«Auf solche Kennzeichnungen muss man sich verlassen können!»

Reaktionen zur Etiketten-Panne
«Auf solche Kennzeichnungen muss man sich verlassen können!»
Ein falsches Symbol auf der Verpackung sorgt für Ärger: Coop verkaufte Kräuter-Burger mit Schweinefleisch, obwohl ein durchgestrichenes Schwein das Gegenteil versprach. Während einige Leser die Panne kritisieren, nehmen andere den Detailhändler in Schutz.
Publiziert: vor 23 Minuten
- Coop verkauft versehentlich falsch etikettierte Kräuter-Burger mit Schweinefleisch
- Coop nennt es Einzelfall und sensibilisiert Mitarbeitende erneut
- Während einige Leserinnen und Leser den Fehler kritisieren, halten andere die Aufregung für übertrieben
Ein Coop-Kunde aus der Ostschweiz erlebte beim Einkauf eine böse Überraschung: Auf der Verpackung seiner Kräuter-Burger war ein durchgestrichenes Schwein abgebildet. Er ging deshalb davon aus, dass das Produkt kein Schweinefleisch enthält. Erst zu Hause entdeckte er beim Blick auf die Zutatenliste, dass die Burger tatsächlich Schweinefleisch enthielten. Da er aus religiösen Gründen darauf verzichtet, war der Ärger entsprechend gross. «Diese irreführende Kennzeichnung ist problematisch für Menschen, die aus religiösen oder persönlichen Gründen bewusst auf Schweinefleisch verzichten», kritisiert der Leser.
Coop bestätigte gegenüber Blick, dass beim frisch zubereiteten Produkt versehentlich ein falsches Piktogramm aufgeklebt worden war. Der Detailhändler sprach von einem Einzelfall, bedauerte den Fehler und kündigte an, die Mitarbeitenden erneut zu sensibilisieren.
Ärger über falsche Kennzeichnung
Die Panne sorgt auch in der Community für Diskussionen. «Das geht gar nicht! Gerade Menschen, die aus religiösen Gründen auf Schweinefleisch verzichten, müssen sich auf solche Kennzeichnungen verlassen können», findet Leserin Lisa Küng. Es reiche nicht, wenn Coop den Fehler als Einzelfall abtue. «Bei Lebensmitteln muss die Deklaration stimmen, ohne Wenn und Aber.»
Auch Peter Nikolaus weist darauf hin, dass es unterschiedliche Gründe geben kann, auf Schweinefleisch zu verzichten. «Es gibt auch Menschen christlichen Glaubens, welche kein Schweinefleisch essen dürfen», schreibt er. Er verweist auf mögliche gesundheitliche Gründe: «Wer an Rosazea, einer Hauterkrankung, leidet, weiss, dass der Genuss davon starkes Hautjucken auslösen kann.» Umso wichtiger sei eine korrekte Kennzeichnung, damit Betroffene selbst entscheiden können, was auf ihren Teller kommt.
Verständnis für Coop trotz Panne
Doch nicht alle Leserinnen und Leser können die Aufregung nachvollziehen. Einige finden, der Vorfall werde unnötig aufgebauscht. So sieht etwa Thomas Rindlisbacher die Kennzeichnung mit solchen Symbolen grundsätzlich kritisch. Seiner Meinung nach wäre es wichtiger, Allergene auf den Verpackungen prominenter hervorzuheben: «Es ist problematisch, dass Coop eine solche Kennzeichnung überhaupt macht. Wir sind ein christliches Land, jeder kann Schweinefleisch essen. Es wäre wichtiger, Allergene prominenter zu kennzeichnen!»
Leser Rudolf Stäuble sieht die Verantwortung bei den Konsumentinnen und Konsumenten. «Wenn man kein Schweinefleisch essen will, muss man halt, wenn man sich sicher sein will, die deklarierten Zutaten im Laden durchlesen. Das mache ich auch so», schreibt er. Auf aufgeklebte Symbole allein sollte man sich seiner Meinung nach nicht verlassen.
Auch Heiri Meier findet, man müsse den Vorfall in Relation setzen. Da die Burger frisch vor Ort zubereitet und von Hand verpackt würden, könne schnell einmal ein falscher Kleber auf einem Produkt landen. Sein Fazit: «Solange es keine Gefahr für den Verzehr darstellt, ist das ein Fehler in der Kategorie: Das nächste Mal bitte besser machen.»
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