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Wednesday, November 4, 2026

Du hast die US-Wahlnacht verschlafen? Das musst du jetzt wissen

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  • Die Demokraten gewinnen bei den US-Zwischenwahlen die Mehrheit in Senat und Repräsentantenhaus.
  • Bei manchen Wählern fliessen Freudentränen – andere zeigen sich «ziemlich enttäuscht».
  • Chuck Schumer spricht von einem «neuen Tag in Amerika», John Thune von einem Rückschlag.

Die Demokraten feiern bei den US-Parlamentswahlen ihren Erdrutschsieg. Sowohl im Senat als auch im Repräsentantenhaus haben sie die Mehrheit zurückgewonnen. Somit verschieben sich die politischen Machtverhältnisse in Washington zunehmend. Hast du die US-Wahlnacht verschlafen? Die wichtigsten Entwicklungen.

Worum ging es bei den Midterms?

Alle zwei Jahre entscheiden die US-Bürger über die Zusammensetzung eines Teils des Kongresses. Dabei werden alle 435 Abgeordneten des Repräsentantenhauses sowie 35 der insgesamt 100 Senatoren von der US-Bevölkerung gewählt. Der Name «Midterms» stammt davon, dass die Wahlen zeitlich in der Mitte der vierjährigen Amtsperiode des Präsidenten liegen.

Wie sehen die Resultate aus?

Nach aktuellen Hochrechnungen haben die Demokraten sowohl im Repräsentantenhaus als auch im Senat die Mehrheit geholt. Bislang hatten die Republikaner beide Kammern des Kongresses kontrolliert.

Stand 9 Uhr Schweizer Zeit haben sich die Demokraten laut AP 225 Sitze im Repräsentantenhaus gesichert und liegen in 38 weiteren Wahlkreisen vorne. Die Republikaner kommen bislang auf 136 sichere Sitze und führen in 36 weiteren Rennen.

Im Senat haben die Demokraten 54 der insgesamt 100 Sitze gesichert und führen bei einem weiteren. Die Republikaner kommen auf 43 Sitze und liegen in zwei noch offenen Auszählungen vorne.

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Wie reagiert Donald Trump?

US-Präsident Donald Trump hat den Demokraten nach der eindeutigen Niederlage der Republikaner zum Wahlsieg gratuliert. «Sie haben gute Arbeit geleistet», so Trump gegenüber dem Sender Fox News. Es habe eine «Stimmung in der Luft» gelegen, er müsse nun wegen der Niederlage «kein schlechtes Gewissen haben». Schliesslich sei er nicht auf dem Wahlzettel gestanden.

Auf seiner eigenen Plattform Truth Social schreibt Trump: «Ich stand nicht auf dem Stimmzettel, und wenn ich darauf gestanden hätte, hätten wir einen ERDRUTSCHSIEG errungen!» Auch teilte er ein Foto einer roten Kappe, auf der in Grossbuchstaben «Veto» steht.

Was sind die Folgen?

Für Trump bedeutet der Verlust der Mehrheiten im Kongress einen Machtverlust. Neue Gesetze kann er künftig nicht mehr ohne die Zustimmung der Opposition durchbringen. Auch bei den Staatsfinanzen wächst der Einfluss der Opposition.

Ausgaben benötigen die Zustimmung beider Kammern, zudem müssen Steuergesetze ihren Ursprung im Repräsentantenhaus haben. Die Demokraten können damit zusätzliche Gelder für Trumps Projekte blockieren.

Haben die Demokraten die Mehrheit im Senat, können sie zudem wichtige Personalentscheidungen verhindern. Ein demokratisch kontrollierter Senat könnte etwa Trumps Kandidatinnen und Kandidaten für Ministerposten, Bundesgerichte oder den Supreme Court ablehnen. Was Präsident Trump trotz demokratischer Mehrheit im Kongress tun darf, liest du hier.

Wie reagiert das Volk?

Die 20-Minuten-Reporterinnen, die vor Ort aus den USA berichten, erleben unterschiedliche Stimmungen. Als CNN James Talarico zum Sieger kürt, brechen in den von den Demokraten besuchten Bars alle Dämme. «Konfetti fliegen und Tränen fliessen», berichtet 20-Minuten-Reporterin Carolin Teufelberger.

Anders sieht es in McKinney aus, einem Ort rund 40 Kilometer ausserhalb von Dallas. Dort trifft 20-Minuten-Reporterin Ann Guenter etwa auf Tony (24). Er rechnete nicht mit einem Sieg von James Talarico und zeigt sich «ziemlich enttäuscht». Auch die Niederlage von Gouverneur Greg Abbott habe ihn überrascht.

Tony (24) hat republikanisch gewählt und ist enttäuscht.

Tony (24) hat republikanisch gewählt und ist enttäuscht.20min/Ann Guenter

Für die Verluste der Republikaner macht er vor allem Donald Trump verantwortlich: Viele Wählerinnen und Wähler seien von ihm enttäuscht. Er selbst habe Trump gewählt, doch wichtige Versprechen seien nicht eingetroffen – etwa ein rasches Ende der Kriege in der Ukraine und im Iran.

Wie reagiert die Politik?

Die Demokraten feiern die Wahlnacht als politischen Neustart. Senatsdemokrat Chuck Schumer sprach von einem «neuen Tag in Amerika». Nun gelte es, die gewonnenen Mehrheiten in konkrete politische Veränderungen umzusetzen und zugleich den Grundstein für künftige Wahlen zu legen.

Bei den Republikanern fällt die Reaktion deutlich verhaltener aus. Der bisherige Mehrheitsführer im Senat, John Thune, bezeichnete den Verlust der Senatsmehrheit als Rückschlag. Seine Partei werde jedoch nicht tatenlos zusehen, wie die Demokraten republikanische Errungenschaften rückgängig machten. Weitere demokratische und republikanische Stimmen findest du in diesem Artikel.

Alessia Rambaldi

Alessia Rambaldi (ram), arbeitet seit 2024 für 20 Minuten. Sie ist Redaktorin am Newsdesk.

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