Neuer Standort ennet dem Fluss: Novartis streicht bis zu 130 Jobs

- Novartis baut am Standort Kleinbasel bis zu 130 Stellen ab.
- Die betroffenen Labore werden bis Ende 2028 auf den Hauptcampus verlagert; die Biologika-Produktion wird bis Ende 2027 ganz eingestellt.
- Die Gewerkschaft Unia kritisiert den Schritt scharf und verweist darauf, dass Novartis seit 2018 fast 3’000 Stellen in der Schweiz abgebaut hat.
Novartis plant, im Kleinbasel bis zu 130 Stellen abzubauen. Das Unternehmen begründet den Schritt mit zwei Faktoren: Einerseits würden auf 2029 einzelne Mietverträge des Pharma-Riesen am Standort Kleinbasel auslaufen. Die betroffenen Labore sollen deshalb bis Ende 2028 auf den Novartis-Hauptcampus in Basel verlagert werden.
«Der Umzug stellt den nächsten Schritt der bereits angekündigten Pläne von Novartis dar, auf dem Campus ein neues Zentrum für die technische Entwicklung von Biologika aufzubauen, das das bestehende Forschungszentrum für Biologika ergänzt», heisst es in der Mitteilung des Unternehmens.
Biologika-Produktion wandert ins Ausland ab
Zugleich plant Novartis auch, die kleinvolumige Produktion von Biologika im Kleinbasel bis Ende 2027 komplett einzustellen. «Künftig sollen diese Aktivitäten von bestehenden Biologika-Standorten innerhalb des globalen Produktionsnetzwerks von Novartis unterstützt werden», heisst es dazu.
Durch die Verlagerung der Labore und die Einstellung der Produktion entfallen laut dem Unternehmen im Kleinbasel rund 130 Arbeitsplätze. Man setze sich dafür ein, potenziell betroffene Mitarbeitende mit Angeboten wie Jobcenter, Frühpensionierungen und einem bis Ende 2028 verlängerten Sozialplan zu unterstützen.
«Wir sind uns der Auswirkungen dieser Änderungen bewusst und verpflichten uns zu einem respektvollen und transparenten Umgang mit unseren Mitarbeitenden und werden sie während des gesamten Konsultationsprozesses und darüber hinaus umfassend unterstützen», so Steffen Lang, President of Operations bei Novartis.
Unia fordert Bekenntnis zu Schweizer Produktion
Die Unia kritisiert in einer Reaktion den geplanten Stellenabbau scharf und fordert ein «Bekenntnis zur Produktion in der Schweiz». Seit 2018 habe Novartis hierzulande fast 3000 Stellen abgebaut. «[Dies] lässt befürchten, dass das globale Management von Novartis die Produktion in der Schweiz grundsätzlich in Frage stellt», schreibt die Gewerkschaft.
Sie fordert Novartis auf, auf jegliche Entlassungen zu verzichten und die betroffenen Arbeitnehmenden an anderen Standorten in der Nordwestschweiz weiterzubeschäftigen, statt die Produktion ins Ausland zu verlagern. Zugleich appelliert die Gewerkschaft an die Politik: Wer wie Novartis von günstigen Steuerbedingungen und anderen Standortvorteilen profitiere, müsse im Gegenzug verpflichtet werden, in Forschung, Entwicklung und Produktion in der Schweiz zu investieren.
Benedikt Hollenstein (bho) ist seit 2021 bei 20 Minuten. Er schreibt für den Newsdesk und übernimmt dort auch Tagesleitungsschichten.
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