Crans-Montana VS – Fälschung im Baugesuch: Gemeinde entlässt Mitarbeiter fristlos

- Die Gemeinde Crans-Montana VS hat einen Mitarbeiter des Bauamts mit sofortiger Wirkung fristlos entlassen.
- Dem Angestellten wird vorgeworfen, an der Fälschung eines Baugesuchs für den späteren Unglücksort in der Bar «Le Constellation» beteiligt gewesen zu sein.
- In der Silvesternacht haben dort 41 Menschen ihr Leben verloren und über 100 sind verletzt worden.
Konkret geht es um ein Baugesuch für Umbauten an der Terrasse der Bar, das nur wenige Wochen vor dem verheerenden Brand eingereicht wurde. Wie der Westschweizer Sender RTS berichtet, wurde im Baugesuch der Name eines diplomierten Ingenieurs aufgeführt, um die formalen Auflagen zu erfüllen.
Laut den Strafermittlungen soll dabei der Name des Ingenieurs im Wissen des nun entlassenen Gemeindemitarbeiters verwendet worden sein, ohne dass dieser davon Kenntnis hatte. Tatsächlich habe der Ingenieur mit dem Projekt nichts zu tun gehabt.
Gemeinde spricht von Vertrauensbruch
Die Gemeindeverwaltung von Crans-Montana reagierte am Freitag auf die Ermittlungsergebnisse. In einer Stellungnahme begründet die Gemeinde die fristlose Kündigung des Mitarbeiters deutlich: «Es ist offensichtlich, dass das Vertrauensverhältnis zu unserem Mitarbeiter endgültig zerstört ist und das ihm anzulastende Fehlverhalten seine sofortige Entlassung rechtfertigt.»
Der Gemeinderat und die Verwaltung betonen zudem, dass ein solches Verhalten unter keinen Umständen toleriert werde. Der entlassene Mitarbeiter selbst wollte sich gegenüber RTS nicht zu den Vorwürfen äussern.
«Tiefgreifendes Problem der Kultur innerhalb der Gemeinde»
Für die Angehörigen der 41 Todesopfer ist die neue Entwicklung ein schwerer Schlag. Opferanwalt Romain Jordan, der mehrere Familien vertritt, zeigt sich fassungslos über die Enthüllungen. Für die Hinterbliebenen sei dies ein weiterer Schock und ein «Schlag ins Gesicht».
«Es ist der Beweis, dass wir hier nicht von einer einzelnen Nachlässigkeit oder einem isolierten Versäumnis sprechen, sondern dass es ein tiefgreifendes Problem der Kultur innerhalb der Gemeinde gibt», kritisiert Jordan.
Dass nur zwei Wochen vor der Katastrophe Dokumente geschönt worden seien, bloss um es den Betreibern des «Le Constellation» leichter zu machen, sei unbegreiflich und werfe schwerwiegende Fragen auf.
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