Syrien beginnt mit Vernichtung von Assads Chemiewaffen

- Syrien hat mit der Vernichtung von Chemiewaffen aus der Assad-Ära begonnen.
- Die OPCW hat die unwiderrufliche Vernichtung von 42 Fliegerbomben verifiziert – erstmals seit 2014.
- Zudem stellten UN-Atomwächter 73 Tonnen geheim gehaltene Uran-Bestände aus der Assad-Regierungszeit sicher.
Syrien hat laut Angaben des UN-Gesandten des Landes mit der Vernichtung von Chemiewaffen aus der Zeit des langjährigen Machthabers Baschar al-Assad begonnen. «Das ist der allererste Vernichtungsprozess, seit wir vom früheren Regime befreit wurden», sagte Ibrahim Olabi am Donnerstag vor dem UN-Sicherheitsrat. «Es ist zudem der erste derartige Vorgang zur Vernichtung chemischer Stoffe auf syrischem Territorium seit mehr als einem Jahrzehnt.»
«Unser Ziel ist es, das syrische Volk zu schützen, damit solche Waffen nicht in die falschen Hände geraten», sagte Syriens ständiger UN-Vertreter Olabi. Durch die Vernichtung des Chemiewaffenmaterials werde auch die Welt geschützt.
Sarin und Chlorgas
Im Jahr 2021 unternahm die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) den beispiellosen Schritt, Syrien das Stimmrecht zu entziehen. Zuvor war nachgewiesen worden, dass die syrische Luftwaffe das Nervengift Sarin und Chlorgas gegen die eigene Bevölkerung eingesetzt hatte.

Seit dem Sturz Assads Ende 2024 haben die neuen Behörden in Damaskus zugesagt, mit der OPCW zusammenzuarbeiten, um die Chemiewaffen zu vernichten, deren Einsatz dem ehemaligen Machthaber während des 13-jährigen Bürgerkriegs in Syrien wiederholt vorgeworfen wurde.
Organisation bestätigt «unwiderrufliche Vernichtung»
Die Leiterin des UN-Büros für Abrüstungsfragen, Izumi Nakamitsu, sagte, ein OPCW-Team habe im vergangenen Monat «die unwiderrufliche Vernichtung von 42 Fliegerbomben» durch die syrischen Behörden verifiziert. Sie sprach von einer «bedeutenden Entwicklung». Es sei das erste Mal seit 2014, dass die OPCW die Vernichtung von chemischer Munition aus Syrien verifiziert habe.
73 Tonnen Uran sichergestellt
UN-Atomwächter haben zudem grosse Mengen an lange geheim gehaltenen Uran-Beständen aus der Regierungszeit des früheren Präsidenten Baschar al-Assad sichergestellt. Wie IAEA-Chef Rafael Grossi in dem nicht öffentlichen Bericht in Wien festhielt, handelte es sich um 73 Tonnen, davon rund 55 Tonnen Brennstäbe für ein geheimes Reaktorprojekt.
Simon Misteli (sim), Jahrgang 1995, arbeitet seit 2024 als Redaktor am Newsdesk. Dabei schreibt er über verschiedenste Themen mit einem Fokus auf Auslandsgeschichten.
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