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Thursday, October 8, 2026

Von wegen Naturparadies: Jede 3. Art in der Schweiz ist bedroht

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  • Rund ein Drittel der Tier- und Pflanzenarten in der Schweiz ist vom Aussterben bedroht.
  • Weltweit sind untersuchte Wirbeltierpopulationen seit 1970 im Schnitt um 73 Prozent geschrumpft.
  • Beispiele wie Seeforelle und Tiger zeigen, dass gezielter Artenschutz Bestände wieder wachsen lassen kann.

Berge, glasklare Seen und Wälder: Die Schweiz pflegt ihr Image als Naturparadies. Doch WWF-Schweiz-Chef Thomas Vellacott widerspricht: «In der Schweizer Öffentlichkeit hat man immer das Gefühl: Die Schweiz sei Musterschülerin. Aber wir haben Aufholbedarf im Vergleich zu anderen Ländern», sagt er gegenüber SRF.

Rund ein Drittel aller Tier- und Pflanzenarten hierzulande ist vom Aussterben bedroht, berichtet SRF unter Berufung auf den WWF. Um Arten zu schützen, müssten auch ihre Lebensräume geschützt werden, erklärt Vellacott.

In Flüssen und Seen ist der Rückgang am grössten

Wie stark Tierbestände weltweit unter Druck stehen, zeigt der «Living Planet Report 2026» des WWF. Über alle untersuchten Wirbeltierpopulationen hinweg gingen die Bestände zwischen 1970 und 2022 im Durchschnitt um 73 Prozent zurück. Besonders stark ist der Rückgang in Flüssen und Seen: Bei den untersuchten Süsswasser-Populationen beträgt er 85 Prozent. An Land sind es 69 Prozent, im Meer 59 Prozent.

Doch in der Hasliaare im Kanton Bern zeigt sich, dass es auch anders geht: Die Seeforelle erholt sich. Nach der Renaturierung des Gewässers und dank genügend Restwasser kann sie dort wieder laichen. «Das zeigt, dass man die Energiewende biodiversitätsfreundlich gestalten kann», sagt Vellacott gegenüber SRF. Auch die Rückkehr des Fischotters führt er unter anderem auf renaturierte Flüsse und eine bessere Gewässerqualität zurück.

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Die 73 Prozent bedeuten allerdings nicht, dass weltweit 73 Prozent aller Wildtiere verschwunden sind. Der Index umfasst 35'803 Populationen von 5790 Wirbeltierarten. Rund die Hälfte der untersuchten Populationen ist stabil oder wächst. Bei den rückläufigen Populationen sind die Verluste jedoch so stark, dass die Populationsgrössen über alle untersuchten Bestände hinweg im Durchschnitt um 73 Prozent zurückgegangen sind.

Diese Tiere zeigen, dass es auch anders geht

Dass sich Entwicklungen umkehren lassen, zeigen wilde Tiger: 2010 gab es weltweit rund 3200 Tiere, 2025 waren es laut WWF rund 5700 – über 70 Prozent mehr.

Auch in Mexiko gibt es ein eindrückliches Beispiel: Auf der Insel Guadalupe nahm die Population des Laysan-Albatros zwischen 2014 und 2019 um 454 Prozent zu, nachdem mit der Entfernung verwilderter Ziegen und Katzen begonnen worden war.

Wie beurteilst du den Zustand der Artenvielfalt in der Schweiz?

Seit 1993 haben Schutzmassnahmen laut WWF zudem schätzungsweise das Aussterben von 32 Vogel- und 16 Säugetierarten verhindert. Für Vellacott ist deshalb klar: «Wir können etwas bewegen. Es ist nicht hoffnungslos.»

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Jasmin Steiger

Jasmin Steiger (jst) arbeitet seit 2026 für 20 Minuten. Sie arbeitet am Newsdesk und schreibt über verschiedenste Themen.

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