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Sunday, November 1, 2026

Von wegen Gekribbel – Wie Kinderzeichnungen die Weltgeschichte zeigen können

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Ein Haus, ein Tier, die Familie oder Fantasie – Kinderzeichnungen werden am Kühlschrank aufgehängt, landen bisweilen auch auf einem Estrich oder im Altpapier. Manchmal schaffen sie es bis in ein Archiv oder werden ausgestellt – so wie momentan im Zeughaus Teufen AR, wo 1111 Kinderzeichnungen hängen oder liegen.

Jedes aus einem speziellen Grund. Gründe, die weit über ein Haus, ein Tier, die Familie oder Fantasie hinausgehen. Unter dem Namen «Zeichen der Zeit» zeigen die Zeichnungen hier auch Bilder aus der Zeit der beiden Weltkriege. Darauf zu sehen: Soldaten, Stacheldraht, Panzer und Bomben.

Zeichnungen, die Weltgeschichte erzählen

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  • Bild 1 von 4. Soldaten im Krieg. Eine Zeichnung, die zum Unesco-Weltdokumentenerbe gehört. Bildquelle: SRF/Christian Masina.

    Zeichnung von Soldaten, die unter einem Drahtzaun kriechen.
  • Bild 2 von 4. Ebenso wie die Abbildung dieses brennenden U-Boots. Bildquelle: SRF/Christian Masina.

  • Bild 3 von 4. Reiter wurden ebenso gezeichnet wie ... Bildquelle: SRF/Christian Masina.

  • Bild 4 von 4. ... ein Luftangriff während eines Weltkriegs. Bildquelle: SRF/Christian Masina.

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56 Kinderzeichnungen wurden 2025 ins Unesco-Weltdokumentenerbe aufgenommen. Acht davon sind in Teufen ausgestellt. «In diesem Fall erhalten Kinderzeichnungen eine ganz andere Bedeutung. Mit den Kriegsszenerien wird eine Zeichnung zu einem historischen Dokument, welches das Zeitgeschehen in einer anderen Form zeigt», sagt Co-Kuratorin Lilia Glanzmann.

Kinderzeichnungen als historische Quelle? Kunsthistorikerin Meret Ernst ordnet ein: «Der Mehrwert liegt darin, dass wir eine Gruppe von Menschen hören oder sehen, die sonst kaum in der Geschichtsschreibung vorkommt.»

Die Aussage von Kinderzeichnungen lässt sich aus anderen Quellen nicht so leicht rekonstruieren.

Kinder seien oft einfach passive Opfer. «Durch Zeichnungen aber werden sie aktiv», sagt Meret Ernst. «Sie vermitteln einen Blick, wie sie die Welt wahrnehmen. Das ist eine spezifische Aussage, die man aus anderen Quellen nicht so leicht rekonstruieren kann.»

Seit Jahrzehnten wird geforscht

Unverfälscht sei der Blick der Kinder nicht. «Die Schule und die Gesellschaft hatten schon immer einen grossen Einfluss darauf, was gezeichnet wird», sagt die Kunsthistorikerin. «Es werden Konventionen vermittelt, was und wie man zeichnet, was ‹schön› und was ‹richtig› ist.»

Über 1000 Kinderzeichnungen ausgestellt

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  • Bild 1 von 9. Über 1000 Skizzen und Zeichnungen sind im Zeughaus in Teufen ausgestellt. Bildquelle: SRF/Christian Masina.

  • Bild 2 von 9. Von alltäglichen Beobachtungen wie dem TV-Programm ... Bildquelle: SRF/Christian Masina.

  • Bild 3 von 9. ... über Tiere auf einer Weide ... Bildquelle: SRF/Christian Masina.

  • Bild 4 von 9. ... bis hin zu einer Stadt aus der Vogelperspektive. Bildquelle: SRF/Christian Masina.

  • Bild 5 von 9. Diese Abbildung ist dem «Börsenspiel» nachempfunden, einem Brettspiel aus den 1960er-Jahren. In der Schweiz ist das Spiel auch als «Der Aktionär» bekannt. Bildquelle: SRF/Christian Masina.

  • Bild 6 von 9. Die Zeichnung eines Spielzimmers des 20. Jahrhunderts, mit vielen Elementen und spielenden Kindern. Bildquelle: SRF/Christian Masina.

  • Bild 7 von 9. Daniel Hanselmann ist einer der «Künstler». Eine Zeichnung Hanselmanns von vor über 50 Jahren hängt im Museum. Darauf zu sehen: ein lachender Appenzeller Senn. Bildquelle: SRF/Christian Masina.

  • Bild 8 von 9. Eine belebte Strassenszenerie als buntes Nebeneinander – die Automodelle lassen auf die Ursprungszeit schliessen. Bildquelle: SRF/Christian Masina.

  • Bild 9 von 9. Die Zeichnungen sind oft kunstvoll gestaltet. Bildquelle: SRF/Christian Masina.

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Kinderzeichnungen zeigen nicht einfach die frühere Wirklichkeit, sondern vor allem das: wie Kinder ihre Umwelt wahrnahmen und was von ihnen verlangt wurde. Dies mache die Zeichnungen als historische Quellen interessant. Seit den 80er- und 90er-Jahren wurden sie auch gezielt erforscht.

Weil auf Kinderzeichnungen manchmal auch mehr ist als ein Haus, ein Tier, die Familie oder Fantasie.

Regionaljournal Ostschweiz, 23.10.2026, 17:30 Uhr ;  ledn;buec;brus

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