Gefälschtes Covid-Zertifikat – Ist Granit Xhaka noch tragbar als Captain der Schweizer Nati?

Es ist der zweite Sportlerskandal mit gefälschten Covid-Zertifikaten in kurzer Zeit: Nach dem Eishockey-Trainer Patrick Fischer gesteht jetzt der Captain der Schweizer Fussball-Nationalmannschaft. Granit Xhaka gibt zu, er habe ein gefälschtes Covid-Zertifikat gekauft. Die Geschichte aufgedeckt hat der Blick. SRF-Sportredaktor Peter Schnyder sagt, mit welchen Konsequenzen Xhaka nun rechnen muss – auf und ausserhalb des Fussballfeldes.
Peter Schnyder
Sportredaktor bei SRF
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Peter Schnyder ist langjähriger Sportredaktor bei SRF und berichtet regelmässig über den Schweizer Fussball und die Spiele der Schweizer Nationalmannschaft.
Wie geht es nun für Granit Xhaka weiter?
Die Faktenlage war zu klar, als dass Granit Xhaka weiterhin auf ein Lügenkonstrukt bauen konnte. Darum jetzt auch das Statement auf Instagram, in dem er sich erklärt und auf seine grosse Verunsicherung im Zusammenhang mit der Covid-Impfung hinweist. Welche Sanktionen das gefälschte Zertifikat nach sich zieht, ist vor allem eine rechtliche Frage. Xhaka wird sich gegenüber den Behörden wegen Urkundenfälschung verantworten müssen. Wenn er vollumfänglich kooperiert, dürfte ihm eine Geldstrafe drohen.
Ist mit weiteren Massnahmen wie im Fall Patrick Fischer zu rechnen?
Vorerst tritt Xhaka für vier Spiele der Nati nicht an. Ob es weitere Konsequenzen geben wird – wie im Fall von Patrick Fischer – bleibt abzuwarten. Die beiden Fälle sind allerdings nicht wirklich vergleichbar. Der ehemalige Eishockey-Nationaltrainer Fischer hat sich mit einem gefälschten Zertifikat die Teilnahme an den Olympischen Spielen erschlichen. Xhaka hat nach heutigem Kenntnisstand sportlich keinen Vorteil von seinem gefälschten Zertifikat gehabt. Einzig für die Einreise zur Fussball-WM in Katar gibt es noch mögliche Ungereimtheiten.
Aber auch hier ist der Fall eigentlich klar: Denn kurz vor Turnierbeginn am 1. November 2022 lockerten die katarischen Behörden die Regelungen so weit, dass für die Einreise nach Katar weder ein Covid-Test noch ein Impfnachweis nötig waren. Und: Die zweite Impfung auf dem gefälschten Zertifikat von Granit Xhaka habe je nach Quelle am 8. oder am 11. November stattgefunden. So macht es wenig Sinn, dass er einen Vorteil daraus hätte ziehen können.
Xhaka ist auch ein Vorbild. Wie gross ist die Wahrscheinlichkeit, dass er die Captain-Binde in der Nati verliert?
Wenn man Granit Xhaka das Amt als Captain wegnehmen oder ihn ganz aus der Nati ausschliessen möchte, ist das, Stand heute, wohl eine moralische Frage: Nämlich, ob die Schweizer Fussball-Nati einen Captain haben kann, der Urkundenfälschung betrieben hat. Aus rechtlichen Gründen gibt es im Moment keine stichhaltigen Argumente, um Xhaka zu sperren. Der Fussballverband schreibt in einer Medienmitteilung nur, dass man im Anschluss an das anstehende Länderspielfenster gemeinsam mit Xhaka die Situation neu beurteilen und das weitere Vorgehen besprechen werde.
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