichtiges Thema und ein Trend.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.