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Monday, November 2, 2026

Messerangreifer von Zofingen fühlte sich von Mafia verfolgt

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  • Am Bezirksgericht Zofingen begann am Montagmorgen der Prozess gegen einen heute 44-jährigen Spanier.
  • Der Beschuldigte hat am 15. Mai 2024 in Zofingen bei einem Angriff sieben Menschen verletzt.
  • Der Mann ist psychisch krank und leidet unter paranoider Schizophrenie.
  • Der Staatsanwalt fordert eine stationäre therapeutische Massnahme und eine Landesverweisung.
  • Das Gericht sprach keine Strafe aus, aber ordnet die kleine Verwahrung und eine Landesverweisung an.

Es war eine unbeschreibliche Tat, welche der Spanier am Nachmittag des 15. Mai 2024 auf dem Weg durch Zofingen verübte. Der damals 43-Jährige stach mit einem Metallgegenstand oder einem Kugelschreiber und einem Messer wahllos auf Leute ein und verletzte sie an Kopf und Hals. Insgesamt wurden sieben Personen zum Teil schwer verletzt. Alle erlitten Stichverletzungen.

Darunter auch eine Frau, die wegen des Angriffs wenige Tage später eine Fehlgeburt in der siebten Schwangerschaftswoche erlitt. Sie war gerade am Telefon mit ihrem Ehemann, als sie attackiert wurde. Er hörte, wie der Mann seine Frau mit einem «Hallo» begrüsst habe. «Dann hat er sie von hinten angegriffen und geschlagen.»

Opfer leiden heute noch unter der Tat

Bei den weiteren Opfern handelte es sich um zwei Lehrerinnen der Kantonsschule Zofingen und einen Mitarbeiter des Werkhofs. Später soll sich der Beschuldigte Zutritt zu einem Haus verschafft und dort ein Messer entwendet haben. Mit diesem soll er anschliessend in ein weiteres Haus eingedrungen sein und mehrfach auf eine Bewohnerin eingestochen haben.

Gegen 18 Uhr konnte die Polizei den Mann verhaften. Der Mann hatte sich selber noch Verletzungen zugebracht. Viele der Verletzten leiden noch heute unter einer posttraumatischen Belastungsstörung, heisst es in der Anklageschrift.

Er glaubte, die Mafia sei hinter ihm her

Beim Täter handelt es sich um einen Spanier mit Wurzeln aus der Dominikanischen Republik. Der Mann war früher einmal DJ gewesen und cannabisabhängig. Der Drogenkonsum hat die Psychose noch verstärkt. Er wohnt auf der Insel Mallorca und ist Vater eines Sohnes. Der Beschuldigte ist auf einem Auge blind und das andere Auge ist krank.

Der Beschuldigte war erst einige Tage vor der Tat aus Spanien in die Schweiz geflohen. Er soll Angst gehabt haben, dass die Mafia ihn, seine Mutter, seinen Bruder und seinen Sohn töten wolle. Im Flugzeug versteckte er sich während 30 Minuten auf der Toilette. Am Flughafen Zürich sagte er der Polizei, dass er verfolgt werde. Weil aber keine Fremd- oder Eigengefährdung festgestellt werden konnte, wurde er durch den Zoll durchgelassen.

Laut Blick hat er dann Menschen angesprochen und ihnen gesagt: «Töte mich!» Dies hätten sie nicht getan. Er habe sich dann überlegt, vor den Zug zu springen. Er sei dann weiter über mehrere Bahnhöfe geflüchtet – am Ende kam er in Zofingen an.

Hohe Rückfallgefahr

Der Beschuldigte ist geständig. Laut dem psychiatrischen Gutachten leidet er an paranoider Schizophrenie und war zum Tatzeitpunkt «hoch psychotisch». Der Beschuldigte habe in seinem Wahn geglaubt, er werde getötet. «In seiner Welt hat er sich gewehrt.» Er habe jeden als Feind erkannt. Die Rückfallgefahr sei gross. Er müsse medikamentös behandelt werden, und die Therapie werde viele Jahre dauern.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm unter anderem mehrfache versuchte Tötung vor. Sie geht aufgrund des psychiatrischen Gutachtens von einer Schuldunfähigkeit aus und beantragt eine stationäre therapeutische Massnahme (sogenannte kleine Verwahrung gemäss Artikel 59). Zudem soll der Spanier für 15 Jahre des Landes verwiesen werden.

Gericht ordnet kleine Verwahrung an

Der Anwalt des Beschuldigten sagte, dass sein Mandant schwere Schuldgefühle habe. «Er ist am Boden zerstört.» Es tue ihm sehr leid und er bitte um Vergebung. Der Verteidiger beantragt laut Aargauer Zeitung, dass das Gericht feststellt, dass sein Mandant die Tatbestände in schuldunfähigem Zustand begangen habe. Deshalb sei sowohl von einer Bestrafung als auch von einer Landesverweisung abzusehen.

Für das Bezirksgericht Zofingen ist der Mann wegen seiner schweren psychischen Krankheit schuldunfähig, und es sah von einer Strafe ab. Es ordnete aber eine stationäre Massnahme an, die sogenannte kleine Verwahrung. Zudem wird der Mann für 15 Jahre des Landes verwiesen.

Stefan Hohler

Stefan Hohler (hoh), arbeitet seit 2020 als Gerichtsreporter für 20 Minuten.

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