«Rabenmutter»?: Anna-Maria lässt Drillinge (4) daheim

- Anna-Maria Ferchichi (44) und Bushido (47) reisen mit vier älteren Kindern nach Schottland – die vierjährigen Drillinge bleiben daheim.
- Sie begründet die Entscheidung damit, den Teenagern bewusst mehr Aufmerksamkeit schenken zu wollen.
- Das Instagram-Video wurde über 1,3 Millionen Mal angesehen und löst geteilte Reaktionen aus.
«Ist man eine Rabenmutter, wenn man seine vierjährigen Drillinge für ein paar Tage alleine lässt, um mit den Grossen in den Urlaub zu fahren?» Mit dieser Frage eröffnet Anna-Maria Ferchichi (44) ein aktuelles Video auf Instagram.
Ihre eigene Antwort darauf ist eindeutig: Nein. Die achtfache Mutter und ihr Mann Bushido (47) haben sich entschieden, in den Herbstferien mit vier ihrer älteren Kinder nach Schottland zu reisen. Die Drillinge sollen währenddessen zu Hause bleiben und von den Grosseltern oder Babysittern betreut werden.
«Die wollen immer etwas von einem»
Hinter der Entscheidung steckt laut Anna-Maria vor allem der Wunsch, den älteren Kindern mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Drei Vierjährige würden im Familienalltag viel einfordern. «Die wollen immer etwas von einem und sind am Unterbrechen», erklärt sie.
Gleichzeitig seien die älteren Kinder inzwischen Teenager und würden sich zunehmend zurückziehen. Für Anna-Maria zwar ein normaler Prozess – trotzdem möchte sie die Verbindung zu ihnen bewusst stärken.
Der Schottland-Trip soll deshalb ein «Erlebnisurlaub» werden. Geplant sind unter anderem Aktivitäten wie Reiten und Angeln. Dinge, die mit drei Vierjährigen deutlich schwieriger umzusetzen seien.
Müssen Geschwister immer gleich behandelt werden?
Tatsächlich beschäftigt sich auch die Forschung mit der Frage, was passiert, wenn Eltern ihre Kinder unterschiedlich behandeln. Eine Metaanalyse, die Daten von mehr als 13’000 Personen untersuchte, zeigt: Unterschiede in der Behandlung von Geschwistern sind nicht ungewöhnlich. Unter anderem können Altersunterschiede eine Rolle spielen – etwa darin, wie viel Selbstständigkeit Eltern ihren Kindern zugestehen.
Problematisch kann es dagegen werden, wenn Kinder dauerhaft das Gefühl haben, gegenüber ihren Geschwistern benachteiligt zu werden. Eine aktuelle Metaanalyse mit Daten von mehr als 26’000 Kindern und Jugendlichen fand Zusammenhänge zwischen unterschiedlicher elterlicher Behandlung und sogenannten internalisierenden sowie externalisierenden Verhaltensproblemen.
Wie stehst du dazu, wenn Eltern mit nur einem Teil ihrer Kinder in die Ferien fahren?
Das bedeutet allerdings nicht, dass einzelne Ferien ohne ein Geschwisterkind automatisch negative Folgen haben. Die Studien untersuchen längerfristige Unterschiede in der Behandlung und nicht die konkrete Situation, dass Eltern einmal mit einem Teil ihrer Kinder verreisen.
Diskussion in den Kommentaren
Mit ihrer Frage trifft Anna-Maria offenbar einen Nerv. Das Video wurde bereits über 1,3 Millionen Mal angesehen und mehr als 1000-mal kommentiert. Die meisten Kommentare unter dem Video fallen positiv aus.
«Ich finde es super, wie ihr das regelt und was ihr für die Grossen macht», schreibt etwa Katrin. Yvonne sieht es ähnlich: «Ihr macht das richtig toll. Macht euch nicht so viele Gedanken, die Grossen brauchen auch extra Zeit mit euch.»
Auch Dina glaubt, dass die Reise den älteren Kindern guttun wird: «Das wird schöne Erinnerungen schaffen und sie werden es sehr schätzen, dass sie auch wichtig genug sind.»
Doch es gibt auch Kritik. Eine Userin namens Möhrchen bezeichnet die Entscheidung als «ganz, ganz schlimm» und als Ausgrenzung. Man könne die Ferien anders organisieren und sich als Eltern vor Ort aufteilen. «Ihr habt nun mal viele Kinder und die gehören alle zu einer Familie», schreibt sie.
Was denkst du?
Ist es für dich okay, wenn Eltern bewusst nur mit einem Teil ihrer Kinder in die Ferien fahren? Oder sollten bei Familienferien grundsätzlich alle Geschwister dabei sein?
Hast du selbst schon einmal Ferien mit nur einem deiner Kinder gemacht – oder bist als Kind zu Hause geblieben, während deine Geschwister verreist sind? Und wie sieht es mit reinen Eltern-Ferien aus, bei denen das Kind oder die Kinder alle zu Hause bleiben? Erzähl uns davon unten im Formular.
Deborah Gonzalez (dgo) arbeitet seit 2021 bei 20 Minuten. Sie ist Stellvertretende Ressortleiterin Gesellschaft & Community.
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