Mehr Syphilis und Gonorrhoe: 659’900 Franken für die Prävention

- Der Zürcher Stadtrat will den Verein Sexuelle Gesundheit Zürich weiterhin finanziell unterstützen.
- Für 2027 sind 609’900 Franken vorgesehen, von 2028 bis 2031 jährlich 659’900 Franken.
- Grund sind steigende Fälle von Syphilis, Gonorrhoe und Chlamydiose in Stadt und Kanton Zürich.
Rund 369 Fälle sexuell übertragbarer Infektionen (STI) pro 100'000 Einwohner wurden in Zürich in einem Jahr gemeldet: Dies lässt sich dem BAG-Bericht des vergangenen Jahres entnehmen. Nur Genf nahm 2024 noch vor Zürich die Spitze des Rankings ein. Nun will Zürich gegen diesen Trend steuern, wie es in einer Mitteilung heisst.
So beantragt der Zürcher Stadtrat dem Gemeinderat, den Verein Sexuelle Gesundheit Zürich (SeGZ) weiterhin finanziell zu unterstützen. Konkret sollen für das Jahr 2027 609’900 Franken und für die Jahre 2028 bis 2031 ein wiederkehrender Beitrag von jährlich 659’900 Franken in die Vereinskasse fliessen.
Angebote ausbauen und an Bedürfnisse anpassen
«Es freut uns sehr, dass der Stadtrat beim Gemeinderat beantragt hat, den Verein SeGZ weiterhin zu unterstützen», erklärt der Verein auf Anfrage. Seit vielen Jahren setze der Verein gemeinsam mit der Stadt Zürich Projekte im Bereich sexueller Gesundheit um.
«Wir sehen das auch als ein Zeichen der Wertschätzung für unsere langjährige Arbeit.»
Konkret brauche es weiterhin niederschwellige Angebote, die besonders für vulnerable Menschen zugänglich sind. Dies sei noch nicht selbstverständlich, erklärt der SeGZ.
«Offene und tolerante Stadt»
In diesem Kontext erwähnt der Verein etwa junge sexuell aktive Menschen, Männer, die Sex mit Männern haben, trans Personen wie auch Menschen, die Sexarbeit anbieten und in Anspruch nehmen.
Wieso genau Zürich besonders stark betroffen ist, erklärt der SeGZ wie folgt: «Zürich ist eine offene und tolerante Stadt. Es gibt eine lange Tradition im toleranten Umgang mit sexuellen Minderheiten.» Viele junge und somit in der Regel auch sexuell aktive Menschen hätten ihren Lebensmittelpunkt in der Stadt.
Wo viele Menschen leben, können zudem mehr Tests durchgeführt werden. Dadurch verzeichnen städtische Gebiete mehr sexuell übertragbare Erkrankungen.
Nationales Ziel: Bis 2030 keine HIV-Übertragungen
Im Jahr 2023 hat der Verein bereits ein Pilotprojekt eingeführt, das es Zürcherinnen und Zürchern unter 25 Jahren oder mit Kulturlegi erlaubt, sich gratis auf sexuell übertragbare Infektionen testen zu lassen. Ab Juni 2027 sollen auch Personen bis 30 Jahre vom Angebot profitieren können.
Alle Projekte des Vereins verfolgen ein nationales Programm. Es zielt darauf ab, dass es bis 2030 schweizweit keine Übertragungen von HIV sowie des Hepatitis-B- und -C-Virus mehr gibt. Auch die Zahlen der sexuell übertragenen Infektionen sollen sinken.
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Hier findest du Hilfe:
Feel-ok, Informationen für Jugendliche
Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147
Lisa Arnold (lia) arbeitet seit März 2026 bei 20 Minuten als Praktikantin im Ressort Zürich.
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