Seltene Botulismusfälle im Wallis: Warnung vor Verzehr

Darum gehts
- Im Wallis sind zwei Fälle von lebensmittelbedingtem Botulismus festgestellt worden.
- Das BLV ruft eine Schweinsterrine des Herstellers Eddy Gaspoz – Le Grand’Joie zurück.
- Wer das Produkt besitzt, soll es nicht essen, nicht öffnen und sofort entsorgen.
Im Wallis sind zwei Fälle von lebensmittelbedingtem Botulismus aufgetreten. In diesem Zusammenhang hat das BLV über die App RecallSwiss einen Produktrückruf veröffentlicht. Betroffen ist eine Schweinsterrine, die von Eddy Gaspoz – Le Grand’Joie VD hergestellt wurde. Verkauft wurde sie auf den Märkten in Siders und Martinach sowie in bestimmten Metzgereien. Die betroffenen Chargen wurden inzwischen vom Markt genommen.
Nicht essen, nicht öffnen, entsorgen
Wer eine solche Terrine gekauft hat, soll sie weder essen noch öffnen. Das Produkt muss entsorgt werden. Die Gesundheitsbehörden beobachten die Situation aufmerksam und erinnern daran, die Empfehlungen zum Rückruf unbedingt zu befolgen.
Was ist Botulismus?
Botulismus ist eine seltene, aber schwere Vergiftung. Verursacht wird sie durch Toxine, die das Bakterium Clostridium botulinum bildet. Lebensmittelbedingter Botulismus tritt auf, wenn man ein Lebensmittel isst, das Botulinumtoxin enthält. Die Vergiftung ist nicht ansteckend und wird nicht von Mensch zu Mensch übertragen.
Diese Symptome sind möglich
Die ersten Symptome zeigen sich in der Regel innerhalb von Stunden oder Tagen nach dem Verzehr. Dazu gehören etwa Mundtrockenheit, verschwommenes Sehen oder Doppelbilder, Schwierigkeiten beim Sprechen oder Schlucken sowie Muskelschwäche oder Lähmungen. Auch Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall können auftreten. Bei schweren Verläufen kann die Lähmung die Atemmuskulatur betreffen. Dann ist eine Behandlung auf der Intensivstation nötig.
Sofort zum Arzt
Wer die Terrine gegessen hat und entsprechende Symptome bemerkt, muss umgehend ärztliche Hilfe holen. Dabei soll man das medizinische Personal informieren, dass man das betroffene Produkt gegessen hat und der Verdacht auf Botulismus besteht.
Damit mögliche neue Fälle rasch erkannt und behandelt werden, wurden die Walliser Gesundheitsfachpersonen informiert. Insbesondere Notfall-, Haus- und Kinderärztinnen und -ärzte, HNO- und Augenärztinnen und -ärzte, Neurologinnen und Neurologen sowie Pneumologinnen und Pneumologen wurden für die Anzeichen sensibilisiert, die auf Botulismus hindeuten können.
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Florian Osterwalder (fos) arbeitet seit 2021 für 20 Minuten und ist stellvertretender Co-Leiter des Newsdesks.
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