Das sind Yakins Optionen – Wer ersetzt Granit Xhaka?

«Wenn ich mir auf einer Position keine Sorgen machen muss, dann im zentralen Mittelfeld.» Das sagte Murat Yakin vor einer Woche noch bei der Kaderbekanntgabe. Seither ist jedoch einiges passiert: Captain Granit Xhaka setzt infolge seiner Impf-Affäre in den ersten vier Spielen der Nations League aus. Ein möglicher Ersatz, Denis Zakaria, musste sich wegen einer Verletzung kurzfristig abmelden.
Klassisch «schlecht gealtert» ist Yakins Aussage trotzdem nicht. Noch immer stehen dem Schweizer Nationaltrainer mehrere Spieler zur Verfügung, die an der Seite des normalerweise gesetzten Remo Freuler auflaufen können. Gesucht ist einer, der wie Xhaka stets die Übersicht behält und die Bälle verteilen kann.
Das sind die Kandidaten
- Ardon Jashari – der Gebremste: Er gilt schon lange als prädestinierter Nachfolger von Xhaka – spielerisch, aber auch in Bezug auf dessen Leaderrolle. Der 41-jährige Luka Modric steht Jashari bei der AC Milan aber weiterhin im Weg. Auch in dieser Saison stand der 24-Jährige nur im ersten Spiel in der Startelf, zuletzt blieb er gar zweimal ohne Einsatz. Im WM-Achtelfinal gegen Kolumbien setzte Yakin von Beginn an auf Jashari, allerdings in einer offensiveren Rolle. Zur Pause wechselte er ihn wieder aus. Dennoch hatte Yakin schon vor den Ereignissen rund um Xhaka angekündigt, Jashari in der Nations League auch einmal von Beginn an einsetzen zu wollen.
- Michel Aebischer – die Allzweckwaffe: Auf den stets teamorientiert arbeitenden Aebischer ist Verlass, das schätzt Yakin am 29-jährigen Freiburger und vertraut ihm immer wieder in wichtigen Spielen. So übernahm Aebischer an der EM in Deutschland eine tragende Rolle und schaffte es auch beim ersten WM-Spiel in die Startelf. Gegen den Profi von Union Berlin spricht, dass Yakin die Nations League gerne nutzt, um Neues zu testen.
- Djibril Sow – der Flexible: Auch der 29-jährige Zürcher, der seit dieser Saison bei Genoa in der Serie A tätig ist, ist polyvalent einsetzbar. An der WM setzte Yakin ihn mehrmals als flexiblen Spieler auf der Seite ein, der immer wieder ins Zentrum rücken sollte, um dort eine Überzahl zu generieren. So auch im Viertelfinal gegen Argentinien, als Ruben Vargas angeschlagen war. Vargas fehlt verletzt. Möglich also, dass Sow wieder eher eine Rolle wie an der WM zukommt.
- Fabian Rieder – der Suchende: Bei Augsburg hat sich inzwischen klar gezeigt, wo der Berner sich am wohlsten fühlt: im Zentrum. Seit der 24-Jährige von der offensiveren Rolle als Zehner eine Position zurückgenommen wurde, hat er sich als Leistungsträger mit der Captainbinde am Arm etabliert. Der Auftakt in die Bundesliga-Saison (drei Assists, ein Tor) spricht für sich. Wird Rieder nun auch in der Nati im Zentrum lanciert?
- Vincent Sierro – der Rückkehrer: Der spielintelligente Walliser, der seit März 2024 bei jedem Zusammenzug dabei gewesen war, wurde nicht mit nach Nordamerika genommen. Ihm dürfte der Wechsel in die saudi-arabische Liga zum Verhängnis geworden sein. Seit September steht Sierro beim Serie-A-Klub Parma unter Vertrag. Mit diesem Argument hat es der bald 31-Jährige zurück ins Nationalteam geschafft – wenn auch verspätet. Er wurde nach den Ausfällen von Xhaka und Zakaria nachnominiert. Für Yakin ist Sierro eine sichere, wenn auch weniger zukunftsorientierte Variante.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.