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Monday, September 14, 2026

Herz umstrukturiert: Schon wenig Licht in der Nacht hat Folgen

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  • Schon wenig Licht in der Nacht kann langfristig das Herz verändern.
  • Bei stärkerer Lichtexposition sind unter anderem die Herzwände dicker und die Herzfunktion eingeschränkt.
  • Fachleute raten zu möglichst viel Dunkelheit im Schlafzimmer.

Einschlafen, durchschlafen, entspannt aufwachen. Was einigen leichtfällt, ist für andere eine Herausforderung. Die Gründe dafür sind verschieden. Manche führen ihre nächtlichen Probleme auf die nicht hundertprozentige Dunkelheit im Schlafzimmer zurück. Nun zeigen US-Forschende: Schon geringe Mengen Licht in der Nacht können langfristige Folgen haben. Und zwar fürs Herz. Es wird regelrecht umstrukturiert.

In welchem Team schläfst du?

Hat man das nicht schon einmal gehört?

Durchaus. Aber: «Frühere Beobachtungsstudien haben einen Zusammenhang zwischen nächtlicher Lichtexposition und einem höheren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen festgestellt», sagt Lu Qi von der Celia Scott Weatherhead School of Public Health and Tropical Medicine der Tulane University in New Orleans. «Doch über die damit verbundenen strukturellen und funktionellen Veränderungen des Herzens ist wenig bekannt.» Die Studie von Qi und seinem Team bringt nun Licht ins Dunkel. Dafür begleiteten die Forschenden 11’017 Personen während drei Jahren (siehe Box).

Drei Jahre im Fokus von Forschenden

Die rund 11’000 Teilnehmenden trugen zunächst alle eine Woche lang einen Sensor am Handgelenk, um die nächtliche Lichtexposition zu messen. Ein Teil der Teilnehmenden war 0 Lux (nahezu völliger Dunkelheit) ausgesetzt, andere unterschiedlichen Lichtstärken, wobei die höchste Lichtstärke bei über 3 Lux lag. Das entspricht in etwa der Helligkeit eines Handybildschirms auf dem Nachttisch oder dem Licht einer eingeschalteten Leuchte im Gang vor einer angelehnten Tür. Drei Jahre später wurde bei allen Teilnehmenden eine kardiovaskuläre Magnetresonanztomografie (MRT) durchgeführt, um mögliche Veränderungen der Herzstruktur und -funktion zu untersuchen.

Anzeichen einer Herzfunktionsstörung sichtbar

Das MRT zeigte, dass die nächtliche Lichtexposition nachweislich Spuren im Körper hinterlässt. Bei der Gruppe mit der höchsten nächtlichen Lichtbelastung waren etwa die Wände der linken Herzkammer verdickt. Eine solche Zunahme der Herzmuskelmasse zeigt in der Regel an, dass das Herz zu viel arbeiten muss. Gleichzeitig ist die körperliche Leistungsfähigkeit eingeschränkt. Es gab zudem Anzeichen dafür, dass die Dehnfähigkeit des Herzens während des Herzschlags eingeschränkt war – ein frühes Anzeichen einer Herzfunktionsstörung.

Anpassung des Herzens, die das Herz schwächt

«Dies ist die erste Studie dieser Art, und sie zeigt, dass die Exposition gegenüber höheren Lichtintensitäten in der Nacht mit einer Umstrukturierung des Herzens einhergeht», so Qi. Dabei veränderten sich Struktur und Funktion des Herzens, «typischerweise als Reaktion auf chronischen Stress oder Herzverletzungen.» Es handele sich dabei um «eine Anpassung des Herzens, die letztendlich das Herz schwächt und zu Herzinsuffizienz führen kann.»

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Wie aussagekräftig das Studienergebnis ist, sei unklar, sagt Karl Lawrence vom King’s College in London zu CNN. Er war nicht an der Studie beteiligt. Die Untersuchung weise Einschränkungen auf. So sei eine Testwoche zu kurz, um die Gesamtexposition zu messen. Zudem sei die Verwendung eines Lichtsensors am Handgelenk «kein guter Indikator für die vom Auge aufgenommene Dosis – die Messung könnte sowohl zu einer Über- als auch zu einer Unterschätzung führen.» Auch die Art des Lichts könnte einen Unterschied machen. Laut Lawrence braucht es weitere Studien.

Anderer Meinung sind da Thomas Münzel vom Uniklinikum Mainz und seine Kollegen. In einem Kommentar zur Studie halten sie fest, dass «diese Studie mehr als nur eine interessante Beobachtung ist.» Der in ihr gezeigte Zusammenhang sei «biologisch schlüssig, die Effektstärken sind klinisch relevant und die Dosis-Wirkungs-Beziehung ist eindeutig: mehr Licht, schlechtere Ergebnisse.» Die Schlussfolgerung sei klar: «Dunkelheit verdient die Anerkennung als Vitalzeichen, sie ist genauso wichtig für die Herz-Kreislauf-Gesundheit wie Blutdruckkontrolle und saubere Luft.»

Laut einer 2022 im Fachjournal «Plos Biology» erschienenen Studie sollte es im Schlafzimmer maximal 1 Lux haben. Die aktuelle Studie ist im «European Heart Journal» erschienen.

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Fee Anabelle Riebeling

Fee Anabelle Riebeling (fee) arbeitet seit 2014 für 20 Minuten. Sie ist stv. Leiterin Wissen/AI, Data und Leiterin des Fachgremiums Faktencheck & Verifikation.

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